ASHA
Unser Partner ASHA
Die ASHA Handicraft Association ist eine alternative Vermarktungs- und Exportorganisation. Anfang der 70er Jahre entstand die Idee, die 1975 realisiert werden konnte: Durch den Zusammenschluss mehrerer christlicher Organisationen wurde bei einem Treffen in Neu Delhi das Vorhaben definiert, das später ASHA - Hoffnung - heißen würde. Die Firma selbst hat ihren Sitz in Mumbai und beschäftigt 33 Mitarbeiter in Verarbeitung, Lager, Verwaltung und Management. Insgesamt arbeiten derzeit etwa 500 Kunsthandwerker, davon ein Drittel Frauen, in 50 Produzentengruppen, über ganz Indien verstreut, für die Organisation. Zu Spitzenproduktionszeiten erhöht sich die Zahl der Mitarbeiter auf das Vierfache. Es wird 5-6 Tage die Woche Vollzeit gearbeitet. Die Löhne der Kunsthandwerker liegen im Durchschnitt ca. 10-20% über den lokalen Löhnen. Die Angestellten der Handicraft Association nehmen am Rentenprogramm der Regierung teil und sind sozial abgesichert. Ziele der gemeinnützigen Organisation sind vor allem die Unterstützung der Produzenten in Designfragen und in der Vermarktung. Des Weiteren werden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten und wohltätige Projekte initiiert. Der Gewinn der Organisation wird ausschließlich zur Umsetzung ihrer Ziele verwendet.
Produzent Schmuck
Ram Prasad Patwa stammt aus einem kleinem Dorf im Distrikt Uttah Pradesh. Sein Vater verdiente den Lebensunterhalt der Familie als Bauer. Ram Prasad beendete die High School und folgte seinem älteren Bruder nach Mumbai. Hier begann er, Schmuck herzustellen und zu verkaufen und gründete etwa 4 Jahre später sein eigenes kleines Unternehmen.
Seit 1989 arbeitet Ram Prasad mit der Organisation ASHA zusammen. Seitdem ist sein Umsatz stetig gestiegen und er kann heute 7 Kunsthandwerker beschäftigen. Seine Mitarbeiter erhalten finanzielle Unterstützung im Krankheitsfall und bei Bedarf auch Vorschüsse auf ihre Produktion. Vor kurzem war es den Produzenten möglich, ihre Werkstatt in eine geräumige Zweiraumwohnung zu verlegen, wo sie nun genügend Platz und Licht für die Arbeit haben.
Produzent Reiseschach
“Asha Handicrafts ist auch für das Schulgeld einer meiner Enkeltöchter aufgekommen, das es uns ermöglicht hat, sie auf eine Englische Schule zu schicken”.
Pralhad Kumavat arbeitet seit über 40 Jahren für Ashoka Arts und hat sich im Laufe der Zeit auf das Schnitzen von Schachfiguren spezialisiert. 1980 hat er angefangen, seinem Sohn Radheshyam die Kunst des Schnitzens weiterzugeben.
Heute ist Pralhad über 60 Jahre alt und arbeitet nach wie vor mit seinen Händen. Radheshyam hat mittlerweile die Verantwortung für das Geschäft übernommen. Gemeinsam arbeiten sie sehr hart, benötigen jedoch die Unterstützung von sechs weiteren Kunsthandwerkern, um größere Bestellungen fristgerecht fertig zu stellen.
Das Holz, das zum Schnitzen solch komplexer Figuren verwendet wird, nennt sich Kadamb-Holz und ist in Rajasthan leicht verfügbar. Kadamb-Holz ist für diese Arbeiten besser geeignet als Sesham-Holz.
Im Jahr 2000 hat Pralhad erstmalig von Asha Handicrafts gehört. Seit damals produziert er für die Organisation und steht in ständigem Kontakt zu den Mitarbeitern Ashas, die ihn regelmäßig besuchen.
Papads von Sneh Samruddhi
Sneh Samruddhi (Gedeihen durch Freundschaft) gehört zu unserem Projektpartner ASHA. Ihr Hauptsitz liegt in Devrukh, eine Stadt in der Nähe der Westküste Indiens, die sich etwa 400 km südlich von Mumbai befindet.
