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Import und Vertrieb fair gehandelter Produkte

Projektpartner | Malaysia

Geschichte und Politik

Malaysia gehört mit seinen riesigen Flächen unberührter Regenwälder zusammen mit anderen äquatorialen Staaten wie beispielsweise Indonesien zur grünen Lunge Asiens. In seinen heutigen Grenzen existiert das Land erst seit 1965, als sich der Stadtstaat Singapur abspaltete und selbstständig machte. Landschaftlich und kulturell hat der Vielvölkerstaat viel zu bieten und die herzliche Gastfreundschaft der Menschen ist weithin bekannt. Die Nationalblume Malaysias ist der Hibiskus, welcher überall im Land üppig wächst und somit zum Symbol des Staates selbst geworden ist.

Mit zunehmendem Handel zwischen Indien und China begann sich die Region des heutigen Malaysia im 10. Jh. zu einem der größten Handelszentren Südostasiens zu entwickeln. Grund hierfür war damals die Lage der malaiischen Staaten an der Wasserstraße von Malakka, die auch noch heute zu den bedeutendsten Routen der internationalen Schifffahrt zählt. Die ersten malaiischen Königreiche entstanden durch die im 10. Jh. aufblühenden Häfen. Im 14. Jh. eroberte der Islam die Region und kurz darauf wurde das Sultanat Malakka gegründet. Der Ruhm dieses Sultanats war auf seinen Reichtum zurückzuführen und erreichte schließlich die künftigen Kolonialherrscher, so dass das Sultanat Malakka zum Zentrum der Kolonialisierung durch Portugal und England wurde. 1826 gründete England die Straits Settlements, Kronkolonien der Britischen Ostindien-Kompanie in Südostasien, die eine große strategische Bedeutung innehatten. Schrittweise gewann England so die Kontrolle über die restliche Halbinsel. Auch das Sultanat Malakka fiel 1824 in britischen Besitz. In den darauf folgenden Jahrzehnten wurde die Politik der Briten gegenüber den malaiischen Staaten immer aggressiver. 1896 schließlich führte man vier Sultanate als Föderierte Malaiische Staaten zusammen. In diesem Konstrukt waren sie durch den Kommissar von Singapur, der gleichzeitig Gouverneur der Straits Settlements war, direkt der Krone unterstellt. Die nördlichen Staaten des heutigen Malaysias befanden sich bis 1909 unter der Kontrolle von Thailand, das heutige Sabah im Norden Borneos war britisches Protektorat. Das große Waldgebiet Sarawaks hingegen gab der Sultan von Brunei als Lehen an eine britische Familie, die es fast ein Jahrhundert lang als Weiße Rajas regierte.
Im Zweiten Weltkrieg besetzte Japan zeitweise das heutige Malaysia. Damals wuchs das Unabhängigkeitsbestreben in der Bevölkerung, doch erst 1957 gelang es, sich von der europäischen Kolonialmacht Großbritannien endgültig loszusagen. In diesem Jahr erlangte die Föderation Malaya erstmals die Unabhängigkeit, die heute am 31. August (Nationalfeiertag) gefeiert wird. Bereits 1963 wurde die neue Föderation Malaysia gegründet, der zusätzlich zu den Staaten der Halbinsel die britische Kronkolonie Singapur sowie die Protektorate Nordborneo (heute Sabah) und Sarawak angehörten. 1965 entstand mit dem Ausscheiden Singapurs schließlich das heutige Malaysia.

Die Hauptstadt Malaysias ist das Handels- und Finanzzentrum Kuala Lumpur auf dem Festland. Die Stadt beherbergt 1,7 Mio. Einwohner, in ihrem Umland leben 6,5 Mio. Menschen. Zum Regierungssitz hat sich über die Jahre das Verwaltungszentrum des Staates, die Stadt Putrajaya, entwickelt. Insgesamt 13 Bundesstaaten, darunter sieben Sultanate, gehören zu Malaysia sowie die drei Bundesterritorien Kuala Lumpur, Putrjaya und die Insel Labuan.

