Noahs Ark
Unser Partner Noah's Ark
Die Organisation
Noah’s Ark ist eine indische Produktions-, Marketing- & Exportorganisation, die ihren Sitz im kleinen Ort Moradabad östlich von Neu Delhi hat. Noah’s Ark ist 1986 vom heutigen Geschäftsführer gegründet worden, der zu jener Zeit mit diesem Schritt gegen die Ausbeutung der Kunsthandwerker durch Mittelsleute vorgehen wollte. Fairer Handel war damals noch niemandem dort ein Begriff, so war es am Anfang nicht leicht, sich gegen bestehende Vorurteile durchzusetzen. Doch Noah’s Ark hatte mit diesem Pionierkonzept Erfolg: Mehr und mehr Produzenten schlossen sich der Organisation an.
Anfang der 90er Jahre sind die ersten Exportaufträge von einer französischen Fair-Handelsorganisation eingegangen. Bis dahin hatte Noah’s Ark im Wesentlichen mit indischen Organisationen wie beispielsweise Asha Handicrafts zusammengearbeitet, eine Kooperation, die bis heute fortgesetzt wird: 97% des Umsatzes erfolgt über den Export, 3% über den Shop von Asha Handicrafts. Noah’s Ark ist stetig gewachsen und hat sich weiterentwickelt. Mit steigenden Umsätzen war es der Organisationen schließlich möglich, auch das Verpacken der Waren sowie die Exportvorbereitung in den eigenen Räumlichkeiten durchzuführen.
Die Produzenten
Noah’s Ark beschäftigt heute 53 Angestellte in Vollzeit, die sich um die Administration, den Vertrieb, um Lagerung und Qualitätskontrolle, sowie um den Export der Waren kümmern. Für die Herstellung der Waren sind etwa 200 Kunsthandwerker verantwortlich, die sich in 33 Gruppen organisiert haben. Sie arbeiten ausschließlich für Noah’s Ark, wobei einige unter ihnen, die auf dem Land zu Hause sind, zusätzlich Subsistenzwirtschaft betreiben. In Zeiten hoher Auftragslagen stellen die einzelnen Gruppen nach Bedarf saisonale Arbeitskräfte zur Unterstützung ein. Insgesamt sind etwa 25 – 30% unter den Kunsthandwerkern Frauen.
Für Noah’s Ark arbeiten unter anderem sozial benachteiligte Gruppen, Flüchtlinge und auch Behinderte. Die Angestellten sind auf Basis schriftlicher Verträge beschäftigt, die Produzenten bekommen formelle Bestellungen, in denen alle essentiellen Bedingungen festgehalten sind. Für ihre Produkte erhalten sie einen Stücklohn, der im Vergleich zwischen 12 und 20% über dem regionalen Lohnniveau der gleichen Industrie/Gewerke liegt. Die ausgezahlten Löhne werden regelmäßig neu besprochen, wobei drei verschiedene Kategorien unterschieden werden: Der Produzent lebt und arbeitet in eigenem Haus auf dem Land und betreibt nebenbei ebenfalls Ackerbau/Viehzucht; der Produzent lebt und arbeitet hauptberuflich in eigenem Haus in der Stadt; der Produzent lebt und arbeitet hauptberuflich in gemietetem Haus in der Stadt. Letztere erhalten den höchsten Zuschlag im Vergleich zu den regionalen Löhnen. Für die Angestellten gibt es darüber hinaus ebenfalls ein internes Rentensystem, wo die Organisation regelmäßig einen bestimmten Betrag auf das jeweilige personenbezogene Konto einzahlt. Eine umfassende Gesundheitsfürsorge wird durch Verträge mit einem Arzt gewährleistet, der alle Kunsthandwerker und ihre Familienangehörigen kostenfrei untersucht. Für eventuelle Folgeuntersuchungen, Tests und Medikamente übernimmt Noah’s Ark 50% der Kosten. Die Angestellten können zwischen verschiedenen Krankenversicherungspolicen wählen, wobei die Prämie dafür von der Organisation getragen wird.
