Union PROAGRO
Union PROAGRO
Bio-Kaffee statt Coca
In vielen südamerikanischen Ländern war Kaffee lange Zeit ein wichtiges Exportprodukt. Durch die lang anhaltende Kaffeekrise haben jedoch viele Kleinbauern ihre Kaffeepflanzungen aufgegeben und sich stattdessen dem Koka- oder Mohnanbau zugewandt, da dieser weitaus lukrativere und zuverlässigere Einnahmequellen bietet.
Union PROAGRO ist ein Zusammenschluss von aus der Andenregion stammenden Aymaras und Quechuas, die sich mit dem Anbau von Bio-Kaffee eine Alternative zum Drogengeschäft erarbeiten. Die Kooperative berät und gibt technische Assistenz bei Produktionsfragen und sorgt für eine gemeinsame Vermarktung des Bio-Kaffees.
Unser Partner Union PROAGRO
Die Mitglieder der Kleinbauerngemeinschaft PROAGRO sind in der bolivianischen Provinz Carnavi, am Rande eines Drogenanbaugebietes in Nor Yungas, zu Hause. Insgesamt 210 Kaffeebauern, davon 46 Frauen, aus 11 Dorfgemeinschaften gehören dem Zusammenschluss an. In Caranavi liegt ebenfalls das Büro PROAGROs, in dem zwölf Mitglieder für die Verwaltungsarbeit beschäftig werden. Darunter sind ebenfalls Kinder von Bauern, die zweite Generation von Mitgliedern der Kooperative also. Die Pflanzungen liegen in drei verschiedenen Klimazonen auf einer Höhe von 800 bis 1.600 m. Die Kaffeeernte erfolgt je nach Zone zwischen März und September.
Der Arabica-Kaffee wird unter ökologischen Gesichtspunkten ohne chemischen Dünger oder Pestizide angebaut. Um den Boden vor Erosion zu schützen, werden Terrassen angelegt und mit Bodendeckern eingegrenzt. Organischer Dünger, wie Kompost, erhält und fördert die Bodenfruchtbarkeit, spezielle Pflanzen regulieren den Stickstoffkreislauf. Kaffeekrankheiten werden mit biologischen Methoden (Pilzen, Wespen, pflanzlichen Präparaten) bekämpft, und Schattenbäume und Beikräuter bilden in Mischkultur ein gesundes Ökosystem. Der Beschnitt der Schattenbäume kann als Brennholz verwendet werden, aus der Pulpe – dem Fruchtfleisch der Kaffeekirschen – wird Kompost hergestellt. Die ergänzend betriebene Kleintierhaltung sorgt ebenfalls für natürlichen Dünger und stellt zugleich die Subsistenzwirtschaft sicher. Auch bei der Verarbeitung des Kaffees wurde auf die Anschaffung teurer technischer Geräte verzichtet; die Kleinbauern verarbeiten ihren Kaffee auf den Fincas auf traditionelle und ökologische Weise. In einfach konstruierten, handbetriebenen Schälmaschinen werden die Kaffeekirschen von der fleischigen Schale befreit. Die Trocknung erfolgt anschließend auf hochgestellten Drahtgeflechten. Der Rohkaffee wird nun von Caranavi aus rund sechs Stunden lang mit LKW nach El Alto bei La Paz gebracht und dort in der organisationseigenen Anlage für den Export vorbereitet.
Die Situation der Bauern und ihrer Familien, die einst aus dem Hochland zugewandert sind, ist häufig durch extreme Armut gezeichnet. Durch das Projekt sollen ihnen die Möglichkeiten eines legalen Anbaus aufgezeigt werden. Daneben wird eine ganzheitliche Landwirtschaft unter ökologischen Gesichtspunkten gefördert: Aufbau und Erhalt der Subsistenzwirtschaft, ein vielfältiger und abwechslungsreicher Anbau sowie Tierhaltung. Damit werden die Bauern vor der Abhängigkeit von Drogenhändlern bewahrt. Verglichen mit dem Drogengeschäft sind die Einkünfte aus dem Kaffeeanbau jedoch sehr bescheiden. Vor diesem Hintergrund ist ein langfristiger Exportpartner besonders wichtig.
