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Projektpartner | Philippinen

Karte von Philippinen

Geschichte und Politik

Ferdinand Magellan entdeckte 1521 die St. Lazarus-Inseln. Er segelte unter spanischer Flagge. 1543 erklärte Philipp II die Inseln zu spanischem Besitz und gab ihnen seinen Namen; Die Philippinen waren geboren! Sie sollten 300 Jahre Kolonialzeit überdauern müssen.
1899 wurden die Philippinen von den USA annektiert, die Ausgleichszahlungen an Spanien betrugen 20 Mio. US-Dollar. Die Namen der Kolonialherren änderten sich, die Abhängigkeit blieb. Nachdem 1946 die Unabhängigkeit ausgerufen wurde, sicherten sich die USA die Kontrolle über die Philippinen, besonders auch durch ein langjähriges Stützpunktabkommen, das 1992 zu Ende ging. In der Folgezeit wurde versucht, gegen die Macht der USA und der philippinischen Großgrundbesitzenden anzugehen. Erfolglos blieben die Bemühungen von Ramon Magsaysay, soziale Reformen durchzusetzen. 1965 wurde Ferdinand Marcos zum Präsidenten gewählt. Mit ihm begann die Zeit der Diktatur, des Kriegsrechts und der Korruption. Teile des Militärs, von den USA unterstützt, sowie das philippinische Volk (People's Power-Bewegung) setzte der Marcos-Ära 1986 ein Ende. Die neugewählte Präsidentin Corazon Aquino liess auf eine sozialere Politik mit Rechten, auch gerade für die arme Bevölkerung, hoffen (z.B. die Durchsetzung einer umfangreichen Landreform). Diese Hoffnungen erfüllte sie nicht. 1992 wurde Fidel V. Ramos zu ihrem Nachfolger gewählt. Auch unter seiner Präsidentschaft hat sich an den sozialen, ökonomischen und wirtschaftlichen Problemen nichts geändert. Der Verdienst von Ramos war die friedliche Auflösung der Putschbewegungen (gegen Aquino) in den Reihen der Streitkräfte, die Aufspaltung und Schwächung der kommunistischen Bewegung und Verhandlungen mit den aufständigen Muslimen im Süden der Philippinen.
Im Juni 1998 ist Joseph „Erap“ (= zu Deutsch „Kumpel“) Estrada als Präsident gewählt worden, der 1997 eine Wahlkoalition „LAMP“. bestehend aus drei verschiedenen philippinischen Parteien gegründet hatte. Er galt als populärer, mehrmals ausgezeichneter Schauspieler, der zumeist in seinen Rollen für die Armen und Unterdrückten eintrat und somit auch den Namen „Robin Hood Südostasiens“ erhielt. Er war später ein erfolgreicher Bürgermeister in einem Stadtteil von Mania, danach Senator und vor seinem Amtsantritt als Präsident sechs Jahre lang Vizepräsident neben Präsident Fidel Ramos.
Derzeitiges Staatsoberhaupt ist die frühere Vizepräsidentin Dr. Gloria Macapagal Arroyo (seit Januar 2001). Trotz des Vorwurfes massiver Wahlfälschung wurde sie am 30. Juni 2004 für eine zweite Amtszeit bestätigt. Ihrem Vorgänger im Amt Joseph E. Estrado wird die wirtschaftliche Ausplünderung des Landes vorgeworfen.
Nach Armeeangaben wurden 2005 bei Gefechten mit Rebellen fast 3.000 Menschen getötet (achtmal so viele wie 2004).

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Wirtschaft und Soziales

Seit 1994 erleben die Philippinen jedoch einen anhaltenden Wirtschaftsaufschwung. Estradas Vorgänger Ramos schuf die Grundlage dazu durch die Wiederherstellung der Stromversorgung, durch Liberalisierungsmaßnahmen (formelle Freigabe des Pesokurses, Öffnung weiterer Wirtschaftsbereiche für ausländische Investitionen, vermehrter Abbau von Importbeschränkungen, Aufbrechen von Monopolen oder Kartellen in der Nachrichtenübermittlung, in der Küstenschifffahrt, im Landverkehr u.a.). Die von Präsidentin Aquino angefangene Privatisierung von Staatsunternehmen wurde sukzessive fortgesetzt. Das Selbstvertrauen der Wirtschaft ist trotz einiger Probleme, wieder gestiegen.
Trotz schwieriger Weltkonjunktur wuchs das BIP der Philippinen in den letzten Jahren kräftig (2005 und 2006 ca. 5%).
Dennoch bleibt für die Philippinen vorerst eine Abhängigkeit von Auslandsfaktoren bestehen, wie ihre Herstellung von Ausgangserzeugnissen zur Weiterverarbeitung im modernen Industriesektor, der derzeitige enorme Kapitalzufluss durch philippinische Gastarbeiter im Ausland (1996: 4,244 Mrd. US$), die Entwicklungshilfe und Investitionen aus dem Ausland.
Auch der Tourismus ist eine wichtige Devisenquelle für die Philippinen geworden. Die Einnahmen hierfür wurden 1995 mit 2,454 Mrd. US$ beziffert (nach Schätzung). Die prekäre Sicherheitslage u. a. infolge des 11. September 2001 ließ die Zahlen zu Beginn des neuen Jahrtausends abflachen. 2004 stieg die Zahl der Touristen aber wieder deutlich über 2 Mio. pro Jahr und brachte Einnahmen von geschätzten 3,4 Mrd. US$.
Die Gesamtschulden der Regierung ohne die Staatsunternehmen betrug im Dezember 1996 613,673 Mrd. Philippinische Peso (entspricht etwa: 18,92 Mrd. US$)
Arbeitsplätze sind rar und besonders auf dem Land schlecht entlohnt. Die Abhängigkeit von Großgrundbesitz und multinationalen Konzernen ist groß. Arbeitsplätze in den Städten gibt es hauptsächlich nur für ausgebildete Kräfte. Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre mit Privatisierung und Kommerzialisierung, aber auch der Abzug der US-Streitkräfte haben zu Arbeitslosigkeit und Existenzvernichtung geführt. Zwar lag die Arbeitslosenquote der Philippinen 2005 mit ca. 7,7% so tief wie seit Jahren nicht mehr, die Unterbeschäftigungsrate wurde jedoch mit 20,5% beziffert.

