USHA
Unser Partner USHA
Die Organisation USHA Handicrafts, im Januar 1997 von Entwicklungshelfern gegründet wurde, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Armut in Bangladesch zu bekämpfen und das Leben der Benachteiligten zu verbessern. Im besonderen Fokus steht hierbei die Situation der Frauen. USHA versucht diese Ziele schrittweise umzusetzen, indem sie die Produktion von Kunsthandwerk organisiert und sich um die anschließende Vermarktung kümmert. Den Produzenten soll durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und durch Ausbildung ihrer Fähigkeiten ein regelmäßiges Einkommen für ihre Selbständigkeit im Alltag ermöglicht werden.
Zu den Aufgabenfeldern USHAs gehören Vorbereitungen für die selbständige Bewältigung des Alltags für Jugendliche und junge Frauen, die Unterstützung und Förderung traditioneller Handwerkskunst, die Vermittlung von Marktkenntnissen und Handwerkstechniken, grundlegende Bildung und spezielle Schulungen in den Themenbereichen Hygiene, Umwelt und Gesundheit, die Vergabe von Mikrokrediten, die Durchführung eines Gesundheits- und Vorsorgeprogramms sowie die Verwaltung der Sozialprämie und deren Einsatz für nachhaltige Entwicklungsziele der Gemeinschaft. Die Organisation verkauft ihre Waren ausschließlich an Fair-Handels-Organisationen, etwa 90% davon nach Europa. Seit 1998 ist USHA Mitglied der ifat. Die Preise für die Produkte werden von den Produzenten und USHA gemeinsam festgelegt; Transparenz ist hier ein wichtiger Aspekt.
In der Zeit von 2002 bis 2004 konnten 78 neue Kunsthandwerker als Mitglieder engagiert werden. Der Anteil der weiblichen Mitglieder liegt bei 67,35%. Die von USHA gezahlten Löhne liegen um 28% höher als der offizielle regionale Mindestlohn. Weiterhin wurde ein Vorsorgefonds eingerichtet, in den jedes Jahr ein Teil des Gewinns überwiesen wird. Jeder Arbeiter, der USHA verlässt, bekommt seinen Anteil inklusive der angewachsenen Zinsen ausgezahlt.
Die Produkte
Die Produzenten lassen sich in zwei Gruppen gliedern. Die erste Produzentengruppe besteht aus traditionellen Töpfern. Insgesamt sechs Handwerkergruppen mit insgesamt 127 Mitgliedern stellen die verschiedensten Terrakotta-Gefäße her. Um einen hohen Qualitäts- und Designstandard zu erreichen, hat USHA ein Netzwerk für produktspezifische Trainingsmaßnahmen und eine kontinuierliche Qualitätskontrolle entwickelt. Jeder Auftrag wird mit 50% vorfinanziert. Die zweite Produzentengruppe, bestehend aus knapp 100 Frauen, ist in der Kerzenproduktion, Tonbemalung und Herstellung von Geschenkpapier und Karten beschäftigt.
Die Papierkarten werden von einer Produzentinnengruppe hergestellt, der 30 Frauen angehören.
Die meisten unter ihnen sind Hausfrauen, die ihrer Familie mit dieser Tätigkeit ein zusätzliches Einkommen verschaffen. Alle Frauen haben an einem umfangreichen Trainingsprogramm teilgenommen, das von USHA ins Leben gerufen wurde. Kenntnisse in den Bereichen Design, Materialien, Farbkombinationen sowie Qualität wurden ihnen vermittelt. Die Produzentinnen arbeiten im Wesentlichen im organisationseigenen Produktionscenter, einige von ihnen auch zu Hause. Für die Herstellung der Karten benötigen sie nur sehr wenige Hilfsmittel wie beispielsweise Scheren, Klebstoff, Schablonen, Messer, Bürsten und Pinsel. Ein Mitarbeiter USHAs übernimmt die abschließende Qualitätskontrolle. Die Karten werden einzeln ausgezeichnet und in Folie verpackt, bevor sie in den Versand gehen.
