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Projektpartner | Thailand

Karte von Thailand

Geschichte und Politik

Mit einer Fläche von 514.000km² ist Thailand etwa 1 1/2 mal so groß wie Deutschland. Das Gebiet lässt sich dabei von Norden nach Süden in drei große Naturräume aufteilen: das nördliche und westliche Bergland, das zentrale Tiefland und die Halbinsel. Thailands Nordgrenze liegt am Südrand des Himalaya, im Goldenen Dreieck zwischen Birma und Laos. Im Süden grenzt es an Malaysia und im Südosten an Kambodscha.

Die heute anzutreffende Vegetation entspricht zum größten Teil nicht mehr der ursprünglichen Beschaffenheit. Brandrodung und Weidewirtschaft sowie der - inzwischen verbotene - übermäßige Holzeinschlag von Edelhölzern führten in weiten Teilen zu einer Zerstörung der natürlichen Vegetation. Es kam zu irreparablen Erosionsschäden, die die ohnehin beschränkte landwirtschaftliche Nutzfläche noch reduzierten.

Als einziger Staat Südostasiens stand Muang T'hai (»Das Land der Freien«) niemals unter kolonialer Herrschaft. Vom Beginn unserer Zeitrechnung an wurde das Land zunächst von den Mon und danach von den Khmer beherrscht, bis es im 14. Jahrhundert zur Staatsgründung durch die Thai kam. Die Eroberung Malaccas durch die Portugiesen im Jahre 1511 brachte den ersten Kontakt mit Europäern, ab dem 17. Jahrhundert begannen intensive Handelsbeziehungen nach Holland und Frankreich. 1782 begründete General Rama I als König die Chakri-Dynastie, die auch heute noch regiert. Im Zuge der Kolonialisierung musste das damalige Siam dann jedoch Territorien an die europäischen Kolonialmächte abtreten und wurde zum Zulieferer der Nachbarländer.

Seit 1932 ist Thailand eine konstitutionelle Monarchie, der jetzige König Bhumibol Adulyadej (Rama IX) gelangte 1946 nach der Ermordung seines Bruders in die Thronfolge und wurde 1950 zum König Thailands gekrönt.

Der König gilt als Staatsoberhaupt, daneben gibt es die Volksvertretung, die sich aus dem Nationalversammlung (Senat und Repräsentantenhaus) und dem Ministerrat als Exekutive zusammensetzt.

Am 2. April 2006 fanden nach monatelangen Protesten gegen die Amtsführung des Premierministers Thaksin Shinawatra Neuwahlen statt. Die Proteste richteten sich insbesondere gegen den zunehmend autoritären Regierungsstil, die Einschüchterung der Presse und die persönliche Bereicherung der Thaksin-Familie. Die anschließende Wahl wurde von Thai Rak Thai (Thai Love Thai Party) gewonnen, wobei alle größeren Oppositionsparteien die Wahl boykottierten. Das Parlament konnte aber nicht zusammentreten, da in einigen Wahlbezirken nicht das erforderliche Quorum erreicht wurde und damit der Abgeordnete der TRT nicht gewählt wurde. Der Oberste Gerichtshof des Landes entschied am 8. Mai 2006, dass die Wahl vom 2. April ungültig sei. Neuwahlen waren für den 15. Oktober 2006 vorgesehen.

Am 19. September 2006 kam es zu einem unblutigen Putsch. Polizei und Militärkräfte besetzten Bangkok und erklärten die Amtszeit Thaksin Shinawatras, der sich zu diesem Zeitpunkt bei der UN-Generalversammlung in New York City aufhielt, für beendet. König Bhumibol sicherte den Putschisten am 20. September seine Unterstützung zu und bestätigte bald danach die Übergangsverfassung. Am 1. Oktober 2006 wurde der Partei übergreifend angesehene Ex-General Surayud Chulanont zum neuen Premierminister ernannt.