Malaysia ist eine der letzten Wahlmonarchien der Erde. Repräsentatives Staatsoberhaupt ist seit 2006 Sultan Mizan Zainal Abidi König von Malaysia. Neun Erbherrscher wählen den König auf der „Conference of Rulers“ nach dem Rotationsprinzip aus ihren Reihen; ihre Amtszeit beträgt fünf Jahre. Der parlamentarische Regierungschef ist der malaysische Premierminister. Es besteht ein Zweikammerparlament aus Senat und Abgeordnetenhaus. Seit 1973 regiert das Bündnis Barisan Nasional (Nationale Front, BN), eine Koalition von 13 Parteien. Erstmalig in fast vier Jahrzehnten büßte die BN bei den Wahlen im März 2008 mit 51,1% der Stimmen ihre für Verfassungsänderungen benötigte Zweidrittelmehrheit ein.

Fortwährende ethnisch-religiös motivierte Unruhen gründen im Wesentlichen auf der verfassungsmäßig verankerten malaiischen Vorherrschaft gegenüber Indern und Chinesen, einhergehend mit einer schleichenden Islamisierung des Staates. Insbesondere im Zuge der New Economic Policy, einem kontrovers diskutierten Gleichstellungsprogramm der Regierung in den 70er und 80er Jahren, wurden zunehmend islamisch geprägte Gesetze verabschiedet. Nicht-Malaien fühlen sich durch deren Auswirkungen bis heute häufig zu Staatsbürgern zweiter Klasse degradiert. Erst der seit April 2009 amtierende Premier Najib Tun Razak kündigte unter dem Druck rückläufiger ausländischer Investitionen Reformen sowie eine Überprüfung der institutionalisierten Bevorzugung von Malaien an. Eine vollständige Abkehr davon schließt er jedoch aus.

Verschiedene Verfügungen der Regierung nehmen erheblichen Einfluss auf eine faktisch somit nicht bestehende Pressefreiheit. „Sicherheitsgefährdende“ sowie „sensible“ Themen dürfen nicht publiziert oder öffentlich diskutiert werden. Die Presse ist in ihren Möglichkeiten, das Tagesgeschehen zu reflektieren demnach stark eingeschränkt. Publizieren darf zudem nur, wer eine gültige Lizenz besitzt, die jährlich seitens der Regierung erneuert werden muss.

Ein weiterer Aspekt internationaler Kritiker des Staates Malaysia ist der Internal Security Act (ISA), das Gesetz zur Inneren Sicherheit. Einst als Anti-Terror-Gesetz kommuniziert, billigt es Inhaftierungen ohne Gerichtsverhandlung zur Wahrung des „inneren Friedens“. Trotz verschiedener Revisionsankündigungen hat es bis heute Gültigkeit; auch der 1998 gegründeten Reformbewegung Reformasi gelang die Abschaffung des ISA bislang nicht. In ihren Protesten verurteilen zahlreiche Menschenrechtsorganisationen die Regierung Malaysias, die unter der Berufung auf den ISA oppositionelle Parteiangehörige, Journalisten, Internet-Aktivisten uvm. festnimmt und auf unbestimmte Zeit inhaftiert.



 

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Wirtschaft und Soziales

Malaysia wird als Schwellenland eingestuft und zählt zu den am weitesten entwickelten Staaten Südostasiens. Die Währung Malaysias ist der Ringgit (z. Zt. 1 € = 4,3 MYR). In den vergangenen Jahren ist ein anhaltender wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen. Ein kurzer Einbruch nach der Finanzkrise 2008 konnte 2010 mit einem umso stärkeren Wirtschaftswachstum wieder ausgeglichen werden. Malaysia ist ein exportorientiertes Land, zu dessen wichtigsten Partnern China, Singapur, die USA und Japan gehören. Allerdings erreicht der wirtschaftliche Erfolg nicht alle Landesteile: Die Provinzen Sarawak und Sabah, die weit ab vom malaysischen Festland auf der Insel Borneo liegen, profitieren bisher kaum.

