03.03.2010 - Update 17.3.10: Erdbeben & SPENDENAUFRUF
17.3.2010
SPENDENAUFRUF FÜR COMPARTE
Unser langjähriger Partner hat uns nun noch einen ausführlichen Bericht der Organisation Viña Chequen, den Produzenten unseres Weins, zukommen lassen, der die Schäden bei den Mitgliedern Chequens mit Fotos dokumentiert. Der komplette Bericht kann im Original (also auf Spanisch) an dieser Stelle eingesehen werden.
Einige Weinbauern und Arbeiter haben ihre Häuser verloren, andere Häuser sind schwer beschädigt. Zwei mit Wein gefüllte Tanks sind umgefallen und ausgelaufen, was für Chequen einen Verlust von etwa 15.000 Litern Wein bedeutet. Die Organisation ist nun dabei, die betroffenen Bauern und Arbeiter mit dem Bau von Notunterkünften für die Familien zu unterstützen.
Comparte schickt außerdem weitere Fotos von betroffenen Produzentengruppen, die in unserer Bildergalerie eingesehen werden können.
SPENDEN FÜR COMPARTE
Spendenkonto: 37002
BLZ: 259 501 30
Sparkasse Hildesheim
Stichwort: Comparte Erdbeben
16.3.2010
Winnie Lira, Geschäftsführerin der Fundación Solidaridad, bedankt sich bei allen für die fürsorglichen Mitteilungen und Nachrichten der vergangenen Wochen. In der Zwischenzeit hat die Organisation versucht, normal weiterzuarbeiten, sich mit allen Produzenten in Verbindung zu setzen, zuzuhören, auszuhelfen wo sie konnten und den Zustand des Organisationsgebäudes genauestens zu überwachen. Die Produzenten stehen weiterhin im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Die meisten haben Materialschäden zu beklagen: eingestrüzte Wände, zerbrochene Scheiben, Verlust des Rohmaterials, von Werkzeugen oder der Produktion, sowie das Fehlen von fließendem Wasser und Strom. Alle hoffen nun darauf, daß die Zeit der vielen Nachbeben bald vorbei sein möge und nicht noch mehr Schaden angerichtet wird. Die Produzenten und die Organisation haben viele der von ihnen gefertigten Spielzeuge an die vielen Kinder gespendet, die nun mit ihren Eltern in Zelten leben müssen.
Lorena Vergara von Pueblos del Sur schreibt in ihrer Nachricht, daß sie noch immer nicht alle ihrer Produzenten haben erreichen können. Pueblos del Sur versucht, soweit es ihnen möglich ist, Hilfsleistungen für ihre Produzenten zu koordinieren. Ein Großteil der zerbrechlichen Ware im Organisationsgebäude ist zerstört worden (Fotolink siehe unten), ebenso ein Teil der Einrichtung wie z. B. Computer und Bildschirm. Viele Produzenten melden Schäden an ihren Häusern und Werkstätten sowie den Verlust von Rohmaterial und fertiger Produktion. 5 Produzenten gelten noch immer als vermisst.
12.3.2010
Comparte berichtet über die Situation der einzelnen Produzentengruppen:
Liebe Freunde,
nach einigen Tagen, in denen wir versucht haben, unsere Produzenten in den verwüsteten Regionen zu kontaktieren, können wir nun die ersten Nachrichten mit vorläufigen Informationen von unseren Produzenten, die am schwersten von den Erdbeben und dem Tsunami betroffen sind, übersenden. Aber obwohl viele von ihnen ihre Häuser, Teile ihrer Werkstätten, ihre Arbeitsgeräte oder Materialien verloren haben, sind sie schon bereit, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Für sie sind nun neue Bestellungen essentiell, um dadurch an die finanziellen Mittel für einen Neuanfang und das Beheben der entstandenen Schäden zu gelangen.
