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Import und Vertrieb fair gehandelter Produkte

PREDA

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PREDA - Trockenfrüchte und Kunsthandwerk von den Philippinen

[@@BILD=255 format=web align=right##] Ca. 100 km nördlich von Manila, an der Westküste der Insel Luzon, liegt Olongapo. Olongapo war ein ganz normales, kleines Fischerdorf, bis die Vereinigten Staaten dort 1947 von den Japanern eine Militärbasis übernahmen und sie zum größten US-Marinestützpunkt in Übersee ausbauten. Subic Bay wurde Hauptarbeitgeber der Region - und das kleine Olongapo Anziehungspunkt für 'Glücksritter' aus dem näheren und weiteren Umland. Einkaufszentren, Souvenirshops und Discotheken schossen aus dem Boden, das Rotlicht-Gewerbe boomte, und mit über 16.000 registrierten Prostituierten fand schließlich auch der Sextourismus ein lockendes Ziel. Der (un)menschliche Ausverkauf jedoch blieb nicht ohne Folgen: Dem anhaltenden körperlichen und seelischen Druck versuchten viele mit Drogen zu entfliehen. Die Zahl der Abhängigen stieg drastisch an, die meisten von ihnen Prostituierte, viele noch im Kindesalter. Mit der Ausbreitung von AIDS kam ein weiteres Problem hinzu, da weder medizinische noch psychische Betreuung gegeben war.


Therapie und Rehabilitation

[@@BILD=256 format=web align=left##] In dieser Situation gründeten ein irischer Priester und ein philippinisches Ehepaar 1972 die People’s Recovery Empowerment Development Assistance. PREDA kümmert sich seitdem um soziale Randgruppen wie Drogenkranke, Prostituierte, AIDS-Infizierte und Straßenkinder. 12 Festangestellte und 36 freiwillige Helferinnen bilden derzeit das Team, dessen Wirkungskreis inzwischen weit über Olongapo hinausreicht. Zum Therapie- und Rehabilitationsprogramm von PREDA gehört auch die handwerkliche Ausbildung, denn erst wirtschaftliche Unabhängigkeit schafft die Voraussetzungen für eine soziale Wiedereingliederung. Kernstück des Handwerksbereichs ist die Herstellung von burri-Möbeln (ein Rattan-Ersatz), neuere Zweige sind Schmuck und Lebensmittelverarbeitung. Die meisten Gruppen arbeiten im Familienverbund oder auf kooperativer Basis in eigenen kleinen Werkstätten. PREDA vermarktet die Produkte über alternative Handelsorganisationen und kann so ein stabiles Einkommen gewährleisten. Gleichzeitig werden die Gruppen dazu ermutigt, das Stück Land, auf dem sie sich niedergelassen haben, rechtmäßig zu erwerben - häufig sind die Besitzverhältnisse völlig unklar, und die Menschen laufen Gefahr, eines Tages von ihrem Stück Land vertrieben zu werden.


Straßenkinder

[@@BILD=257 format=web align=right##] Sehr gezielt widmet sich PREDA auch der Betreuung von Straßenkindern. Seit 1989 gibt es ein eigenes Haus mit Garten, Spielplatz und einigen Tieren, das allen Kindern jederzeit offen steht. Ohne jeden Zwang haben sie hier die Chance, allmählich in ein kindgerechtes Leben hineinzuwachsen. Der Besuch einer öffentlichen Schule wird übrigens gerne und mit Stolz absolviert: Die Kinder sind froh, endlich so sein zu können wie alle anderen. Rund 25 Kinder sind dauerhaft anzutreffen, zu weiteren 50 besteht regelmäßiger Kontakt über die SozialarbeiterInnen. Die psychologische Betreuung ist besonders wichtig, da viele der Straßenkinder traumatische Erlebnisse - Gewalt, sexueller Mißbrauch, Verfolgung - durchlitten haben. Aus diesem Grund sind auch die Eltern und Familien, sofern möglich, in das Rehabilitationsprogramm einbezogen.


Ländliche Entwicklung

Neben den lokalen Aktivitäten gibt es auch Programme zur Förderung ländlicher Produktionsgemeinschaften. PREDA versucht, die ProduzentInnen beim Aufbau kooperativer Strukturen zu unterstützen und steht ihnen bei der Produktentwickung und Vermarktung zur Seite. Dies gilt für den handwerklichen Bereich ebenso wie für den landwirtschaftlichen. So gelang es z.B. den Mango-Farmern aus Zambales mit PREDAs Hilfe, die Händler-Mafia auszuschalten: Die Aufkäufer nämlich stehen für gewöhnlich im Dienst der mächtigen Plantagenbesitzer, die auch Weiterverarbeitung und Export kontrollieren. Unter dem Vorwand, die Früchte seien von minderer Qualität, drücken sie die Preise auf ein Minimum herab - wer nicht verkaufen will, muß sehen, wo er bleibt. PREDA half den Kleinbauern, sich zu organisieren und vermittelte den Kontakt zu einer Verarbeitungsanlage, die die Mangos zu einem festgesetzten Preis abnimmt. Diese Alternative setzt der Monopolstellung der Zwischenhändler ein Ende.


