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Zucker im Fairen Handel: Wie entsteht der Preis?

Die Kooperative Cumbres de Ingapi übernimmt alle Verarbeitungsschritte: vom Anbau bis zur Abfüllung.

Eine der häufigsten Fragen, die wir bei EL PUENTE gestellt bekommen, ist die Frage nach der Preiskalkulation unserer Produkte. Wie setzt sich der Preis zusammen? Wie viel bekommt der Produzent? Und warum sind fair zertifizierte Produkte im Supermarkt oder Discounter häufig deutlich günstiger als die vergleichbaren Produkte im Weltladen? Am Beispiel unseres Bio-Rohrohrzuckers aus Ecuador gehen wir diesen Fragen nach. 

Für uns als Fairhandels-Organisation ist Transparenz eines der wichtigsten Prinzipien. Darum stellen wir unseren Kunden die Preiskalkulationen unserer Produkte gern zur Verfügung.
Einen direkten Vergleich zu einem Produkt aus dem Supermarkt oder Discounter zu ziehen, ist jedoch schwierig, denn die Supermärkte veröffentlichen keine transparente Kalkulationen, auch nicht bei Fairtrade-zertifizierten Produkten.

Wir können aber nachvollziehen, welche Faktoren die Preise grundsätzlich beeinflussen. Dabei ist zunächst wichtig zu schauen, dass man bei einem Vergleich von fair gehandelten Produkten aus dem Discounter und dem Weltladen nicht Äpfel mit Birnen vergleicht, z.B. in Bezug auf Herkunft, Qualität und Bio-Zertifizierung.

Preisunterschied: Rohrzucker vs. Rübenzucker

Im Folgenden zeigen wir die verschiedenen Einflussfaktoren auf den Preis von Zucker. Als Beispiel dient der Rohrzucker von unserem Partner, der Kooperative Cumbres de Ingapi aus Ecuador, von der wir rund 40 Tonnen Zucker im Jahr importieren.
Wir verkaufen diesen Rohrzucker an Weltläden. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei 4,95 € pro Kilo. (Stand: Mai 2016)

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Preisgestaltung bei heimischem Rübenzucker und importiertem Rohrzucker beeinflussen. Zucker wird zunächst auf dem Weltmarkt gehandelt und der Preis unterliegt damit starken Schwankungen. Der Wechselkurs von Euro und US-Dollar spielt eine wichtige Rolle bei importierten Produkten. Im Moment verteuern sich die Produkte für Verbraucher in Europa auf diese Weise.

Derzeit wird der einheimische Rübenzucker von der EU gefördert, indem ein Einfuhrzoll auf den Rohrzucker aus den meisten Nicht-EU-Ländern erhoben wird. Dieser liegt bei 419,00 Euro pro Tonne (0,42 Euro pro Kilo). Weiterhin wirken sich auch die Transportkosten von importiertem Zucker auf die Preisgestaltung aus. Auf diese Weise ist der Rohrzucker deutlich teurer als der Rübenzucker aus der EU.

Das Schlagen des Zuckerrohrs ist Handarbeit. Die Bio-Bauern der Kooperative Cumbres de Ingapi benutzen hierfür Macheten.Auf den Grundstücken der Bauern wachsen neben dem Zuckerrohr auch andere Pflanzen, zum Beispiel Bananen für den Eigenbedarf.Im unwegsamen Gelände helfen Maultiere den Bauern, das frisch geschlagene Zuckerrohr zu transportieren.Das frische Zuckerrohr wird mithilfe einer großen Maschine ausgepresst. Der Saft wird weiter verarbeitet.Der Zuckerrohrsaft wird in der Verarbeitungsanlage von Cumbres de Ingapi eingekocht. Hierdurch erhält er sein besonderes, karamellartiges Aroma.Auch die Abfüllung des Zuckers übernimmt unser Partner in Ecuador. Auf diese Weise findet die größtmögliche Wertschöpfung im Herkunftsland statt.2011 baute die Kooperative eine Erweiterung für ihre Lagerhalle. EL PUENTE unterstützte sie dabei mit einem zinsfreien Darlehen in Höhe von 22.000 Euro.

Einzelhändler: Weltladen vs. Discounter

Auch Rohrzucker aus Fairem Handel erhält der Kunde häufig zu sehr unterschiedlichen Preisen. So ist der Rohrzucker beim Discounter häufig um ein Vielfaches günstiger als im Weltladen. Wie kann das sein?
Kauft man den Rohrzucker bei großen Supermarktketten und Discountern, spielt zum Beispiel der deutlich höhere Mengenumschlag eine wichtige Rolle. Große Supermärkte kaufen deutlich höhere Mengen ein als kleine Organisationen wie EL PUENTE, was sich entsprechend auf die Preisgestaltung auswirkt. Wichtig ist außerdem zu betrachten, ob der Zucker Bio-Qualität aufweist. Unser Zucker aus Ecuador stammt aus biologischem Anbau, aus diesem Grund erhalten die Bauern mehr Geld für ihre Ware. 