In monatlichen Versammlungen besprechen Angestellte und Produzenten gemeinsam mit der Geschäftsführung was aktuell anliegt. Hier kann es sowohl produktbezogen um Qualitäts- und Lieferungsfragen gehen, als auch um das Gemeinwohl bzw. um persönliche Anliegen Einzelner. Noah’s Ark ermutigt die Produzenten zur Teilnahme an den angebotenen Kursen (Computer, Englisch,…) und integriert sie ebenfalls in das nationale und internationale Fair-Handelsgeschehen, indem sie bei Konferenzen und Treffen mit einbezogen werden. Noah’s Ark ist Mitglied in der WFTO.
In den vergangenen Jahren hatte Noah’s Ark einen Umsatzrückgang von 25% zu verzeichnen. Dies ist vor allem auf Nachfrageeinbrüche in den USA, ihrem wichtigsten Exportland, zurückzuführen. Als Konsequenz daraus ist die Organisation nun dabei, verstärkt Neukunden im europäischen Raum zu finden, der nach wie vor ein starkes Käuferpotenzial bietet.
Die Projekte
Angegliedert an die Produzentenorganisation Noah’s Ark gibt es zwei NGOs, die für die Durchführung sozialer Projekte verantwortlich sind. Hierunter fallen beispielsweise das Angebot von Bildungsmaßnahmen für die Kunsthandwerker und ihre Familien, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch Schulungen zum Konzept des Fairen Handels und ihren damit verbundenen Rechten, die Verbreitung von Informationen zu Gesundheit/gesunder Ernährung und Hygiene im Alltag der Produzenten sowie ein Schulprojekt, das gebührenfreie Bildung, Lernmittel und regelmäßige Mahlzeiten zur Verfügung stellt.
Die Produktion
Die Herstellung der Waren erfolgt in den Heimwerkstätten der Kunsthandwerker, die abschließenden Arbeiten in der zentralen Werkstatt der Organisation. Die notwendige Sicherheitsausrüstung wird den Produzenten von Noah’s Ark gestellt. Sie erhalten Masken, Handschuhe, Sicherheitsbrillen und ein 1. Hilfe-Set. Die Organisation hat außerdem die Versorgung der Produzentenwerkstätten mit sauberem Trinkwasser durch die Installation von Wasserfiltern sichergestellt. In der Werkstatt des organisationseigenen Gebäudes gibt es darüber hinaus Feuerlöscher und Schläuche, einen Luftfilter, Notausgänge mit entsprechenden Markierungen sowie aushängende Sicherheitsanweisungen.
Die Region von Moradabad ist für ihr Metallhandwerk bekannt. Etwa 65% der 800.000 Einwohner sind von dieser Industrie abhängig. Die Nachfrage nach Metallobjekten ist in der jüngeren Vergangenheit um 50% zurückgegangen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: höhere Rohmaterialkosten, große Probleme mit der Stromversorgung, das Fehlen von marktfähigen Designs u.v.m. Folge davon ist, dass viele Kunsthandwerker ihren Beruf nicht mehr ausüben können, und sich nun mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten müssen. Noah’s Ark will diese Menschen dabei unterstützen, dem traditionellen Kunsthandwerk weiter nachgehen und auch davon leben zu können.
Wichtigstes Produkt im Sortiment der Organisation ist das handgearbeitete Besteck aus rostfreiem Edelstahl. Der Stahl wird im Brennofen erhitzt. Die vorderen Besteckteile werden in einer Form gepresst, wohingegen der Griff mit der Hand geformt wird. Anschließend verbindet der Produzent beide Teile, schleift sie nach dem Abkühlen glatt und poliert sie.
Mission von Noah’s Ark:
- Förderung benachteiligter Produzenten
- Ausbau ihrer Fähigkeiten
- Hilfe zur Selbsthilfe durch die Unterstützung beim Aufbau einer eigenen Werkstatt
- Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen
- Erhalt des traditionellen Kunsthandwerks
- transparente Arbeitsweise
- Sicherung eines Fairen Lohnes
- Gleichstellung von Frauen und Männern
- Zurverfügungstellung von Darlehen
(Land: Indien, Projektcode: in4)