Bei den Wahlen am 23. Dezember 2007 ging die Thaksin-treue Partei PPP (People's Power Party) als Sieger hervor. Nach dem sie ihren Wahlsieg erklärt hat, wurde bereits mit den ersten Koalitionsgesprächen begonnen mit allen kleineren Parteien mit Ausnahme der Demokraten. Seit dem 29. Januar 2008 ist Samak Sundaravej (PPP) neuer Premierminister. Am 28. Februar kehrte Thaksin Shinawatra nach 17-monatigen Exil aus England zurück und wurde auf dem Flughafen in Bangkok verhaftet, später jedoch gegen eine Kaution von 5 Millionen Baht (etwa 106.000 Euro) wieder auf freien Fuß gesetzt mit der Auflage, Thailand nicht zu verlassen.

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Wirtschaft und Soziales

Hauptnutzpflanze und auch wichtiges Exportgut Thailands ist der Reis, der vorwiegend in der Zentralen Ebene kultiviert wird. Weitere Exportprodukte sind Mais, Kenaf (eine Faserpflanze), Kassawa (Maniok), Zuckerrohr und Sojabohnen. Mit seinen wenigen, aber dafür um so größeren Gummiplantagen ist Thailand der drittgrößte Naturgummilieferant der Welt. Die Eigenversorgung des Landes ist gewährleistet, neben fast allen Arten von Gemüse werden Obst, Kaffee, Tee und Baumwolle angebaut.

Insgesamt gilt das Königreich als Schwellenland mit stabiler Struktur und erheblichen industriellen Wachstumsraten und wird gerne zu den südostasiatischen Tigerstaaten gerechnet. In seiner Gesamtheit betrachtet verliert der Tiger allerdings schnell an Sprungkraft: Der industrielle Boom vollzieht sich nur punktuell und beschränkt sich auf die Ballungszentren und die dort angesiedelte Großindustrie. Das Kleingewerbe ist - insbesondere auf dem Land - extrem vernachlässigt, wirtschaftliche und soziale Ungleichheit hat eine ausgedehnte Schattenwirtschaft hervorgebracht.

Die Wirtschaft des Landes ist seit Beginn der 50er Jahre durch eine tiefgreifende Strukturveränderung gekennzeichnet. Aus einem fast reinen Agrarland wurde - zumindest in den städtischen Regionen - ein Industrieland mit zweistelligen Wachstumsraten und einer Verdoppelung des Pro-Kopf-Einkommens. Allerdings nahm die Landbevölkerung, die immerhin mehr als 3/4 der Bevölkerung ausmacht, an dieser Entwicklung kaum teil. Im Gegenteil brachen viele der einst blühenden Kleingewerbezweige zusammen, da sie mit den Billigimporten aus dem Ausland nicht konkurrieren konnten.

Im Jahre 1995 lag der reale Zuwachs des BIP bei satten 8,6%. Seitdem ist es infolge der Asienkrise stetig gesunken. Als Folge der Krise erreichte die nationale Währung, der Baht seinen Tiefpunkt im Januar 1998 bei 56 Baht gegen einen US Dollar, nachdem er somit über die Hälfte seines Werts verloren hatte.

Schon von der Asienkrise 1997/98 so hart getroffen wie kaum ein anderes Land der Region, wurde Thailand Ende 2004 von der Tsunami-Katastrophe erschüttert.

Zu spüren bekam dies vor allem der Tourismus, der über 6% zum Bruttoinlandsprodukt beträgt und als die wichtigste Devisenquelle des Landes gilt. In Thailand forderte das Unglück 8.212 Tote und Vermisste. Der wirtschaftliche Schaden wurde mit 2,2 Mrd. US$ beziffert.


Nach einem Jahrzehnt der Krisen scheint sich die Wirtschaft langsam zu erholen. So konnte die Inflation 2007 mit 2,2% vergleichsweise niedrig gehalten werden. Auch weist das Land nach offiziellen Angaben mit 1,8% eine sehr niedrige Arbeitslosenquote auf – es sei aber zu beachten, dass ein enormer Teil der Bevölkerung im informellen Sektor tätig ist.