Über ihren Kooperativenzuschlag von EL PUENTE will Union PROAGRO auf lange Sicht neue Häuser für die Produzenten, den Bau einer Schule sowie Gesundheitsmaßnahmen für die Mitglieder finanzieren. Derzeit entsteht eine neue, zentrale Weiterverarbeitungsanlage und die Kooperative sorgt für ein regelmäßiges Schulfrühstück und Lehrmaterialien für die Kinder. Auch eine Beteiligung am Ausbau der Straße nach La Paz ist geplant, um den Weitertransport schneller und sicherer zu gestalten.
Der Bio-Kaffee
Die Pflanzungen liegen auf einer Höhe von 800 bis 1.600 m. Der Arábica-Kaffee wird unter ökologischen Gesichtspunkten ohne chemischen Dünger oder Pestizide angebaut. Auch bei der Verarbeitung des Kaffees wurde auf die Anschaffung teurer technischer Geräte verzichtet; der Kaffee wird auf den Fincas in traditioneller und ökologischer Weise verarbeitet. In einfach konstruierten, handbetriebenen Despulpadores (Schälmaschinen) werden die Kaffeekirschen von der fleischigen Schale befreit, anschließend erfolgt die Trocknung auf hochgestellten Drahtgeflechten. In jeder Gruppe gibt es nicht nur einen Präsidenten und einen Geschäftsführer, sondern ebenfalls einen Beauftragten für Qualitätssicherung, der den abzuliefernden Rohkaffee bereits vor dem Versand kontrolliert. Der Kaffee wird zentral über die Kooperative vermarktet.
Die Kräuter
Die Kleinbauerngemeinschaft PROAGRO (UNIÓN DE PRODUCTORES AGROPECUARIOS) ist ein Zusammenschluss aus 10 Produzentengruppen mit insgesamt 210 Mitgliedern, davon 46 Frauen. Die Mitglieder der Union sind südamerikanische Ureinwohner, die aus dem Hochplateau der Anden stammen. Die Aymará und Quechua sind hauptsächlich in den 70er Jahren aus den Andenregionen der Departments La Paz, Potosí und Oruro weggezogen und haben sich in den heißen Talniederungen der Anden, den Yungas, angesiedelt. Die Kooperative Union Proagro befindet sich in der bolivianischen Provinz Carnavi, am Rande eines Drogenanbaugebietes in den Nor Yungas. Bei Gründung hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, den Kleinproduzenten der Umgebung den Anbau von Kaffee als Alternative zum Kokaanbau näher zu bringen.
Einige Frauen der Comunidad 7 Estrellas haben sich zu einer Produktionsgemeinschaft für getrocknete Kräuter zusammengeschlossen. Die Frauen bauen verschiedene Küchenkräuter nach biologischen Kriterien an. In einem Gebäude, das als zentrale Sammelstelle dient, werden die angelieferten Kräuter in der Sonne oder im Haus fachgerecht getrocknet. Auch diese Produzentinnen erhalten Unterstützung der NGO, beispielsweise in Form von Weiterbildungen. EL PUENTE hat diese hochwertigen Kräuter in das neue Sortiment aufgenommen und bietet ab sofort reinen Bio-Kräutertee sowie leckere Bio-Kräuterteemischungen an.
PPA-Kommentar
Die Union PROAGRO als ein Zusammenschluss indigener Kleinbauern, in der eine Mitbestimmung aller Mitglieder gewährleistet ist, hat begonnen Hochland-Kaffee im Bio-Anbau zu produzieren. Durch die Zusammenarbeit mit EL PUENTE soll ein kontinuierlicher Aufbau der Union PROAGRO unterstützt werden.
(Land: Bolivien, Projektcode: bo3)