Dies ist die erste Nachricht und später senden wir weitere Informationen und Angebote neuer Produkte von Werkstätten, die auch betroffen sind. Nachfolgend berichten wir über die Situation der einzelnen Produzentenwerkstätten. Wir analysieren die Situation derer Produzenten, die fast alles verloren haben – sei es ihr Haus oder ihre Werkstatt – im Detail und listen die Schäden auf, um einen Überblick zu erhalten. Wir müssen weiterhin versuchen, finanzielle Mittel zu akquirieren, um sie bei der Instandsetzung zu unterstützen. Das ist leider ein langwieriger und delikater Prozess, da hier Investitionen getätigt werden müssen, die Werkstätten aber gleichzeitig noch mehrere Monate lang nicht in der Lage sein werden, zu produzieren. Wir werden Euch diesbezüglich auf dem Laufenden halten.
Wir danken Euch für Euer Interesse, Euer Mitgefühl und Eure Solidarität, die Ihr alle im Geiste des Fairen Handels gezeigt habt.
Das Comparte Team
Taller Barritos (Santiago Espinoza)
Diese Werkstatt liegt in der kleinen Stadt Tomé. Die Leute in der Region haben immer noch keinen Zugang zu Nahrungsmitteln. Der Tsunami überflutete die Stadt bis zum Marktplatz, wo sich die Werkstatt von Santiago Espinoza befindet. Die Werkstatt ist zerstört und etwa 70% der Produktion sind verloren. Nur das Außentragwerk ist geblieben. Alles ist in Stand zu setzen und kann wieder aufgebaut werden. Die Produzenten sind bereit, in der dritten Märzwoche die Produktion aufzunehmen.
Sergio Díaz
Die Familie dieser Werkstatt hat sich retten können, aber sie haben das Dach ihres Hauses und alles, in der Werkstatt gelagert war, verloren, auch die für den Export bereits fertig gestellten Produkte. Die Gießformen, mit denen sie arbeiten, sind nicht beschädigt und sie können weiter produzieren.
Sergio Maldonado
Das Haus der Familie ist erhalten geblieben, die Werkstatt jedoch ist zerstört worden. 10 Tage nach dem ersten großen Beben gab es immer noch kein fließendes Wasser. Es gilt nun, die Werkstatt wieder aufzubauen. In den nächsten 15 Tagen wollen sie soweit sein, dass sie ihre Arbeit fortsetzen können. Essenziell für die Familie sind vor allen Dingen neue Bestellungen.
José Lastra
Der Familie geht es gut, aber die Öfen in der Werkstatt sind verbrannt. Sie könnten sie in den nächsten Tagen reparieren, aber es fehlen die finanziellen Mittel dafür. Nur mit neuen Bestellungen und den damit verbundenen Vorauszahlungen können sie die Reparatur finanzieren.
Rayen Caven
Dieser Produzent hat alles verloren. Das Haus ist zerstört und auch in der Werkstatt ist fast nichts erhalten geblieben. Trotzdem will der Produzent in ein bis zwei Wochen wieder anfangen, zu arbeiten. Die Familie lebt derzeit in Zelten und von Lebensmitteln, die aus Hilfslieferungen stammen.
Taller Rosa Sanueza
Rosa Sanueza lebt mit ihrer Familie in der Stadt Talcahuano, die von den Erdbeben völlig verwüstet wurde. Sie verarbeiten Fischleder, doch die kleinen Fischgründe in den Buchten gibt es nun nicht mehr. Die Werkstatt von Frau Sanueza und ihren Mitarbeitern ist eingestürzt und auch die meisten anderen Läden in der Stadt sind wegen der großen Schäden noch immer nicht geöffnet. Frau Sanueza wurde beim Beben verletzt, trotzdem will sie so bald wie möglich wieder arbeiten.