Kein Mengenausgleich: Wenn bei uns "fair" draufsteht, soll auch "fair" drin sein

Der EL PUENTE-Zucker erfüllt außerdem Standards, die im Supermarkt meist nicht zu finden sind. So verzichten wir vollkommen auf den sogenannten "Mengenausgleich". Das bedeutet, dass der fair gehandelte Zucker der Kooperative Cumbres de Ingapi bei EL PUENTE auch tatsächlich in der jeweiligen Verpackung enthalten ist. Der Zucker wird im gesamten Verarbeitungs- und Abfüllungsprozess nicht mit konventioneller Ware vermischt, wie es in der Industrie üblich ist. Die Zucker-Kooperative selbst übernimmt auch die Abfüllung des Zuckers direkt vor Ort. Somit findet die größtmögliche Wertschöpfung im Herkunftsland Ecuador statt.

Auch bei unseren anderen Zuckersorten aus Paraguay und Kuba, die wir in Deutschland abfüllen lassen, findet kein Mengenausgleich statt. Durch die lückenlose Rückverfolgbarkeit unserer Ware entstehen uns höhere Kosten. Aber es gilt: Wenn bei uns "fair" draufsteht, soll auch "fair" drin sein. Das entspricht unserem Selbstverständnis als Fairhandels-Organisation.

Zuckerpreis

Für den Fairtrade-zertifizierten Zucker, den Verbraucher im Supermarkt und Discounter finden, gibt es nach den Standards von Fairtrade International keinen festgesetzten Mindestpreis. Die Preisgestaltung sieht zwar eine Prämie vor, der Grundpreis unterliegt jedoch individuellen Verhandlungen. Die festgesetzte Prämie, die immer zusätzlich zum Martkpreis gezahlt werden muss, liegt bei 60 USD pro Tonne Zucker (Bio-Qualität: 80 USD pro Tonne).
Wenn der Weltmarktpreis fällt, gibt es für die Produzenten leider keine Absicherung durch einen festen Mindestpreis, wie bei anderen Produkten (vgl. Fairtrade Standards: Mindestpreis für Kaffee).

Die Preisgestaltung von EL PUENTE findet grundsätzlich auf Basis der Preiskalkulation der Produzenten und unabhängig vom Weltmarktpreis statt. Beim letzten Import des ecuadorianischen Bio-Zuckers lag der Preis bei 1,88 USD pro Kilo (inklusive 0,80 USD Fairtrade-Prämie).
Somit sind unsere Partner von den starken Preisschwankungen des Weltmarktpreises (vgl. Mai 2016: 0,29 USD pro Kilo, 2012: 0,55 USD pro Kilo) nicht betroffen.

Fairer Handel: mehr als faire Preise

Die Preisgestaltung im Fairen Handel ist komplex und vielschichtig. Für uns als Fairhandels-Organisation ist die Preisgestaltung kein Marketinginstrument. Wir wollen unsere Kunden nicht mit besonders günstigen Preisen locken, sondern gewährleisten, dass unsere empfohlenen Verkaufspreise die reale Kostenkalkulation widerspiegeln. Das gilt sowohl für die Produzenten, als auch für unsere Kosten als Fairhandels-Organisation. 

Bei der ganzen Diskussion um Preise ist es jedoch immer wichtig zu beachten, dass der Faire Handel nicht auf den Preis allein reduziert wird. Vielmehr ist der Faire Handel eine ganzheitliche Idee und fördert viele verschiedene Aspekte, die über eine reine Handelsbeziehung hinausgehen. Wir möchten Kooperativen fördern und unterstützen sie daher, über den Handel hinaus, auch bei der Realisierung besonderer Projekte. Unserem ecuadorianischen Zucker-Partner Pakta Mintalay / Cumbres de Ingapi stellten wir zur Steigerung der Produktionskapazitäten im Jahr 2011 ein zinsfreies Darlehen in Höhe von 22.000 € zur Verfügung. Mit dieser Summe wurde ein neues Lager gebaut und die Zuckerverarbeitungsanlagen erweitert.

Stand Mai 2016

Mehr Infos über den Bio-Anbau unseres Rohrzuckers aus Ecuador gibt es hier:
https://www.el-puente.de/cumbres

Die detaillierte Preiskalkulation gibt es hier:

Zugehörige Dokumente:

Preiskalkulation am Beispiel von Rohrzucker aus Ecuador

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