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Import und Vertrieb fair gehandelter Produkte

Projektpartner | Kambodscha

Geschichte und Politik

Als Teil der Indonesischen Halbinsel befindet sich das über 181.000 km² große Kambodscha im Südosten Asiens und ist damit etwa halb so groß wie die Bundesrepublik. Seine Nachbarländer im Norden sind Thailand und Laos. Hauptstadt des Landes ist Phnom Penh, in der rund 1,55 Millionen Menschen leben. Insgesamt beträgt die städtische Bevölkerung etwa 16% (Deutschland 50%). Kambodscha hat eine stetig anwachsende Bevölkerungszahl von derzeit über 14 Millionen Einwohnern. Diese setzt sich zusammen aus 90% Khmern, 5% Vietnamesen, je 2% Chinesen und Cham sowie 100.000 Vertretern kleinerer Gruppen, die häufig „Hochland-Khmer“ genannt werden. Als kleinste unter den Minderheiten leben sie zurückgezogen in den Bergen und Wäldern, hoch im Norden des Landes am Strom Mekong. Weiteres wichtiges Gewässer ist der Tonlé Sap – ein See im Zentrum, der als natürliches Rückstaubecken in der Regenzeit dient. Durch die Tieflage von etwa Dreiviertel der Landesfläche mit gerade mal 30 m über dem Meeresspiegel ist es üblich, dass bei starkem Niederschlag weite Teile Kambodschas überflutet werden. Im Süden nutzen die Kambodschaner diese Flächen zum Anbau von Reis. An der Grenze nach Thailand im Norden befindet sich das Dangrek-Gebirge (bis 766 Meter) und im Südwesten das Kardamom- und Elefantengebirge, das mit 1810 Metern die höchste Lage Kambodschas erreicht.

Wenige Jahrhunderte nach Beginn der Zeitrechnung hat sich in Kambodscha das Reich Funan entwickelt. Mit ihm ist die indische Kultur und Religion erstmals in diese Region gebracht worden. Nach der sogenannten Indisierung (Indische Kultur) vom 1. bis zum 6. Jahrhundert hat sich die Khmer Ära angeschlossen. Vor allem die dicht beieinander liegenden Tempelanlagen, einst Teil des Zentrums der Region Angkor, sind Zeugen für eine hoch entwickelte Kultur, die bis ins 15. Jahrhundert hineinreichte. Mit der Hochseefahrt sind Menschen aus fernen Ländern nach Kambodscha gekommen. Franzosen haben sich den Reichtum an Bodenschätzen und die Fruchtbarkeit des Landes zu Nutze machen wollen, indem sie 1863 Kambodscha als französische Kolonie ausriefen. Mit dem Ende der Kolonialbesetzung 1945, erlangte König Sihanouk die Unabhängigkeit des Königreiches Kambodscha. In den folgenden Jahren wurde die Infrastruktur und das Bildungssystem des Landes zwar verbessert, dennoch herrschte weiterhin Armut und Hunger in der Bevölkerung. Als sich Vorwürfe von Korruption gegen Prinz Sihanouk, der inzwischen seinen Vater abgelöst hatte, bestätigten, wurde dieser abgesetzt. Sein Nachfolger war General Lon Nol, einst Befehlshaber der Armee. Die sozialistischen Roten Khmer um Pol Pot erobern am 17.4.1975 die Hauptstadt Phnom Penh und stehen mit den Verbündeten Nordvietnam und China im Kampf gegen den General, die Regierungstruppen und die USA als Verbündete. Dieser Bürgerkrieg sollte vier Jahre bis 1979 andauern, zirka 1,7 Millionen Menschen das Leben kosten und Auswirkungen auf das Land haben, die heute noch zu spüren sind. Wegen der vielen Kriegsminen aus dieser Zeit können weite Teile Kambodschas heute immer noch nicht betreten werden. Nach der Befreiung von den Roten Khmern mit Hilfe vietnamesischer Unterstützung ist die Volksrepublik Kambodscha gegründet worden. 1989 zogen sich die vietnamesischen Truppen zurück und 1991 unterzeichnete die kambodschanische Regierung die Pariser Friedensverträge, womit sie ihrem einst neutralen Standpunkt wieder ein Stück näher gerückt ist. Nach den ersten von den Vereinten Nationen durchgeführten Wahlen, konnte am 24.9.1993 eine verfassungsstaatliche Monarchie als Regierung ausgerufen werden, das "Königreich Kambodscha". In den darauf folgenden Jahren nahm das Land seinen Sitz in der VN-Generalversammlung wieder ein, außerdem hat es eine Vollmitgliedschaft im ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) erlangt.