Gladys Muñoz
Gladys und ihre Familie sind gesund, doch ihr Haus ist unbewohnbar. Die Werkstatt muss an einem anderen Ort verlegt werden, da sie komplett zerstört ist. Sie haben die Möglichkeit, in der Zwischenzeit in der Werkstatt eines Nachbarn zu arbeiten, der ihnen etwas Platz freigeräumt hat. Sie brauchen dringend neue Bestellungen, da auf dem lokalen Markt wegen all der Zerstörung nichts verkauft werden kann.
Jeannette Arcos
Ihrer Familie geht es gut, die Werkstatt in Talcahuano, der Stadt, die am meisten unter dem Tsunami zu leiden hatte, ist jedoch komplett überflutet. Einige Werkzeuge konnten gerettet werden, aber viele Materialien und bereits fertig gestellte Produktion sind verloren. Auch sie warten dringend auf neue Bestellungen
Michael Nova
Die Werkstatt von Michael Nova liegt in Concepción. Seiner Familie ist nichts passiert, aber in der Werkstatt wurde ein Großteil der gelagerten Produktion zerstört, ebenso wie eine Maschine, die mit finanziellen Mitteln aus zukünftigen Bestellungen repariert werden könnte.
José González
Die Werkstatt von José González hat alles verloren. José ist mit seiner Familie von Arauco nach Lota umgezogen, da sie nun nicht mehr im selben Viertel wie früher wohnen können. Sie müssen sich ein neues Haus suchen und ihre Werkstatt dort aufbauen. Das ist jetzt ihr großer Traum: Werkzeug und Materialien kaufen zu können, um ihre Werkstatt neu zu errichten. Bestellungen würden ihnen helfen, all das möglich zu machen.
11.3.2010
Calypso ist ein kleines Familienunternehmen, das seine Produkte bislang u. a. über unseren Partner Pueblos del Sur vermarktet hat. In Zukunft wird EL PUENTE auch direkt mit Calypso zusammenarbeiten. Calypso hat uns nun einige Fotos ihres neuen Shops am Flughafen zukommen lassen, der bei den Erdbeben der vergangenen Wochen sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Oscar Muñoz, einer der beiden Geschäftsführer Calypsos, berichtet, daß sie sehr viel Glück gehabt hätten, da keine sehr gravierenden Verluste zu verzeichnen seien. Jedoch sei es im ganzen Land so, daß fast jeder irgendjemanden kenne, den es schlimm getroffen habe oder der einen erheblichen Verlust zu beklagen hätte, Verwandte, Freunde, Bekannte.
Calypso ist nun dabei, die Normalität wieder herzustellen und alle Arbeits- und Produktionsabläufe wieder aufzunehmen, um die Bestellungen ausliefern zu können. Das größte Problem hierbei stellt die Stromversorgung dar, die noch immer nicht einwandfrei funktioniert.
9.3.2010
Heute haben uns endlich Nachrichten unseres Partners Fundación Solidaridad erreicht. Winnie schreibt uns, daß es glücklicherweise weder im Team noch unter den Produzenten Tote oder Vermisste gibt. Das Gebäude der Organisation hat jedoch erhebliche Schäden davongetragen, an deren Beseitigung alle Mitarbeiter tatkräftig arbeiten. Viele Produzentengruppen haben hohe Materialverluste zu beklagen. Alles, was sie nun bräuchten, sagt Winnie, seien weiterhin Aufträge und bezahlte Arbeit!
8.3.2010
Erneut haben uns Nachrichten von unserem Partner Pueblos del Sur erreicht, die sich weitere Zeit erbitten, um genauere Informationen über die einzelnen Produzentengruppen zusammenzutragen und weiterzuleiten. Von einigen Produzenten wissen sie, daß ihr Hab und Gut, ihr Zuhause und ihre Werkstätten zerstört sind, zu anderen Produzenten war es noch nicht möglich, den Kontakt herzustellen. Seit dem verheerenden Erdbeben haben sich bereits über 100 kleinere und größere Nachbeben ereignet, mit Stärken bis zu 6,8 auf der Richterskala.
