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Projektpartner | Palästina

Karte von Palästina

Geschichte und Politik

Palästina ist die Landschaft der südlichen Levante zwischen dem östlichen Mittelmeer und der Grabenbruchzone von Jordan und dem Totem Meer. Heute gehört es zum Staatsgebiet Israels, wobei das Westjordanland, Ostjerusalem und der Gazastreifen (in den Grenzen vor 1967) vom Palästinensischen Nationalrat seit 1988 als palästinensisches Staatsgebiet beansprucht werden.

Bis 1917 war Palästina Teil des Osmanischen Reiches und wurde 1917/18 von den Briten erobert. In der Balfour-Erklärung vom 2. November 1917 wurde die Unterstützung der Briten bei der Gründung einer „jüdischen Heimstätte" festgehalten. Aus der gesamten Welt zogen jüdische SiedlerInnen in das „Gelobte Land“. Die erste starke Einwanderungswelle bildeten Juden aus Nazi-Deutschland und den von den Nationalsozialisten besetzten europäischen Ländern (1933 bis 1945).
1947 beschlossen die Vereinten Nationen die Teilung Palästinas und die Internationalisierung Jerusalems, was am 14. Mai 1948 die Ausrufung des Staates Israel ermöglichte. Im ersten Nahostkrieg flohen hunderttausende Palästinenser in die umliegenden arabischen Staaten. Das Westjordanland wurde 1950 von Jordanien annektiert (worauf König Hussein erst 1988 wieder verzichtete), und der Gaza-Streifen kam unter ägyptische Militärverwaltung. Im Krieg von 1967 besetzte Israel den Sinai, Ost-Jerusalem, das Westjordanland, den Gazastreifen und die Golanhöhen.
Das Camp David Abkommen von 1979 sah ein Autonomiekonzept für die besetzten Gebiete vor.
Im Dezember 1987 begann der palästinensische Aufstand, die erste Intifada. 1988 wurde in der Folge der „Staat Palästina" ausgerufen und die Schaffung zweier Staaten gefordert. 1989 erhielt Palästina Beobachterstatus bei der UNO.
Bei der ersten Nahost-Friedenskonferenz 1991 trat Israel in direkte, bilaterale Verhandlungen mit den arabischen Frontstaaten. Zur Überraschung der Beteiligten war der erste Erfolg ein Abkommen mit der PLO (Palestine Liberation Organization), deren Beteiligung an der Konferenz Israel zuvor strikt abgelehnt hatte.
Mit einem Briefwechsel am 9. September 1993 erfolgte die gegenseitige Anerkennung Israels und der Palästinenser, nicht jedoch eines palästinensischen Staates. Seit 1994 ist Palästina unter begrenzter palästinensischer Selbstverwaltung.

Trotz weltweiter Kritik wird bis heute die Siedlungspolitik der israelischen Regierung fortgesetzt. Im Dezember 2008 und Januar 2009 kam es zum dreiwöchigen Gaza-Krieg zwischen den zwei radikal-islamischen Gruppierungen Hamas und Fatah. Im Oktober 2011 beantragte Palästina die Vollmitgliedschaft in der UNO, dies wurde jedoch abgelehnt. Die USA hatten ihr Vetorecht gebraucht, sie wollen erst eine friedliche Lösung zwischen Palästinensern und Israelis erreichen, bevor sie der Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates zustimmen.
 

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Wirtschaft und Soziales

Die palästinensische Wirtschaft war in der Vergangenheit eng an diejenige von Israel gekoppelt. Oftmals diente sie nur als Zulieferbetrieb für Israel, eigenständige Entwicklungen wurden unterbunden. Es gelang Palästina bislang nicht, ausreichend Investoren ins Land zu holen, auch wegen der politischen Unsicherheit, Unruhen und häufigen Sperrungen der Grenzen durch Israel. Die internationale Hilfe machte in der Vergangenheit etwa die Hälfte des Gesamthaushalts aus. Die EU hielt ihren Finanzboykott auch nach Bildung der Einheitsregierung von Hamas und Fatah im März 2007 aufrecht und beschränkte die Hilfe an die Palästinenser lediglich auf direkte Zahlung für soziale Projekte.

Die wichtigsten Exportgüter sind für Palästina Industrieprodukte, Lebensmittel, Vieh, Rohstoffe, Chemikalien, Maschinen und Transportausrüstung.
Palästina hat mit wachsenden Umweltproblemen durch die Abholzung der wenigen Waldflächen, die vor allem zur Erstellung von jüdischen Siedlungen stattfinden, zu kämpfen. So wächst auch das Risiko, dass die ohnehin schon sehr geringen Grundwasserressourcen versiegen. Der Abfall des Grundwasserspiegels und die Versalzung der Brunnen gefährden die Bevölkerung zunehmend.
Die Zahl der Palästinenser wird weltweit auf 9,4 Millionen Menschen geschätzt, wobei viele als Flüchtlinge im Ausland leben.

98% der palästinensischen Bevölkerung sind (sunnitische) Muslime, 2% sind Christen. In unmittelbarer Nachbarschaft von Palästinensern und orthodox jüdischen Siedlern kommt es aufgrund der Religionsausübung immer wieder zu Spannungen, da den meisten Palästinensern der Zutritt nach Ostjerusalem von den Israelis verwehrt wird, wo die drittheiligste Stätte des Islam, die Al-Aqsa-Moschee, steht. Bei hohen jüdischen Feiertagen wird ihnen auch der Zugang zur Abraham-Moschee in Hebron untersagt.

Amtssprache in Palästina ist Arabisch, Umgangssprache ist ein palästinensischer Dialekt. Viele Palästinenser sprechen aber auch Englisch. Die palästinensischen Autonomiegebiete gehören mit 7,6% zu den arabischen Ländern mit der geringsten Analphabetenrate. In Palästina besteht Schulpflicht, drei Jahre Vorschule und sechs Jahre Primarschule sind kostenlos, die dreijährige Sekundarschule nicht. Aufgrund der Erlebnisse während des palästinensischen Aufstandes leiden viele Kinder und Heranwachsende unter traumatischen Störungen.
 

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(Stand: November 2011)  

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