Sasha
Unser Partner Sasha
SSA Sarba Shanti Ayog (SSA)/ Sasha wurde 1978 als gemeinnützige Vermarktungsorganisation im indischen Kolkata, der Hauptstadt Westbengalens, gegründet. Ziel der Organisation war es, Handwerksgenossenschaften und –gruppen sowie Kleinbetriebe zu fördern, um auf diese Weise wirtschaftlich und sozial benachteiligten Menschen Verdienstmöglichkeiten zu erschließen und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken. 1988 erfolgte die Teilung in Sarba Shanti Ayog (SSA) und „Sasha Association for Craft Producers“ – kurz Sasha. Die SSA ist seither für die Entwicklungsarbeit und die Förderung der Produzenten durch Workshops sowie Aus- und Weiterbildungskurse verantwortlich. Sasha hat die Vermarktung und den Export der Produkte übernommen und unterstützt die Gruppen in der Ausarbeitung neuer Designs. Derzeit arbeitet Sasha mit etwa 150 Gruppen (Kooperativen, Selbsthilfegruppen, Familienunternehmen) mit insgesamt ca. 5000 Produzenten zusammen. Fast 70% von ihnen sind Frauen. Die Organisation ist aktiv in Westbengalen, Orissa, Uttar Pradesh, Bihar und Rajasthan.
Zwischen den Gruppen und SSA besteht ein intensiver Kontakt und Austausch. Sasha fungiert als wichtige Brücke zwischen den Kunsthandwerkern und den Kunden. Vielfältige Aktivitäten der Organisation fördern das Verständnis der Produzenten bezüglich der Qualitätsanforderungen, der Marktzusammenhänge, der traditionellen Handwerkstechniken sowie der sozialen und kulturellen Hintergründe.
Sasha arbeitet mit Produzenten aus verschiedenen Kunsthandwerksbereichen zusammen. EL PUENTE bezieht von der Organisation im Wesentlichen Textilien.
In und um die Häfen und Handelszentren floriert in Indien das Weberhandwerk, genau wie in Tamluk, Midnapore, West Bengal, wo die Produzentengruppe Chhandabroti (Rhythmus des Lebens) hochwertige Stoffe webt. Weben am Handwebstuhl gilt besonders in diesem Teil Indiens als traditionelles Kunsthandwerk. Die Ursprünge der Kooperative Chhandabroti gehen auf das Jahr 1972 zurück. Lalit Khandra, ein engagierter Kunsthandwerker, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation der Menschen in seinem Dorf zu verbessern. Mit vielen jungen Leuten rief er mehrere Projekte ins Leben, unter anderen das Weberprojekt Chhandabroti. Heute existiert ein großes Webcenter, das direkt und indirekt ca. 50 Menschen aus dem Dorf und der Umgebung Arbeit gibt.
12 Weber sind feste Mitglieder und 3 - 4 weitere Personen sind auf der Verwaltungsebene beschäftigt. Darüber hinaus kümmern sich 30 - 35 Personen um die Instandhaltung und Wartung der Handwebstühle und die damit zusammenhängenden Aufgaben. 1980 ist das Projekt mit der gemeinnützigen Vermarktungsorganisation Sasha in Kontakt getreten. Zu dieser Zeit hatte die Produzentengruppe der Weber bereits freie Kapazitäten. Der Teil der Produktion, der nicht am lokalen Markt abgesetzt werden konnte, wurde von nun an über Sasha vermarktet. Einzelne Kunsthandwerker sind zu Supervisoren ausgebildet worden, die im Projekt für das Färben, die Designs, die Qualitätskontrolle und die Logistik verantwortlich sind. Heute ist die hervorragende Qualität der handgewebten Stoffe von Chhandabroti weithin berühmt.
„Die Kooperative Chhandabroti ist das geistige Kind Lalit Khandras, der seine Aufgabe in der Unterstützung seines Dorfes sah. Er war somit maßgeblich an der sozialen Entwicklung beteiligt: Gesundheit, Bildung und Einkommensverbesserungen. Er hat ebenfalls die Zusammenarbeit mit Sasha begonnen, dank der heute traditionelle Weber wie beispielsweise mein Mann Arbeit haben und wir regelmäßig etwas zu Essen haben und unsere Kinder zur Schule schicken können. Ich kann sogar Geld für die Hochzeit meiner Tochter sparen und muss dafür nicht zum Geldleiher gehen.“
Jharna Devi,
Frau des Webers Dadhikanta Khandra
Weiterverarbeitet werden die gewebten Stoffe in der Nähwerkstatt Shilpi Shibir von Probir Biswas. Probir Biswas hatte bereits viele Jahre als Näher für Sasha gearbeitet, bevor er sich 2005 mit einer eigenen Werkstatt in seinem Heimatdorf in Maslandpur selbstständig machte. Mit zwei Nähmaschinen und der Unterstützung der Dorfbewohner begann er, Auftragsarbeiten für Sasha durchzuführen. Nach und nach konnte Probir immer mehr Näher beschäftigen. Mit Hilfe von Sasha hat er außerdem in weitere Nähmaschinen und Werkzeuge investiert und seinen Betrieb vergrößert. Ein Mikrokredit von Sasha ermöglichte ihm einen Anbau an seine Werkstatt. Nun hat Probir Biswas’ Betrieb ausreichenden Lagerplatz und ist sehr gut ausgestattet. Sein Umsatz steigt kontinuierlich und er kann heute bereits 15 Nähern Arbeit geben. Der Nähwerkstatt Shilpi Shirbir ist es also gelungen, die Näher auf diesem hart umkämpften Markt mit guten Löhnen und Arbeitsbedingungen wieder zu integrieren!
(Land: Indien, Projektcode: in9)


