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Lebensmittelabfüllung in den Diakoniewerkstätten Halberstadt

Die Arbeit in den Diakoniewerkstätten bieten den Mitarbeitern eine Struktur und soziale Kontakte.

In den Diakoniewerkstätten in Halberstadt am Harz arbeiten rund 300 Menschen mit geistigen und teilweise körperlichen Behinderungen, die hier in vielen verschiedenen Bereichen eine Beschäftigung finden. Drei Werkstätten mit insgesamt 45 Mitarbeitern bearbeiten in Halberstadt fast ausschließlich die Aufträge von EL PUENTE. Etiketten werden geklebt, Waren abgefüllt, gewogen, eingeschweißt und verpackt.

Das Radio spielt Pop-Musik und in der Luft liegt ein Duft von Zitrone und Pfeffer. Andreas sitzt am Tisch und arbeitet konzentriert. Gleichmäßig und gerade klebt er die Etiketten auf die grünen EL PUENTE Gewürz-Beutelchen. West Coast wird darin abgefüllt, der Nachfüller für den Zitronenpfeffer aus Südafrika. Andreas ist die Sorte Mensch, die nichts aus der Fassung bringt. Geduld und eine ruhige Hand sind wichtig bei seiner Arbeit. „Ich komme gern hierher“, sagt er mit ruhiger Stimme. Ob es auch Tage gäbe, an denen er keine Lust hat? Schulterzuckend bewegt er den Kopf hin und her. Eigentlich nicht. Er fühlt sich wohl hier. Andreas ist einer von insgesamt über 300 Mitarbeitern, die in den Diakoniewerkstätten in Halberstadt am Harz arbeiten. Hier gibt es eine Vielzahl von Bereichen, in denen die behinderten Mitarbeiter beschäftigt werden. Darunter eine Buchbinderei, eine Tischlerei und eine Hauswirtschaftsabteilung. Drei Werkstätten mit insgesamt 45 Mitarbeitern bearbeiten hier fast ausschließlich die Aufträge von EL PUENTE. Etiketten werden geklebt, Waren abgefüllt, gewogen, eingeschweißt und verpackt. Fast alles wird in reiner Handarbeit erledigt. Jeder macht das, worauf er Lust hat und was er kann. „Carola zum Beispiel füllt gerne Lebensmittel ab“, erklärt Henry Pitz, einer der Gruppenleiter in Halberstadt. „Allerdings fällt es ihr sehr schwer, die Gewürze wie West Coast in die kleinen Tüten zu füllen. Kein Problem, dann setzen wir sie aber auf jeden Fall bei der Abfüllung von Quinoa ein, die großen Tüten bereiten ihr keine Schwierigkeiten.“

Diakoniewerkstätten HalberstadtDer gesamte Tagesablauf wird ganz nach den Bedürfnissen der behinderten Mitarbeiter gestaltet. Morgens um 7:30 Uhr beginnt die Arbeit, um 15.00 Uhr endet sie. Doch es gibt eine Vielzahl von Pausen, die gemeinschaftlich gemacht werden. „Vielen geht schnell die Puste aus, darauf müssen und wollen wir uns einstellen“, erklärt der Gruppenleiter Ray Grulke. Zwei Teepausen, Mittagessen und verschiedene Förder- und Therapiestunden gibt es während dieser Arbeitszeit. Heute steht zum Beispiel die Sport-AG auf der Tagesordnung. „Beim letzten Sportfest habe ich eine Medaille bekommen“, ruft eine Mitarbeiterin an der Gewürzwaage und präsentiert sogleich das gold-glänzende Abzeichen, das sie offensichtlich regelmäßig um den Hals trägt.

Wer in den Diakoniewerkstätten arbeitet, hat eine geistige Behinderung, manchmal kommen auch körperliche Behinderungen dazu. Die Mitarbeiter gehen mit ihren Einschränkungen ganz selbstverständlich um und entwickeln erstaunliche Fähigkeiten. Patrick zum Beispiel. Seine Hände sind verformt, doch seine liebste Aufgabe ist das saubere und gerade Kleben der Etiketten. Und das beherrscht er trotz seiner Einschränkungen in einer rasanten Geschwindigkeit. Und sein Kollege Ralf. Er hält mit seinen Fähigkeiten die Fäden zusammen. „Sven hat gleich seine Physiotherapie“, ruft er in die Runde. Fast wäre dieser Termin untergegangen, aber der 44-Jährige kann sich Daten ohne große Mühe merken. Den Geburtstag fast jedes Mitarbeiters hat er im Kopf.

Die Arbeit bringt Abwechslung in den Alltag, eine Struktur und soziale Kontakte. Als Lohn bekommen die behinderten Mitarbeiter ein Taschengeld, zusätzlich zu der Grundsicherung, die sie vom Staat erhalten. „Die Mitarbeiter merken, dass sie etwas leisten können. Ein wichtiger Aspekt für das Selbstwertgefühl“, erklärt Grulke. Sicher wäre eine Inklusion von Behinderten in den Arbeitsalltag von nicht-behinderten Menschen wünschenswert. Allerdings gibt es hier vielerlei Hürden und die Behindertenwerkstätten können ausschließlich auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen.

Sind alle Gewürze abgefüllt und in die Verpackungseinheiten verpackt, geht es für sie auf den Weg ins niedersächsische Nordstemmen, zum Sitz von EL PUENTE. Sie werden eingelagert und auf Bestellung an die Weltläden in Deutschland und ganz Europa verschickt. Die Zusammenarbeit mit den Diakoniewerkstätten hat bei EL PUENTE eine lange Tradition. „Dabei möchten wir die Ideen des Fairen Handels auch hier in Deutschland leben. Benachteiligten Menschen einen Arbeitsplatz zu bieten, ist ein wichtiges Ziel im Fairen Handel“, erklärt Stefan Bockemühl, Geschäftsführer der EL PUENTE GmbH. So wurden schon Anfang der 80er Jahre die bekannten fair gehandelten Jutetaschen im Siebdruckverfahren von behinderten Menschen bedruckt. Seit 1989 arbeitet EL PUENTE mit den Diakoniewerkstätten in Halberstadt zusammen. Stefan Bockemühl erklärt: „Nach der Wende sind wir hier schnell aktiv geworden und nach einigen Gesprächen begannen wir dann die Zusammenarbeit, die bis heute für alle Seiten eine Bereicherung ist.“

Diakoniewerkstätten HalberstadtAndreas ist einer von insgesamt 45 Mitarbeitern, die Lebensmittel für EL PUENTE abfüllen. In sorgfältiger Handarbeit klebt Andreas die Etiketten auf.Nicht nur Gewürze, sondern auch Tees werden von den Mitarbeitern der Diakoniewerkstätten abgefüllt.Die Arbeit in den Diakoniewerkstätten bieten den Mitarbeitern eine Struktur und soziale Kontakte.

Fotos: Ronald Göttel/Eventbild 24

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