Die Regierung steuert die Marktwirtschaft über 5-Jahrespläne, aktuell läuft der 10. Malaysische Plan noch bis zum Jahr 2015. Dieser legt einen Schwerpunkt auf den Ausbau der Wissensgesellschaft sowie auf eine Stärkung des Dienstleistungssektors. Die Umsetzung des Plans erfolgt insbesondere über von der Regierung finanzierte Qualifizierungsmaßnahmen für einkommensschwache Bevölkerungsschichten. Ziel ist es, Malaysia bis 2015 zu einem Land mit hohem Einkommen zu entwickeln. Die ersten Erfolge lassen sich bereits belegen: Die Anzahl der unterhalb der Armutsgrenze lebenden Bevölkerung, ist bereits gesunken. Der Dienstleistungssektor hat heute einen Anteil von knapp 50% am BIP, gefolgt von der Industrie mit rund 42% sowie einem kontinuierlich abnehmenden Anteil der Landwirtschaft. Hier sind als wichtigste Produkte Palmöl, Kakao, Gummi, Kokosnüsse, Holz und Reis zu nennen. Die offizielle Arbeitslosenquote ist mit 3,2% sehr gering.

Besonders die beiden Provinzen im Norden Borneos, Sarawak und Sabah, sind in ihrer vom Festland abgeschiedenen Lage wirtschaftlich benachteiligt. Beide Landesteile leben hauptsächlich von der Abholzung und dem Export der noch vorhandenen Tropenhölzer sowie von den Ölpalmplantagen; eine weitere wichtige Einkommensquelle ist der Tourismus. Industrielle Produktion gibt es in beiden Provinzen kaum, so dass viele Einheimische auf das malaysische Festland migrieren, um dort Arbeit zu finden. Mit Sorge betrachtet vor allem die indigene Bevölkerung derzeit den Bau einer Erdgaspipeline, die auf 522 km quer durch den nördlichen Teil Borneos gebaut wird und 2013 in Betrieb genommen werden soll.

Bevölkerung

Im Vielvölkerstaat Malaysia leben insgesamt rund 28 Mio. Einwohner, wovon 50% Malaien sind, 24% Chinesen, 11% weitere indigene Volksgruppen, 7% Inder und 8% Sonstige. Knapp 30% der Malaysier sind unter 15 Jahre alt. Die Amtssprache ist Malaiisch, doch wird aufgrund der langen britischen Kolonialgeschichte häufig das Englische in der Schriftsprache offizieller Dokumente verwandt. Für viele Malaysier ist Englisch die Zweitsprache, die dort mit starkem Dialekt gesprochen und „Manglish“ genannt wird. Dazu kommt eine bunte Vielfalt indigener Sprachen, deren wichtigste die der Volksgruppen Iban und Kadazan in Ost-Malaysia sind.
Die Staatsreligion ist der Islam, zu dem sich 60% der Bevölkerung bekennen. Laut Verfassung sind alle Malaien bereits von Geburt an Muslime. Sich vom Islam abzukehren, ist nach gültigem Religionsrecht ein mühsamer Weg. Religionsfreiheit besteht demnach nur indirekt. Die Mehrheit der in Malaysia lebenden Chinesen sind Buddhisten (20%), dem christlichen Glauben gehören 9% der Bevölkerung an und rund 6% sind Hindus.
Der größere Landesteil im Norden Borneos, etwa 60% der Gesamtfläche, beherbergt nur 5 Mio. Malaysier, während knappe 80% der Bevölkerung auf dem Festland leben, 1,7 Mio. davon in der Hauptstadt Kuala Lumpur.

