YWCA
YWCA - Kunsthandwerk aus Bangladesch
[@@BILD=54 format=web align=right##]Die Young Women's Christian Association ist das weibliche Pendant zum YMCA - dem christlichen Verband junger Männer. Mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen in Bangladesch zu verbessern, richtete die schweizer Mutterorganisation 1973 in Dhaka das erste YWCA Craft Centre ein. In diesem Handwerkszentrum werden Frauen in der Textil- und Juteverarbeitung ausgebildet. Die vierwöchige praktische Schulung findet in den hauseigenen Werkstätten statt, daneben bilden Gesundheitserziehung und Familienplanung einen wesentlichen Bestandteil des gesamten Trainingsprogramms. Nach ihrer Ausbildung können die Frauen zum Teil auch in Heimarbeit produzieren, familiäre und soziale Bindungen bleiben so gewahrt. Jede Arbeiterin erhält einen festgesetzten Monatslohn, von dem 10% auf ein Sparkonto gehen. Diese Rücklage wird nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt. Allen Beschäftigten stehen kostenlose Gesundheitsvorsorge, ein Tagesessen und Weihnachtsgeld zu; ein spezieller Fonds dient der finanziellen Absicherung im Krankheitsfall.
[@@BILD=48 format=web align=left##] Da viele der Frauen aus den Slums von Dhaka stammen und nicht in der Lage sind, die Kosten zur Unternehmensgründung oder für die Schulausbildung der Kinder aufzubringen, wurde 1984 ein Kreditfonds eingerichtet, aus dem zu günstigen Konditionen ein Darlehen aufgenommen werden kann. Das ermöglicht zukunftsorientiertes Handeln und hilft, den Teufelskreis von Armut und Abhängigkeit zu durchbrechen. Inzwischen hat YWCA drei weitere Handwerkszentren in Bangladesch aufgebaut. Die Produktpalette reicht von Kunsthandwerk über Lederwaren bis hin zu Sariblusen und Schuluniformen. Juteprodukte werden fast ausschließlich für den Export produziert. EL PUENTE bezieht von den Handwerkszentren Wandtaschen und andere Applikationsarbeiten, sowie Hand- und Fingerpuppen. Die Textilproduktion ist hingegen nur für den einheimischen Markt ausgerichtet. Über größere Aufträge aus dem Inland wird eine Einkommenssicherung angestrebt. Neben dem Produktionsbereich unterhält YWCA in Dhaka ein Frauenkrankenhaus, eine Grundschule für Slumkinder und eine Bäckerei, die zugleich Ausbildungsbetrieb ist. Jede dieser Einrichtungen wird von einem Komitee geleitet, in dem auch die Beschäftigten vertreten sind. Regelmäßige Betriebsversammlungen tragen dazu bei, Probleme gemeinschaftlich zu lösen und Eigenverantwortung zu entwickeln.
PPA-Kommentar
YWCA leistet neben der Produktion Sozialarbeit in den Slums. Ein wesentlicher Schwerpunkt bei der Arbeit ist die Ausbildung zu Berufen, für die in Bangladesch Bedarf vorhanden ist. Die Bemühungen, Absatzmärkte im eigenen Land zu finden, sind nach unseren Kriterien als sehr positiv einzuschätzen. Auch der Unterhalt eines Frauenkrankenhauses in einem moslemischen Land wird positiv vermerkt. Die Organisationsstruktur der Komitees und das Partizipationsmodell für die Produzentinnen halten wir für problematisch.
(Land: Bangladesch, Projektcode: bd3)