Soziales und politisches Engagement

[@@BILD=258 format=web align=left##] Inzwischen ist Olongapo wieder zu einem unbedeutenden Flecken auf der Landkarte geworden. Ende 1992 haben die US-Amerikaner Subic Bay geräumt, die Probleme allerdings sind damit nicht aus der Welt: Der Großteil der Bevölkerung, der sich völlig auf die amerikanische Kundschaft und den amerikanischen Lebensstil eingestellt hatte, kommt mit den veränderten Bedingungen nicht zurecht. Der gesamte 'Dienstleistungssektor' ist plötzlich verödet, und wirtschaftliche Alternativen wurden über die Jagd nach dem schnellen Dollar völlig vernachlässigt. Auf PREDA, die sich über Jahre hinweg für die Schließung der Marinebasis stark gemacht haben, kommen damit neue Aufgaben zu. So soll nun die Sozialarbeit mit den Betroffenen intensiviert werden, um neue Perspektiven zu entwickeln. Ein anderer, wichtiger Kampf läuft bereits, der Prozeß um die Rechte der philippinisch-amerikanischen Sprößlinge: Die US Navy soll das 'Erbe' der Marines anerkennen und Unterhaltszahlungen für die rund 8.600 Jungen und Mädchen leisten, die auf den Philippinen zurückgelassen wurden.


Wiederaufforstung

Die meisten Wiederaufforstungsprojekte von PREDA und die An- pflanzung von Mangos durch Bauern, die von PREDA Kooperativen unterstützt werden, befinden sich jeweils in einer Hügel- landschaft, wo über einen langen Zeitraum abgeholzt wurde und die in der Provinz Zambales und auf Cebu gelegen sind. Auf den Philippinen gibt es ein Verbot für selektiven Holzeinschlag, dessen Einhaltung aber nicht durchgesetzt wird. Ein totales Verbot von Abholzung wird noch vom Kongreß beraten.


Mangos von PREDA

Das Projekt (Farm Gate to Factory Gate) 'Von Tor zu Tor' soll Mango-Anbauern helfen, sich zusammenzuschließen, um aus der Abhängigkeit von Kartellen oder Zwischenhändlern herauszukommen. Die Mangos kommen von verschiedenen Kooperativen und Kleinbauernverbänden und werden in einer Fabrik in Zentral-Luzon zu Trockenfrüchten weiterverarbeitet. PREDA hat der Fabrik auferlegt, nur Früchte von Bauern und Kooperativen zu kaufen, die von PREDA empfohlen werden. Zudem muß die Fabrik die am Markt gültigen Preise direkt an die Bauern zahlen, um so den Zwischenhandel auszuschalten. Neben dieser Vermittlungstätigkeit bietet PREDA den Erzeugern günstige Produktionsdarlehen und leistet technische Hilfe, z.B. bei Methoden des chemiefreien Anbaus von Mangos. Um sich an dem Projekt zu beteiligen, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Kein Alleinerzeuger mit mehr als 100 Bäumen kann sich an dem Projekt beteiligen. Alle Erzeuger des Projektes müssen zusammenarbeiten, um die Bewässerung, Ernte und den Transport zur weiterverarbeitenden Fabrik im allseitigen Interesse zu koordinieren. Die Verbände verpflichten sich, die Darlehen an die Produzenten weiterzugeben und für bestimmungsgemäße Verwendung und pünktliche Rückzahlung zu sorgen. Neben der organisierten Vermarktung sieht das Projekt folgende Maßnahmen vor: Ermittlung der Nachfrage, Das Erlernen sorgfältiger Verhüllungsmethoden zum Schutz der Frucht anstelle des Einsatzes von Insektiziden, Unterstützung bei Maßnahmen zur Bewässerung, zur Ernte, der Vermarktung und der Umlage von Transportkosten, Gründung einer eigenen Pflanzenaufzucht und das Anpflanzen von Mangobäumen auf erodierten Flächen. PREDA plant auch Beregnungsanlagen bereitzustellen, die auf der Basis eines einfachen Rückzahlungs-/Beteiligungssystems von allen Bauern genutzt werden können. Dabei soll die Koordination der einzelnen Verbände dazu beitragen, die verschiedenen Maßnahmen effizienter und zum größtmöglichen Nutzen aller zu gestalten. Gegenwärtig gewährt PREDA ungefähr 16 Erzeugergruppen zinslose Produktionsdarlehen, gleichzeitig werden 50% Vorschuß auf die Weiterverarbeitungskosten der Mangos gezahlt.

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PPA-Kommentar

Auffallend positiv erscheint uns das politische Engagement PREDAs. PREDA arbeitet gemeinsam mit den Gruppen im eigenen Land. Die Verbindung zwischen den Aufgaben einer Vermarktungsorganisation, der Entwicklung von Produkten und der Förderung der Gruppen und der politischen Vor-Ort-Arbeit ist hervorragend. Dies wird u.a. dadurch erreicht, daß PREDA bei der Vermarktung nur mit solchen Gruppen zusammenarbeitet, die diesen Kontext erfüllen. 

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(Land: Philippinen, Projektcode: ph8)

 

 

 


 
     
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