Die indigenen Völker

Insbesondere auf Borneo in Ost-Malaysia stellen indigene Völker, die ethnisch keine Malaien sind, die Mehrheit der Bevölkerung. In Sarawak werden die verschiedenen Gruppen mit dem Sammelbegriff „Dayak“ bezeichnet; dazu gehören beispielsweise die Iban, die Bidayuh und die Penan. In Sabah leben vor allem die Murut und die Kadazan. Auch auf dem Festland gibt es eine kleinere Anzahl indigener Völker, die dort „Orang Asli“ heißen, der malaiische Begriff für Ureinwohner.
Die noch ursprünglich lebende indigene Bevölkerung Malaysias ist stark bedroht. Holzeinschlag, Zwangsumsiedlungen und Plantagenprojekte hinterlassen entwurzelte Gemeinschaften ohne Land, Jagdgründe und Traditionen. Vor allem der Name der Penan wird den meisten aktiven Umweltschützern ein Begriff sein. Das Volk gelangte Mitte der 90er Jahre zu trauriger Berühmtheit, als seine bereits seit den 70er Jahren andauernden Proteste und Straßenblockaden endlich internationale Beachtung fanden. Ihr Kampf gegen die großen Holzfällerfirmen wurde viele Jahre lang vom schweizer Hobby-Ethnologen Bruno Manser begleitet. Dieser lebte Mitte der 80er Jahre lange Zeit mit den Penan und machte sich schließlich zu ihrem Sprachrohr. Manser vermittelte dem schreib- und leseunkundigen Volk, was Zeitungen berichteten und Gesetze und Regierungsverfügungen beinhalteten. Er verschaffte der indigenen Bevölkerung mit ihren Belangen darüber hinaus Gehör bei NGOs auf internationaler Ebene. Der Regierung Malaysias war der Aktivist ein Dorn im Auge und sie verwies ihn des Landes. Die von Bruno Manser in der Schweiz gegründete Stiftung zur Unterstützung indigener Völker spricht von einem Kopfgeld, das auf ihn ausgesetzt worden sei. Bei seinem letzten Versuch, die Penan illegal von Indonesien aus über die grüne Grenze zu erreichen, blieb Bruno Manser im Regenwald verschollen. Verschiedene wochenlange Suchaktionen der Penan und seiner Familie brachten keinen Erfolg.

Frauen in Malaysia

Der Bildungsstandard von Frauen in Malaysia ist sehr hoch. An den Universitäten gibt es viele Studentinnen und auch in der Politik steigt der Frauenanteil. Seitens der Regierung wird dem Rechnung getragen: 2011 führte das Bündnis erstmalig eine Frauenquote von 30% für das höhere Management von Firmen ein, die bis 2016 erreicht werden muss. Derzeit liegt sie in der Wirtschaft bei rund 8%. Bereits im Jahr 2004 wurde eine Frauenquote für den öffentlichen Dienst bestimmt. In der Folge erhöhte sich der der Anteil der weiblichen Beschäftigten im gehobenen Dienst von 19 auf 32%.
Die starke Verflechtung von Religion und Politik erschwert jedoch die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Insbesondere Frauen aus der Stadt zählen zum Bildungsbürgertum und können weitreichende Freiheiten in Bezug auf ihren Lebensstil in Anspruch nehmen, während Frauen, die in traditionellen Dorfgemeinschaften auf dem Land leben, weniger Möglichkeiten offen stehen. Der wachsende Einfluss, den der Islam auf die Gesetze des Landes nimmt, wirkt sich entsprechend seit vielen Jahren ebenfalls auf die Stellung der Frau aus. So gehören Gewalt in der Ehe oder auch die offizielle Prügelstrafe für Frauen, von nationalen sowie internationalen Menschen- und Frauenrechtsorganisationen heftig kritisiert, noch immer zum Alltag.


Soziales & Bildung

Zwischen dem 6. und dem 16. Lebensjahr besteht in Malaysia Schulpflicht. Öffentliche Schulen sind dabei bis zum 18. Lebensjahr gebührenfrei. Darüber hinaus existiert eine Vielzahl privater Schulen, die häufig von einzelnen ethnischen Minderheiten betrieben werden, sowie auch islamische Schulen. An manchen staatlichen Grund- und weiterführenden Schulen gibt es ebenfalls Unterricht in den Muttersprachen einiger ethnischer Minderheiten, wie beispielsweise im Chinesischen. Seit 2003 werden Naturwissenschaften auf Englisch unterrichtet, um in den anschließenden Studiengängen international konkurrenzfähiger zu werden. Die Zulassung zum Studium erwirbt man mit dem Bestehen einer Prüfung nach 13 Schuljahren. Außerdem stehen Schulabgängern berufliche oder technische Sekundarschulen zur Verfügung. Rund 90% der über 15-Jährigen können lesen und schreiben.

 

2012 steht Malaysia im Fokus des Weltgebetstags der Frauen, der das Motto "Steht auf für Gerechtigkeit" trägt.
Zu diesem Anlass hat EL PUENTE ein neues Produktsortiment entwickelt, das die kulturelle und kulinarische Vielfalt des Landes widerspiegelt. Die Produkte sind seit Januar 2012 erhältlich.
 

PDF-Icon Download der Länderinfos

(Stand: Dezember 2011)  

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