Sneh Samruddhi ist eine Nichtregierungs-Organisation (NGO), die sich seit 1993 in der Region Maharastra für die Verbesserung der Situation der Frauen einsetzt. Vor allem auf dem Land werden die Frauen dazu ermutigt, sich zusammenzuschließen und Selbsthilfegruppen zu bilden. Sneh Samruddhi führt Gesundheitskampagnen und Rechtsberatungen durch, sorgt für Trainings- und Bildungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Entwicklungsagenturen und der Regierung. Heute sind 196 Gruppen mit etwa 2.500 Frauen Mitglieder der Organisation.
Ins Leben gerufen wurde Sneh Samruddhi von Shradha Deshpande. Zusammen mit ihrem Mann, der für eine NGO aus Devrukh arbeitete, besuchte sie in den 90er Jahren verschiedene kleine Bergdörfer in der Region, wobei sie feststellen musste, dass die Frauen dort größtenteils weder lesen noch schreiben konnten und häufig eine untergeordnete Rolle in der Familie spielten. Shradha Deshpande begann daraufhin bei ihren Besuchen Versammlungen zu organisieren um die Frauen über ihre Rechte und Möglichkeiten aufzuklären. Zusätzlich bildete sie dann kleine Gruppen, in denen Alphabetisierungskurse angeboten wurden und in denen die Frauen über ihre Rechte informiert wurden.
Im Jahr 2001 startete Shradha Deshpande dann ein Projekt, das es auch zukünftigen Generationen von Frauen möglich machen sollte selbstständig ihren Unterhalt zu verdienen: Die traditionelle Herstellung handgemachter Papads. Darin wurden 36 Frauen ausgebildet, die dann mithilfe eines Bankkredits und eines Darlehens von der Regierung ihre eigene Produktion von zu Hause aus starteten. Verkauft wurden die ersten Produkte, indem die Frauen von Tür zu Tür gingen und ihre Papads anboten. Mit dieser Strategie konnten die Frauen zum einen den Kredit zurückzahlen und zum anderen machten sie so die Organisation ASHA auf sich aufmerksam. Seit dem Jahr 2005 übernahm diese die Vermarktung der Papads, welche nun auch auf dem internationalen Markt zu haben sind.
Der Export der traditionellen Papads zog einige Veränderungen nach sich. Wegen der hohen Hygiene- und Sicherheitsstandards wurden zuerst die verschiedenen Produktionsstätten in einem Dorf (Dhammapur) zentralisiert. Weil die Herstellung mit der Hand außerdem hohe Kosten verursacht und die Frauen Schwierigkeiten hatten Terminfristen einzuhalten wurde die Papadsproduktion 2005 schließlich auf Maschinen umgestellt. Für den Bau eines neuen Gebäudes und die Anschaffung der benötigten Maschinen bekamen die Frauen von Sneh Samruddhi von der Organisation Asha finanzielle und logistische Unterstützung.
Die maschinelle Produktion der Papads hat zur Folge, dass viele Frauen nun wieder anderen Aktivitäten in den Selbsthilfegruppen nachgehen. Zurzeit werden elf Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt, darunter neun Frauen und zwei Männer. Zusätzlich wurde ein Mitarbeiter mit der Vermarktung betreut. Die Fladen sind mittlerweile in drei verschiedenen Größen und vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen zu erhalten.
Warli-Malereien
Die Warli sind eine ethnische Gruppe indischer Ureinwohner aus den Regionen Maharastra und Gujrat. Ihre Tradition ist es, ihre Hütten von außen mit Szenen zu bemalen, die ihr alltägliches Leben beschreiben. Diese Motive sind in den vergangenen Jahren in Indien und ebenfalls über die Landesgrenzen hinweg immer bekannter geworden. Auch die Kunsthandwerker unserer Partnerorganisation ASHA haben die traditionellen Warli-Designs als Dekoration für einige ihrer Produkte übernommen.
Sesham-Holz
auch Sheesham, Shisham, Indischer Palisander oder Indian Rosewood
Sesham gehört zu den Harthölzern und ist daher gut geeignet für Möbelbau, Innenausbau und Schnitzereien, wobei es jedoch schwierig ist, es von Hand zu bearbeiten. Sesham ist zäh und witterungsfest. Das Splintholz ist cremeweiß, wohingegen das Kernholz rötlich bis dunkelbraun erscheint.
(Land: Indien, Projektcode: in0-asha)


