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Produktinformation zu "Djemben aus Ghana - gh2"
Okurase, etwa 40 km außerhalb von Ghanas Hauptstadt Accra ist das Zentrum der Trommelkörperproduktion. Früher gab es hier nur wenige Holzschnitzer, die hauptsächlich mit der Herstellung von Haushaltsgegenständen beschäftigt waren. Heute arbeiten in der Region etwa 1000 Schnitzer für das Exportgeschäft mit den ghanaischen Trommeln. Die Produktion der Trommelkörper ist auch für viele Jugendliche die einzige Möglichkeit, eine Beschäftigung in ihrem nahen Umfeld zu finden, um nicht wie viele andere als unterbezahlte Tagelöhner in den Slums der Großstadt leben zu müssen. Mit der Arbeit kam auch die Entwicklung nach Okurase: Transportwege und Elektrizität, und damit um ein Vielfaches verbesserte Lebensbedingungen.
Für eine Djembe-Trommel wird traditionell ein rundes Stück Tweneboa-Holz (Hartholz) verwendet, das mit einem Buschmesser (ASINKUMA) entrindet wird. Neben dieser typischen Holzsorte werden seit Kurzen auf Grund der hohen Nachfragen auch andere Holzarten genutzt, wie z. B. Kola, Odanta, Odum, Mango und Sheanussbaum. Von oben und unten werden mit einem Werkzeug, das SOSO genannt wird, Löcher in den Trommelkörper gebohrt. Für das Bearbeiten der äußeren Form wird dann wieder der ASINKUMA benutzt. Nachdem Aushöhlen des Inneren des Holzkörpers wird die endgültige Höhe der Trommel festgelegt und der Schnitzer beginnt mit dem Abschleifen der feinen Kanten und Unebenheiten. Der Durchmesser der Verengung zwischen Kessel und Trichter der Trommel bestimmt weitgehend die Höhe des Basstones. Je kleiner diese Öffnung ist, umso tiefer schwingt der Bass, und ab einem gewissen Maß wird er leise und matt. Der Rohkörper der Trommel ist nun fertig gestellt und verlässt Okurase in Richtung der Produktionszentren. Dort geht der Trommelmacher ans Werk, der den ghanaischen Trommeln ihr traditionelles Erscheinungsbild gibt.
Der Trommelmacher ist für die dekorative Gestaltung des Rohkörpers verantwortlich. Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, die von unterschiedlichen Farbgestaltungen über geometrische Zeichen oder Adinka-Symbole aus ghanaischer Tradition bis hin zu Applikationen aus Aluminium, Blech oder Zinn reichen. Fertig dekoriert kommt der Trommelkörper in die Hände der Techniker, die oben chemisch unbehandeltes Ziegenleder und an der Außenseite der Trommel die Seile zum Stimmen befestigen. Dies ist der komplizierteste Teil der Herstellung und hier sind vor allem Erfahrung und die kleinen Geheimnisse der Musiker gefragt, die der Trommel ihre Perfektion verleihen. Das Ziegenleder wird nass aufgezogen, da es sich so leichter spannen lässt. Mit einer Rasierklinge entfernt der Arbeiter das Fell. Sobald das Leder getrocknet ist, kann es mit Hilfe der Seile gespannt und gestimmt werden. Nach einer abschließenden Qualitätskontrolle ist die Trommel fertig für den Export.
Zur Auswahl der Größe: Suchst du eine ideale Übungsdjembe, so wählst du eine, die du in einer deiner Körpergröße entsprechenden, bequemen und aufrechten Sitzposition bequem spielen kannst, ohne die Handgelenke dabei besonders abwinkeln zu müssen. Große Konzertdjemben können stehend gespielt werden. Sie werden dann entweder mit Gurten umgehängt oder es ist ein höherer Sitz erforderlich. Sehr kleine Trommeln verlangen eine besondere Spieltechnik.
Schon jetzt ist abzusehen, dass die Holzbestände für den Bau der Djemben aus der Region bei gleich hoher Nutzung innerhalb der nächsten 20 Jahre verbraucht sein werden. Ein geschätztes Exportvolumen von etwa 100.000 Trommeln im Jahr trägt zu einer schnellen Verminderung des Waldbestands bei. FPS hat aus diesem Grund im Jahre 1992 ein Wiederaufforstungsprogramm für die am meisten verwendeten Baumarten ins Leben gerufen. So muss der Trommelbau trotz der vielen wirtschaftlichen und sozialen Vorteile, die er den Menschen bringt, sorgfältig abgewogen werden, da mit knappen Ressourcen gearbeitet wird und er sich für den amerikanischen Markt bereits in eine riesige Industrie verwandelt hat.


