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Projektpartner | Vietnam

Karte von Vietnam

Geschichte und Politik

1804 gab der Kaiser Nguyen seinem Land erstmals den Namen Viet Nam.
Ab 1883 stand Vietnam unter französischer Kolonialherrschaft.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Vietnam von Japan besetzt. Es bildete sich die »Liga für die Unabhängigkeit Vietnams« (Viet Minh) als Abwehr des japanischen Imperialismus und des französischen Kolonialismus.
Im September 1945 proklamierte Ho Chi Minh nach der erfolgreichen Augustrevolution die Demokratische Republik Vietnam.

Nachdem Frankreich 1945 aber die Wiedererrichtung seines kolonialen Regimes in Südvietnam gelungen war und es versucht hatte, das inzwischen unabhängige Nordvietnam zu unterwerfen, kam es 1946 zum Ausbruch des Indochinakrieges. Nach jahrelangem Guerillakampf besiegten die Viet Minh 1954 die Franzosen, womit deren Kolonialherrschaft endgültig gebrochen war.
Es folgten ein Waffenstillstand und die Genfer Konferenz, auf der die Teilung Vietnams in die (nördliche) Demokratische Republik Vietnam mit der Hauptstadt Hanoi und die (südliche) Republik Vietnam mit Hauptstadt Saigon beschlossen wurde.

1960 gelangte in Südvietnam eine von den USA protegierte Militärjunta an die Macht.
1963 griff US-Präsident Johnson nach einem Zwischenfall im Golf von Tonking in den mittlerweile ausgebrochenen vietnamesischen Bürgerkrieg ein. Daraus entwickelte sich bis 1965 der Vietnamkrieg. Im Januar 1968 brachen mit der Tet-Offensive einer südvietnamesischen Guerilla-Organisation und der nordvietnamesischen Armee wochenlange Kämpfe aus; die USA waren militärisch überlegen, mussten jedoch die Stärke des Gegners anerkennen.
Im März 1972 begann Nordvietnam eine erneute Offensive, die wieder monatelange Kampfhandlungen nach sich zog. Ende des Jahres brachten Verhandlungen einen Waffenstillstand mit sich. Im Januar 1973 wurde das Friedensabkommen unterzeichnet. Im Mai 1975 ging der dreißigjährige vietnamesische Bürgerkrieg mit dem Einmarsch der Kommunisten in Saigon zu Ende.
Im Juli 1976 wurden Nord- und Südvietnam unter dem Namen Sozialistische Republik Vietnam mit der Hauptstadt Hanoi wiedervereint.

Im Jahr 1986 gelang der neuen, reformorientierten Regierung die Einführung einer Wirtschaftsreform, mit der die zentrale Planung aufgegeben, die Kollektivierung schrittweise abgeschafft und eine frei Marktwirtschaft möglich gemacht wurden. Dies führte zu einem rapiden Wirtschaftswachstum während der neunziger Jahre und zur Wiederaufnahme Vietnams in die internationale Staatengemeinschaft. Die Asienkrise 1998 traf auch Vietnam stark, doch das hohe Wirtschaftswachstum steigert das Interesse ausländischer Investoren zunehmend.
 

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Wirtschaft und Soziales

Nach Jahrzehnten von Krieg und kommunistischer Planwirtschaft gehört Vietnam nach wie vor zu den ärmsten Ländern Asiens. Die Einkommensunterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten bzw. dem reichen Süden und dem sehr viel ärmeren Norde sind nach wie vor sehr groß.
Neben Öl exportiert Vietnam Güter der Leichtindustrie, wie etwa Textilien oder Schuhe und landwirtschaftliche Produkte wie Reis und Kaffee.
Die Handelspartner sind traditionell asiatische Staaten, wobei Vietnam aber auch in den Überseemärkten (Europa, USA) zunehmend Anteile gewinnt.

Die Bevölkerungszahl Vietnams wird auf etwa 88 Millionen Menschen geschätzt. Etwa 86% der Bevölkerung sind Vietnamesen. Daneben sind 53 ethnische Minderheiten anerkannt, z. B. Thai und Khmer. Kultur und Sprache der Minderheiten unterscheiden sich meist sehr stark von jener der Vietnamesen.
Staatssprache ist Vietnamesisch und wird von 80% der Bevölkerung gesprochen, Handelssprache ist heute weitgehend Englisch.
Traditionell wichtigste Religion ist der Mahayana-Buddhismus, aber auch Konfuzianismus und Daoismus sind vertreten, dazu kommt ein großer Anteil an Konfessionslosen.

Vietnam verfügt seit den 1960er Jahren über ein relativ gutes Bildungssystem. Seit Mitte der 80er Jahre allerdings gibt es gravierende quantitative und qualitative Mängel, vor allem in abgelegenen ländlichen Regionen. In Vietnam herrscht Schulpflicht für die Grundschulausbildung. Die Analphabetenrate liegt bei etwa 7%.
Seit 1986 wurde das System der bisher unentgeltlichen Sozialleistungen schrittweise abgebaut und durch ein Sozialversicherungssystem mit Kranken- und Rentenversicherung für Arbeitnehmer ersetzt.
 

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(Stand: November 2011)  

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