Die Lederwaren werden von zwei Produktionsgruppen (Schafs- und Rindsleder) mit jeweils 25 Mitgliedern in Handarbeit angefertigt. USHA unterstütz die Produzenten durch Rücksprache mit den Handelspartnern bei der Gestaltung des Designs, mit der Ausstattung von grundlegenden Arbeitsmitteln (z. B. Nähmaschinen) für die Basisproduktion, mit Krediten für den Einkauf von Rohstoffen, sowie bei ihrer Aus- und Fortbildung. Das Rindsleder wird bereits gefärbt direkt von den Gerbereien bezogen. Bei dem verwendeten Schafsleder handelt es sich um gegerbtes Naturleder ohne Färbung, das anschließend im Arbeitsprozess per Hand bemalt wird. Es werden u.a. Akten-, Einkaufs- und Frauenhandtaschen, sowie Rucksäcke und Geldbörsen angefertigt. Der Preis wird nach Absprache mit den Produzenten monatlich neu kalkuliert.
Recycling-Glas
Die Geschichte des Glases ist so alt wie die Zivilisation selbst. Seit jeher hat Glas die Menschen fasziniert. und hat seinen Zauber bis heute nicht abgelegt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Glasproduktionstechnologie und unterschiedliche Glasqualitäten sind erfunden worden. Nachdem sich ihm die chemische Zusammensetzung und die molekulare Struktur von Glas offenbart hat, hat der Mensch gelernt, Glas nach seinen eigenen Bedürfnissen herzustellen.
Die funkelnden Farben und Lichtspiele faszinieren den menschlichen Verstand. Neben Gebrauchsgegenständen sind nach und nach auch immer mehr Kunstobjekte wie beispielsweise Kirchenfenster, dekorative Accessoires sowie Schmuck hergestellt worden. Chemiker und Glasproduzenten lernten, hochgradig belastbares Glas herzustellen, das hohen Temperaturen und Erschütterungen Stand hält. Wissenschaftler perfektionierten die Produktionstechnik zur Herstellung von komplett farbfreiem Glas. Ebenso eigneten sie sich die Fähigkeit an, Farbschattierungen und Farbtöne wunschgemäß zu kreieren. Auch das Gravieren und Modellieren dieses einzigartigen Rohstoffs sind eine eigene Kunstformen.
Allgemein gesprochen ist Glas geschmolzener Sand. Ist das Glas bei hohen Temperaturen erhitzt worden, wird es formbar. Durch Blasen mit dem Mund oder mechanischen Geräten kann Glas in diesem Zustand in verschiedenste Formen gebracht werden. Die Kunst der Glasbläserei setzt über lange Zeiträume erworbene Fähigkeit voraus.
Glasflaschen verschiedenster Größe, Form und Farbe, Wassergläser, Wasserkrüge, Glühbirnen und Fensterscheiben sind gängige Glasprodukte dieser Tage. Vieles davon geht aber auch jeden Tag zu Bruch. Die Glasproduktion findet mit einem hohen Energieaufwand statt. Hierbei muss aber in Betracht gezogen werden, dass, auch wenn Glas zu Bruch geht und die Scherben entsorgt werden, der Rohstoff selbst rein erhalten bleibt. Diese Glasbruchstücke werden von Müllsammlern zur Seite gelegt und nach Farben sortiert. Dies gilt auch für gebrauchte Flaschen. Schließlich wird das gesammelte Glas an Flaschenhersteller, Kaminbauer oder Glas- und Krugproduzenten verkauft.
In und um Dhaka, vor allem in Narsingdi, ist aus dem Glas-Recycling eine stetig wachsende Industrie gediehen. Die meisten Fabriken verwenden jedoch kein vorsortiertes Glas für ihre Produktion. In eine dieser Recycling-Glas-Fabriken ist USHA als Anteilseigner eingestiegen. Hier werden rund 300 Männer und Frauen in den verschiedenen Stadien des Produktionsprozesses beschäftigt, wie beispielsweise dem Säubern, Zermahlen, dem Brennen bzw. Bedienen des Ofens. Nach Fertigstellung der Gläser und Krüge werden sie anschließend mit aus Palmblättern geflochtenen Manschetten umhüllt. Der im Wesentlichen manuell ausgeführte Produktionsprozess ist sehr arbeitsaufwändig. Die Kunsthandwerker sind in 3 Schichten von jeweils 6 Stunden beschäftigt. USHA Handicrafts hat den Glasbläsern und anderen Angestellten durch Investitionen erheblich verbesserte Arbeitsbedingungen ermöglicht, zudem werden nun verstärkt Fortbildungen für die Herstellung von Flaschen und Vasen bestimmter Designs durchgeführt. Alle Angestellten haben einen Anspruch auf Urlaub, sowie auf eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und erhalten zwei zusätzliche Monatsgehälter.
(Land: Bangladesch, Projektcode: bd5)


