Unser Partner Pekerti
Pekerti - Kunsthandwerk aus Indonesien
In einem Land, das aus Tausenden Inseln besteht, sind die Möglichkeiten des Geldverdienens rar. Landwirtschaft, Kleintierhaltung und gegebenenfalls auch Fischfang decken zwar die Grundbedürfnisse, reichen aber nicht aus, um andere Güter anzuschaffen. Zudem bringen das rasche Bevölkerungswachstum und die fortschreitende Parzellierung von Grund und Boden - Landbesitz wird traditionell unter der Nachkommenschaft aufgeteilt - immer mehr Familien um ihre Lebensgrundlage. Da sich die industrielle Entwicklung auf einige Zentren beschränkt, wandern viele Menschen in die größeren Städte ab. Eine Alternative bietet die sogenannte "cottage industry", die (kunst)handwerkliche Kleinproduktion innerhalb der Familie oder Arbeitsgemeinschaft.
Um die Lebenssituation auf dem Land zu verbessern und die Eigeninitiative der Menschen zu unterstützen, wurde 1975 eine Stiftung ins Leben gerufen. Pekerti, das von allen großen Religionsgemeinschaften Indonesiens (Islam, Buddhismus, Christentum) getragen wird, hilft beim Aufzug kleinerer Handwerksprojekte und der Vermarktung der Ware. Dabei soll vor allem das traditionelle Kunsthandwerk, das teilweise schon in Vergessenheit geraten ist, bewahrt und gefördert werden.
Für eine individuelle Betreuung der Gruppen sorgen die rund 40 über die Inseln verteilten "fieldworkers". Sie leisten nicht nur technische Hilfestellung, etwa bei der Produktentwicklung und Marktsuche, sondern versuchen auch, das soziale Bewusstsein zu schärfen. So ermutigen sie die Produzenten zum Aufbau kooperativer Strukturen und beraten bei der Einrichtung von Darlehensprogrammen für Mitglieder oder Gruppen untereinander. Um flächendeckender agieren zu können, arbeitet Pekerti mit anderen Hilfsorganisationen zusammen: insgesamt sind auf diese Weise etwa 3500 Kunsthandwerker und Kunsthandwerkerinnen in das Projekt einbezogen.
Ein Teil der Produkte wird in eigenen Läden verkauft. Obwohl die Käuferschaft dort hauptsächlich aus Touristen besteht, sind die Preise bewusst niedrig gehalten: Der dadurch gewährleistete gleichbleibende Absatz soll ein Gegengewicht zu der sonst üblichen Gelegenheitsproduktion schaffen. Dass das Ziel Pekertis, sich langfristig überflüssig zu machen, mehr ist als bloß ein Lippenbekenntnis, zeigt sich daran, dass jedes Jahr einige Gruppen selbstbewusst zum Eigenexport übergehen.
Ziel der Stiftung ist es, den Lebensstandard der Gemeinschaften zu verbessern, sowie das soziale und solidarische Bewusstsein zu fördern. Um das zu erreichen, fördert Pekerti seine Angestellten durch Aus- und Weiterbildungen. Weiterhin bietet Pekerti Marketingleistungen an, damit auch der Export gefördert wird. Indonesien ist ein von Armut geprägtes Land, dem Pekerti durch die Unterstützung von wirtschaftlich Benachteiligten entgegenwirken will. Die Vision ist, eine wohlhabende, demokratische und gerechte Gesellschaft zu etablieren.
Die Stiftung Pekerti wird von einem Direktor geleitet und ist in 3 Sparten unterteilt: allgemeine und finanzielle Angelegenheiten, wirtschaftliche Entwicklung und die Entwicklung der Gemeinde. Jährlich findet ein Treffen des Vorstands der Pekerti Stiftung statt. Dieser wird von den Mitgliedern der Stiftung gewählt, unter denen sich ebenfalls Produzenten befinden, die selbst auch gewählt werden können.
Pekertis 19 Angestellte, 40% davon sind Frauen, arbeiten Vollzeit. Die Arbeitszeiten der Kunsthandwerker sind von der Auftragssituation abhängig. Die Produzenten sind grundsätzlich auf selbstständiger Basis tätig und können somit auch von Pekerti unabhängige Aufträge annehmen. Sowohl die Angestellten als auch die Produzenten haben eine gesetzliche Krankenversicherung. Produzenten und Mitarbeitern stellt Pekerti Sozialleistungen so wie beispielsweise finanzielle Unterstützung in Notlagen, schulische Stipendien und zusätzliche Krankenversicherungen zur Verfügung. Diejenigen Produzenten, die aufgrund ihrer Tätigkeit eine Unfallversicherung benötigen, erhalten diese ebenfalls von Pekerti finanziert. Der Lohn der Angestellten Pekertis wird ist in Abhängigkeit zu ihrer Leistung und ihren Kenntnissen steigerbar. Neben ihrem Lohn erhalten die Mitarbeiter regelmäßige Mahlzeiten, Transport zur Arbeitsstelle sowie Gesundheitschecks. Ab dem Alter von 60 Jahren können die Angestellten eine Pension beziehen, deren Höhe von der Dauer der Betriebszugehörigkeit, der Position und dem Gehalt abhängig ist.
Mithilfe von Schulungen will Pekerti bei den Produzenten und Mitarbeitern ein Bewusstsein für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, Hygiene, ausreichende Lichtverhältnisse und Klimatisierung schaffen.
Die Weihnachtskarten werden von einer Gruppe namens Bawana, die aus 5 Frauen und 10 Männern besteht, hergestellt. Z. Zt. wird dieses Produkt, das in Bali produziert wird, großteils auf dem heimischen Markt vertrieben.
Die Qualitätskontrolle der Produkte erfolgt in jedem Produktionsschritt, begonnen mit der Auswahl des verwendeten Materials. Vor der Verpackung und dem Versand werden die Produkte ein letztes Mal in Pekertis Warenlager überprüft.
(Land: Indonesien, Projektcode: id1)