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Wirtschaft und Soziales

Mit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) im Oktober 2004 hat es den Anschein, dass ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung positiver Wirtschaftsentwicklung getan wurde. Dennoch zählt Kambodscha, trotz kürzlich entdeckter Erdöl- und Erdgasvorkommen weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt, die ihren Hauptwirtschaftssektor in der Landwirtschaft haben. Hier nimmt besonders der Reisanbau mit einem 80%igen Anteil der landwirtschaftlich genutzten Flächen eine wichtige Position ein. Aber auch Pflanzen wie Mais, Kautschuk, Zuckerpalmen, Tabak, sowie Jute, Baumwolle oder Kaffee machen ein Drittel des Bruttoinlandproduktes (BIP) aus. Weitere wachsende Wirtschaftszweige sind in der Industrie die Textilproduktion ebenso wie im Dienstleistungssektor der Tourismus. Mit den Reisenden ist nicht nur das Geld nach Kambodscha gekommen. Auch Krankheiten wie beispielsweise AIDS, das Anfang der 90er Jahre über Prostitution im Land verbreitet worden ist, haben in Kambodscha Einzug gehalten. Trotz Wachstum liegt das jährliche Pro-Kopf-Einkommen bei durchschnittlich 513 US$. Weitere finanzielle aber auch informelle Unterstützungen von den Industriestaaten sind einerseits dringend notwendig, andererseits stellt Korruption nach wie vor ein schwerwiegendes Problem dar. Besonders der illegale Handel mit Tropenhölzern findet einen lukrativen Absatzmarkt in den Industrieländern. Die Folgen durch Kahlschlag in den Wäldern sind verheerend. So müssen sich mehrere 100.000 am Wasser lebende Menschen in Sicherheit bringen, sobald die Regenzeit anbricht. Mangelnde Hygiene auf Grund von fehlendem Zugang zu sauberen Wasser, Unterernährung, schwere Verletzungen durch Landminen und Krankheiten wie Malaria, Fieberepidemien sowie Wurmkrankheiten erfordern schnelle Fortschritte im Gesundheitswesen und in der Prävention, insbesondere auch in Bezug auf AIDS. Auf 100.000 Einwohner kommen 16 Ärzte, in Deutschland sind es 362 Ärzte (Angaben aus 2005 von UNDP). Im Gesundheitswesen sind weiterhin die Folgen des Bürgerkriegs in den 70er Jahren spürbar, ebenso wie im Bildungsbereich. Zwar gibt es bereits seit den 20er Jahren eine Schulpflicht, die jedoch wegen der zu zahlenden Schulgebühren oft missachtet wird. Besonders Mädchen sind davon häufig betroffen, da sie zum Familienunterhalt beitragen und im Haushalt mithelfen müssen. Die Analphabetenquote bei den unter 15 jährigen liegt bei mit 26% (2007). Neben Bildungsstätten wie Schulen wird auch in Klöstern gelehrt, wo ausschließlich dem männlichen Geschlecht die buddhistische Lehre zuteil wird. Dominierende Religion in Kambodscha ist der Buddhismus, der mit 93% klar überwiegt. Islam und Christentum stellen nur jeweils kleine Minderheiten im Land dar.

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