Die philippinische Einwohnerzahl belief sich 2007 auf rund 85 Mio. Einwohner bei einer hohen jährlichen Wachstumsrate von 2,32%, die nicht zuletzt durch den Widerstand der katholischen Amtskirche, von der Regierung durch freiwillige künstliche Geburtenkontrolle, nicht in den Griff zu bringen ist.
Offiziell leben über 40% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, wobei es inzwischen ein verbessertes Sozialversicherungssystem (im Krankheitsfall, Pensionen und Rente bei Arbeitsunfähigkeit) auf den Philippinen gibt.
Die Gesundheitsversorgung ist noch ausbaufähig; es werden Anstrengungen von Regierungsseite unternommen, besonders der ärmeren Bevölkerungsschicht, diese besser zugänglich zu machen.
Der größte Anteil der Bevölkerung bekennt sich zum katholischen Glauben (82,92%), daneben gibt es noch einen kleinen Anteil an Protestanten (5,43%), Muslime (4,57%), Aglipay (2,63%) u.a.. Die katholische Amtskirche hat folglich einen hohen Stellenwert auf den Philippinen und äußert sich des öfteren nachdrücklich zu politischen Fragen.
Für die Primarstufe (6 Jahre) besteht die allgemeine Schulpflicht. Der Unterricht wird in der Grundschule auf Pilipino und Englisch abgehalten. Selbst der Hochschulbereich ist auf den Philippinen gut ausgebaut.
So kann das Land eine Analphabetenquote von 5,0% (männlich) und 5,7% (weiblich) aufweisen.
Auf den Philippinen gilt Pilipino und Englisch als Amts- und Handelssprache. Das Spanisch hat kaum noch eine Bedeutung. Allerdings gibt es eine enorme Anzahl an Dialekten. 1990 wurde 988 von ihnen gezählt!
Viele Familien ziehen vom Land in die Städte. In Manila wohnen 3,5 Millionen Menschen in Slumgebieten. 42% der Einwohnerschaft Manilas gelten als arm, 32% leben unterhalb der Armutsgrenze, 10% liegen noch darunter. Nicht nur die Hauptstadt Manila, sondern auch typische Touristenstädte wie Pagsanhan und früher auch die US-Stützpunkte (z.B. Olongapo) ziehen Menschen an auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Oft liegt auch alle Hoffnung in eine Arbeit in Übersee (Japan, USA, Mittlerer Osten). Viele philippinische Frauen sehen einen Ausweg aus Hunger und Armut in der Eheschließung mit einem ausländischen Mann. Agenturen verdienen gut an der Vermittlung heiratswilliger Filipinas.
Nach Schätzungen leben ca. 1,2 Mio. Kinder auf der Straße. Auf der Suche nach Arbeit verdingen sie sich als Straßenhändler, Schuhputzer, Autowäscher...
40-60.000 dieser Kinder gehen der Prostitution nach. Sie sind hauptsächlich in einschlägigen Örtlichkeiten Manilas zu finden oder in Touristenorten, die dafür bekannt sind. In den 70er Jahren wurden die ersten Fälle von Kinderprostitution bekannt, auch heute noch fahren Touristen - besonders auch aus der BRD - auf die Philippinen, um Sex mit Kindern zu haben. Weltweite Kampagnen haben inzwischen eine gesetzliche Verfügung erreicht, nach der Straftäter auch in ihrem Heimatland für im Ausland begangenen Sex an Kindern belangt werden können. Bis jetzt allerdings sind erst wenige Fälle bekannt, in denen diese neue Gesetzgebung angewandt wurde.
Einhergehend mit der Stationierung amerikanischer Soldaten entwickelte sich die Prostitution. Alle Art von Prostitution ist auf den Philippinen offiziell verboten, viele Frauen und Kinder jedoch sehen darin ihren einzigen Ausweg aus ihrer Armut. Die Verdienenden sind dabei die Eigentümer von Bars und einschlägigen Hotels.

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