Projektpartner | Nepal
Landesinformationen:
Geschichte und Politik
Wirtschaft und Soziales
Partnerprojekte:
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ne3 - Mahaguthi
ne4 - Purna Kalash Traders
ne5 - Kumbeshwar Technical School
ne6 - Sana Hastakala
ne8 - ACP
Geschichte und Politik
Nepal war bis in die Gegenwart ein rückständiger Staat mit expansiven Bestrebungen, die insbesondere durch Indien und China immer wieder begrenzt wurden.
Nach einem Wirtschaftskrieg mit Großbritannien musste Nepal Territorien abtreten, was seinen politischen Spielraum eingrenzte. 1846 zwang Fürst Rana den König, ihm als Premierminister zu dienen und etablierte so sein System der Willkürherrschaft. Unter Rana begann die Einbeziehung Nepals in die Militärpolitik Großbritanniens. Finanzielle Leistungen der Großmacht für die Rekrutierung von Soldaten aus Nepal bildeten lange Zeit den größten Posten des Staatshaushalts.
Erste Ansätze zu einer Demokratisierung erfolgten 1950/51 durch Gründung der Nepali Kongresspartei und die Rückkehr des Königs, der die konstitutionelle Monarchie ausrief. 1959 fanden, auf der Grundlage einer neuen Verfassung, die ersten freien Wahlen statt, die mit dem Sieg der Nepali Kongressparteien endeten.
Doch König Mahendra, der nach dem Tod seines Vaters den Thron bestiegen hatte, annullierte das Ergebnis und nutzte die Notstandsregelung zu einem Staatsstreich und dem Aufbau eines politischen Marionettensystems (Panchayat). Fortan war jede Betätigung demokratischer Parteien verboten.
Wiederholte Proteste demokratischer Kräfte führten 1980 zu einer Volksabstimmung über die Einführung eines Mehrparteiensystems. Die Mehrheit sprach sich dagegen aus.
Ab 1985 entwickelt sich unter der Führung des Nepali Kongress und der Vereinigten Linken (ULF) eine neue demokratische Bewegung. Mittels eines Volksaufstands setzte sie 1990 die Bildung einer Interimsregierung zur Erarbeitung einer demokratischen Verfassung durch. Nach anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Palast und Volksbewegung wurde am 9.11.1990 die Verfassung vom König bestätigt. Alleiniger Souverän ist das Volk, die Exekutive liegt bei König und Ministerrat, ohne dessen Zustimmung der König nicht handeln kann.
Die Politik soll juristische und soziale Gerechtigkeit (Hebung des Lebensstandards, Landreformen, Arbeitermitbestimmung) verwirklichen; zu den neuen Errungenschaften gehören auch ein unabhängiges Justizwesen und die Abschaffung der Todesstrafe.
Seit den Wahlen 1991 allerdings sind keine entscheidenden Veränderungen auszumachen. Die traditionellen Strukturen, wie auch die ethnische Zusammensetzung - das gesellschaftliche Leben des Vielvölkerstaats wird fast ausschließlich von hinduistischen Kastenwesen bestimmt -, stehen einem breiten Demokratisierungsprozess entgegen. Gewalttätige Ausschreitungen zeugen zudem von einem nicht gerade liberalen, politischen Klima.
Der König hat weiterhin eine gewisse Vormachtsstellung inne, da er unter bestimmten Voraussetzungen, mit Zustimmung der Regierung, den Ausnahmezustand ausrufen darf. Auch blieb er formell der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, faktische Armeeführung obliegt jedoch dem Nationalen Verteidigungsrat unter Vorsitz des Premiers.
Seit April 1990 ist, mit Unterbrechungen, die Nepali Congress Parti (NCP) an der Regierung. Sie wurde im indischen Exil 1947 gegründet und 1950 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Nepali Democratic Congress.
König Birendra, Königin Aishwarya sowie acht weitere Mitglieder der Königsfamilie fielen Anfang Juni 2001 einem Attentat zum Opfer. Eine Untersuchungskommission unter Leitung des Obersten Richters bezeichnete den Thronfolger Dipendra, der anschließend die Waffe auf sich selbst richtet und wenige Tage später an den Folgeverletzungen starb, als alleinigen Verantwortlichen.
Nepal, zuvor ein hinduistisches Königreich, wurde am 18. Mai 2006 durch Parlamentsproklamation zu einem säkularen Staat erklärt. Die Interimsverfassung vom 15. Januar 2007 basiert auf den Elementen Volkssouveränität, Mehrparteiensystem, parlamentarische Demokratie, Unabhängigkeit der Rechtsprechung sowie Garantie der Grundrechte und bürgerlichen Freiheiten.
Am 28. Mai 2008 wurde in Nepal nach 238 Jahren die Monarchie abgeschafft. Auslöser waren vor allem die innenpolitischen Konflikte im Land. König Gyanendra sah sich in der Hauptstadt Massenprotesten des Volkes gegenüber, auf dem Land den stärker werdenden maoistischen Rebellen und auf internationaler Ebene dem wachsendem Druck der Weltöffentlichkeit. Wer die künftige Regierung stellt bleibt zunächst offen.