Pueblos del Sur hat ein Foto-Archiv zur Verfügung gestellt, dem Ihr das Ausmaß des Unglücks entnehmen könnt:
www.skydrive.com
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Benutzername/ID: pueblosdelsur.chile@hotmail.com
Kennwort: artesaniachilena
Ordner: Terremoto (Erdbeben)
Nach dem verheerenden Erdbeben in Chile haben uns nun erste Mitteilungen unserer Partner erreicht:
Comparte
1.3.2010:
Rodrigo Ponce Ide, bei Comparte verantwortlich für die Betreuung der Bauern und Lebensmittelproduzenten, berichtet, daß ihre größte Sorge zur Zeit den Produzentinnen von eingemachten Früchten an der Küste der VII. Region gilt, die von einem Tsunami getroffen wurde. Bislang war kein Kontakt zur Kooperative möglich.
Viñas Chequen ist nicht so stark betroffen, wie befürchtet. Zu zwei Produzenten besteht derzeit noch kein Kontakt, die Schäden an den Gebäuden und den Weinstöcken werden derzeit aufgenommen. Den Produzentinnen der Salsa Picante geht es gut. Seitens der Produzenten des Olivenöls gibt es bisher noch keine Nachricht. Auch die Produzentinnen der getrockneten Quitten konnten noch nicht erreicht werden. Rodrigo verspricht, uns auf dem Laufenden zu halten.
5.3.2010:
Die Häuser von zwei Bauernfamilien sind zerstört worden, die Lehmhäuser einiger Arbeiter weisen so große Risse auf, dass diese nun in Zelten leben. Beide Kellereien, mit denen die Bauern zusammenarbeiten, haben schwerwiegende operative Probleme. Die vorliegenden Informationen weisen darauf hin, daß eine der beiden, eine Konstruktion aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, völlig zertört wurde, wohingegen die andere immer noch ohne Strom und daher sozusagen arbeitsunfähig ist. Viel in Fässern und Flaschen gelagerter Wein ist verloren gegangen, als diese zu Bruch gingen.
Zu den Produzentinnen der getrockneten Quitten gab es nun einen kurzen Kontakt. Den Frauen selbst geht es gut, allerdings herrscht noch keine Klarheit darüber, wie hoch die Verluste bei den eingelagerten Produkten und die Schäden der Weiterverarbeitungsanlagen sind.
Pueblos del Sur
We have the obligation of informing that that had happened in our country
Thank you for your concern and solidarity with us and our country.
We have suffered one of the worst earthquakes in the last 100 years that you supreme to a very destructive tsunami and that it was not informed by the government by what many deaths were caused and lost in the areas of the coastal border of the country.
Regrettably at this time in that I write you we have not yet all the artisans' clarity and artisans that are part of Pueblos del Sur (but of 250 shops in Chile), as you know many of them are in the areas of the epicentre of the earthquake and not yet we have news. So far the phone and mobile services are still very bad, but soon we should be able to get some news.
With regard to the family of Lorena Vergara, member of Pueblos del Sur, 40 of her relatives are missing, since they lived in an area of the seventh region (epicentre). The regions are called Cauquenes, Pelluhue and Curanipe, all of them beach areas that were reched by the earthquake and mainly by a following Tsunami that destroyed everything up to 1 km inland. We are awaiting news to consider what we can do.
With regard to my case, my house suffered roof damages and a few dividing walls came down. For a long time we have been without electricity; however this is little compared to what other Chileans suffer.
We are also trying to see what we can do to help some of my family members that live in the affected area without gas, electricity or food. We are currently planning trips to supply them with food, water and other necessities since even supermarkets are still closed down.
Our organization Pueblos del Sur will try to meet all our obligations, so that you don't have to worry.
Please spread the word so that all your partners and customers are informed of our situation here and let them know that we now more than ever need support, solidarity and work to be able to go on.
Thank you for your concern, long live Chile!
A fraternal hug
Patricio Farias
Pueblos del Sur - Chile