Die Einkommensunterschiede zwischen den marktwirtschaftlich orientierten urbanen Zonen und dem mehr traditionell wirtschaftenden Land werden immer größer; während mehr als 50% des Bruttosozialproduktes in Bangkok und dem 80 km breiten "Speckgürtel" erwirtschaftet werden, nimmt der Anteil der Armen unter der Landbevölkerung ständig zu.

Immer mehr landwirtschaftlich nutzbare Fläche wurde mit Nahrungsmitteln für den Export bepflanzt, Thailand entwickelte sich zwischenzeitlich zum weltgrößten Reisexporteur. Die Gewinne aus diesem Geschäft flossen jedoch nicht zurück aufs Land, sondern wurden in kapitalintensive Industrien in der Stadt investiert. Es kam zu einer völligen Kapitalunterversorgung und damit verbunden einer extrem hohen Arbeitslosigkeit in den ländlichen Regionen. Die Bauern, die bis dahin die Selbstversorgung sicherstellten, gerieten durch zunehmende Verschuldung bei den Großgrundbesitzern völlig in deren Abhängigkeit und waren gezwungen, ihre Felder zu übereignen.


Auch ökologisch bleibt der einseitige industrielle Aufschwung nicht ohne Folgen. Besonders Bangkok - von einer eher gemächlichen, von Kanälen durchzogenen Regierungsstadt zu einer wuchernden 8-Millionen-Metropole expandiert - steht inzwischen vor schier unlösbaren Problemen. Aus den unzähligen Kleinindustrien fließen Abwässer ungeklärt in die Kanäle, übermäßige Wasserentnahme und die Bebauung mit Hochhäusern lässt die auf extrem porösem Grund errichtete Hauptstadt jedes Jahr um einige Zentimeter absinken.

Des Weiteren ist die Prostitution in Thailand weiterhin ein enormes Problem, das insbesondere Frauen und im zunehmenden Maße Kinder betrifft. Zwar versucht sie die thailändische Regierung seit einigen Jahren zurückzudrängen und vor allem den Ruf des Landes im Tourismus zu verbessern, aber Prostitution ist dennoch ein profitabler Wirtschaftszweig: die "Rotlicht"-Branche weist einen Umsatz von jährlich rund 27 Milliarden Dollar auf und erwirtschaftet etwa 14% des BIP (Schätzung der ILO, der International Labour Organisation der UNO).


Thailand hatte im Jahre 1996 eine Einwohnerzahl von 63,36 Millionen angegeben. Der jährliche Bevölkerungszuwachs beträgt etwa 1,2%.

Die thailändische Bevölkerung setzt sich zusammen aus Thai-Völker 79,5%, Chinesen

10-12%, die zum Teil stark integriert sind, Malaien 3,7%, Khmer 3%, sowie einem geringen Anteil an Vietnamesen und Bergvölkern (Meo und Karen).

Die Staatssprache ist Thai, die Handelssprache Englisch. Daneben sind auch chinesische Dialekte üblich.

95% der Thailänder gehören zu den Theravada-Buddhisten, nur ca 4% sind Angehörige des Thai-Islam (Malaien). Daneben lebt noch ein ganz geringer Anteil an Christen, Hindus, Sikhs und Konfuzianer in Thailand.

Schon im Jahre 1921 wurde in Thailand die allgemeine Schulpflicht eingeführt, jedoch erfasst sie nicht alle Thailänder. Die Schulpflicht ist mittlerweile auf neun Jahre erhöht worden.

Die Analphabetenquote wird bei Männern mit 3,9% und bei Frauen mit 10,1% angesetzt.

Die Gesundheitsversorgung weist auf dem Land nach wie vor Lücken auf. Ein großes Problem ist in Thailand, nicht zuletzt aufgrund der verbreiteten Prostitution, eine hohe Quote an AIDS-Kranken und HIV-Infizierten.

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