Da die einstigen maoistischen Rebellen in den Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung Mitte April 2008 als stärkste Partei hervorgegangen sind, erwarten Beobachter, dass sie nach den kommenden Parlamentswahlen auch den zukünftigen Regierungschef stellen werden.
Gefahren sehen Experten zur Zeit in der hohen Anzahl militärischer Gruppierungen sowohl der Volksarmee, als auch von Seiten der ehemaligen Rebellen und dem Potential einer möglichen Militärdiktatur.
Wirtschaft und Soziales
Der 140.797 km² große Himalajastaat zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Wichtigster Sektor ist die Landwirtschaft, doch durch die geographischen Gegebenheiten und Witterungsbedingungen sind die Möglichkeiten als Agrarland begrenzt. Hinzu kommen wachsende Umweltprobleme: An Nepals Wäldern, die einst vor dem Schmelzwasser des Himalaja schützten, wird seit Jahren radikaler Raubbau betrieben, um Brenn- und Bauholz (in letzter Zeit verstärkt auch für Hotels) zu gewinnen. Infolgedessen kommt es nun zu heftigen Überschwemmungen, die landwirtschaftliche Nutzfläche zerstören und die Bodenerosion vorantreiben.
In der Wirtschaft dominiert neben dem Agrarsektor die Haus- und Heimindustrie. Erschwerend für den Handel ist die Abhängigkeit von Indien als Transitweg, die sich in hohen Frachtkostenanteilen für Im- und Exporte niederschlägt.
Rund 2/3 der Bevölkerung, die auf etwa 20 Millionen geschätzt wird, leben in den Bergregionen. Die schlechte medizinische Versorgung in diesen dicht besiedelten Gebieten - im Durchschnitt kommen 1500 Menschen auf einen einzigen Quadratkilometer - führt zur Ausbreitung von Armutskrankheiten. Insgesamt verfügen lediglich 10-15% der Bevölkerung über sauberes Trinkwasser.
Die nepalesische Regierung unternahm daher in den 90er Jahren Anstrengungen, die gesundheitliche Versorgung der ländlichen Bevölkerung durch die Einrichtung von Gesundheitsstationen in diesen Gebieten zu verbessern.
Das Analphabetentum liegt mit 74% extrem hoch, die staatlichen Schulen sind häufig sehr schlecht, die Schulpflicht (6-10 Jahre) wird kaum kontrolliert. Für den Besuch der ersten bis zur sechsten Klasse werden keine Schulgebühren erhoben.
Zwei Drittel der Kinder die nicht zur Schule gehen sind Mädchen.
Die Landflucht ist aufgrund der mangelnden Arbeitsmöglichkeit enorm. Sie betrug zwischen 1985 und 1995 7,8%.
Die nepalesische Bevölkerung setzt sich aus 26 ethnischen und 30 Kastengruppen zusammen, wobei die ethnischen Gruppen 35,5% und die Kastengruppen 56,4% der Gesamtbevölkerung ausmachen.
In Nepal gibt es 32 verschiedene Muttersprachen, daneben vielerlei Dialekte und sonstige Sprachen, die sich in vier Hauptfamilien gliedern: indoarische, tibeto-birmanische, Munda- und dravidische Sprachen. Die Sprache „Nepali“ wird immerhin von 52% der Bevölkerung gesprochen.
Die Mehrzahl der Bevölkerung (86,5%) bekennt sich zum hinduistischen Glauben, daneben gibt es noch einen kleinen Anteil an Moslems, Kirati (Mischung aus hinduistischer und lamaistischer Vorstellungen), Christen und Jainisten.
Trotz gesetzlicher Verbote ist Kinderarbeit weit verbreitet. Auf dem Bau, in Webereien und in der Teppichindustrie sind Tausende Mädchen und Jungen unter 14 Jahren beschäftigt. Viele leben in einer Art Schuldknechtschaft: Statt Geld zu verdienen, wird ihr Lohn mit Essen und Nachtlager "verrechnet", was sie in ständiger Abhängigkeit hält. - Offiziell ist die Leibeigenschaft in Nepal seit 1926 abgeschafft.
Steigende Tourismuszahlen haben in den vergangenen Jahren zur Zunahme von Prostitution geführt. Ein noch florierenderes Geschäft allerdings ist der Menschenhandel: Häufig sehen arme Familien keine andere Chance, sich und ihre Angehörigen durchzubringen, als eine Tochter zu verkaufen. Viele Mädchen unterliegen aber auch den Versprechungen der Menschenhändler, dass sich ihnen im Ausland ein besseres Leben biete. Die meisten landen schließlich in asiatischen Bordellen, z.B. im indischen Bombay, wo nepalesische Frauen besonders “gefragt“ sind.
Durch den seit 1996 dauernden Maoistenaufstand, das Massaker in der Königsfamilie und den Folgen des 11. September 2001 fiel der Wirtschaftsmotor Tourismus zeitweise aus.


