Rehabilitation Training Unit (RTU)
Unser Partner RTU
Im Hubli Hospital für behinderte Menschen gibt es ein Lehr- und Produktionsprojekt zur sozialen Eingliederung körperbehinderter Menschen in Indien: Die Rehabilitation Training Unit (RTU). Das Projekt wurde 1976 durch die Schweizer Leprahilfe Emmaus ins Leben gerufen und wird heute von einem indischen Verwaltungsrat geleitet. Hubli liegt im südindischen Staat Karnataka am Westrand des Dekkan-Plateaus auf 628 m Höhe, 120 km landeinwärts von der Westküste.
RTU bildet Menschen mit körperlichen Behinderungen in handwerklichen Berufen aus und vermittelt außerdem einkommenssichernde Absatzmöglichkeiten für die Produkte der Kunsthandwerker. RTU gewährleistet ein motivierendes Arbeitsklima sowie eine transparente Administration. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein heute gut funktionierendes Netzwerk zwischen den Zulieferern der Rohmaterialien, den Produzenten sowie den Abnehmern weiter auszubauen. Ziel ist es, einen nachhaltigen Arbeitsmarkt zu schaffen und aufrechtzuerhalten, sowie faire Löhne, eine hochwertige Produktionsqualität, die umfassende Gesundheitsversorgung für die Behinderten und ihre Familien und eine Altersvorsorge nach Austritt aus der Erwerbstätigkeit abzusichern. Ein besonderer Fokus liegt auf der Integration der Behinderten in den ländlichen Gegenden um Hubli, um einer Migration in die Slums der Großstädte entgegen zu wirken.
Die Anzahl der Mitarbeiter und Auszubildenden bei RTU variiert. Zuletzt waren 18 Lehrlinge, 37 Behinderte in den eigenen Werkstätten, 44 Behinderte, die in Heimarbeit produzieren, und 15 Angestellte (Ausbilder, Instruktoren und Büropersonal) beschäftigt. Die Produzenten, die zu Hause arbeiten, nehmen an einem Wiedereingliederungsprogramm RTUs teil. Nach ihrer Ausbildung im Projekt erhalten sie auch zu Hause weiterhin Aufträge der Organisation.
RTU bietet Lehr- und Produktionsmöglichkeiten in fünf Werkstätten: eine Papierwerkstatt (Wunschkarten, Schreibmappen, Kalender, …), ein Nähatelier (Taschen, Stofftiere, Spielwaren, Tisch- und Haushaltswäsche), eine Textildruckwerkstatt (Holzmodell- und Siebdruck auf Textil und Papierwaren), eine Holzwerkstatt (geschnitzte Gebrauchs- und Dekorationsgegenstände) und eine Möbeltischlerei (Auftragsarbeiten sowie eine 2-jährige Tischlerausbildung).
Die Vision des Projektes ist eine Welt, in der Menschen mit körperlicher Behinderung als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt und ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert werden. Zu dieser Welt gehört eine Gesellschaft, die behinderten Menschen Hindernisse auf ihrem Bildungsweg und in ihrer soziokulturellen Beteiligung so weit wie möglich aus dem Weg räumt.
(Land: Indien, Projektcode: in7)


