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Import und Vertrieb fair gehandelter Produkte

TARA Projects

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TARA-PROJECTS - Kunsthandwerk aus Indien

in1 TaraTARA formierte sich in den frühen 60er Jahren aus einer Gruppe von Lehrern, Studenten und Sozialarbeitern, die beschlossen hatten, den Ärmsten im Gebiet um Delhi zu helfen. So entstand eine erste Werkstatt, in der sogenannte 'Unberührbare' am Webstuhl ausgebildet wurden. Zwar ist es per Gesetz verboten die 'Unberührbarkeit' gegen Mitglieder einer niedrigen Kaste zu praktizieren, dennoch gehört es zum Alltag.

Heute zählt die Organisation sieben Mitgliedskooperativen und einige assoziierte Gruppen. Dabei gibt es verschiedene Strukturen: registrierte Kooperativen, Gruppen, die nach kooperativen Regeln arbeiten und kleine Familienbetriebe.

TARA garantiert den Kunsthandwerkern angemessene Preise und Löhne und sichere Bezahlung. Es wird streng nach Selbsthilfekriterien gearbeitet, daher werden keine Spenden oder Zuwendungen akzeptiert, lediglich eine Vorausbezahlung der bestellten Produkte wird manchmal in Anspruch genommen. Die Vermittlung von Aufträgen aus dem Inland soll helfen, die Exportabhängigkeit zu vermeiden. Bei der Arbeit mit den Kunsthandwerkern ist TARA enger Kontakt sehr wichtig: Statt einer Förderung möglichst vieler Gruppen wird eine intensive Betreuung einzelner Produzentengruppen betrieben.

Oberstes Gremium von TARA ist die Generalversammlung aller Mitglieder, die sich einmal jährlich treffen, um v.a. auch über Konzeption und Weiterentwicklung des Projektes zu beraten. Ein elfköpfiger Vorstand, bestehend aus den sieben Gründern und vier Vertrretern der Kooperativen kümmert sich um die tägliche Organisation und widmet sich speziellen Arbeitsbereichen, z.B. der kulturellen Förderung, Familienberatung und Gesundheitsfürsorge. Die vertretenden Kooperativen werden per Rotation alle zwei Jahre bestimmt. 

in1 Tara
Eine indische Erfolgsgeschichte: Schmuck von Sunita Handicrafts
Sunita Handicrafts ist ein Selbsthilfeprojekt, das sich in einem Fabrikarbeiterviertel in Badarpur, South Delhi, gegründet hat. Der rasante Zuwachs von Migranten in das Wohnviertel sorgt dafür, dass das ohnehin schon knappe Angebot auf dem Arbeitsmarkt zunehmend in den informellen Sektor abrutscht. Insbesondere Frauen haben kaum Möglichkeiten, das Einkommen ihrer Familien zu verbessern. Sie arbeiten im Wesentlichen für Zwischenhändler in der Bekleidungsindustrie und führen Stickereien in Heimarbeit durch. Aus Mangel an Alternativen und Ausbildung sind sie den ausbeuterischen Bedingungen dieser Zulieferer ausgeliefert. Auch Sunita und die anderen Mitglieder des Selbsthilfeprojektes haben früher auf diese Weise Geld verdient. Als sie die Hilfsorganisation TARA kennenlernten, baten sie diese um Hilfe. Im Jahr 2005 gründeten sie ihre Gruppe, mit der sie bald zu TARAs festem Produzentenstamm gehörten. Das Auftragsvolumen wuchs und Sunita Handicrafts wechselte von einer Werkstatt mit teurem Mietzins in neue Räumlichkeiten. Zudem ist ein Gemeinschaftscenter errichtet worden, in dem die Kunsthandwerker von Sunita Handicrafts Mädchen und Frauen aus der Region in der Fertigung von Schmuck sowie im Schneidern ausbilden. Insgesamt betreibt Sunita Handicrafts mittlerweile drei weitere Selbsthilfeprojekte. „Ich war erstaunt, dass Handel auch menschlich sein kann und bin sehr glücklich, nun Teil des Fairen Handels zu sein. Dies hat mir und den anderen viel Selbstvertrauen gegeben.“ erzählt Sunita, die stolze Gründerin des Projekts.
 

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PPA-Kommentar

TARA leistet eine intensive und qualifizierte Arbeit für ihre Mitgliedskooperativen und -gruppen. Die Entscheidung, auf eine Expansion des Handels zu verzichten, zeigt, daß der 'bürokratische Apparat' von TARA sich noch nicht verselbständigt hat. Problematisch ist, daß der nach wie vor starke Einfluß der Gründer auch in der Zusammensetzung des Vorstand formell festgeschrieben ist. Die Einschränkung der Demokratie auf dieser Ebene wird allerdings etwas relativiert, solange sich TARA als reine Dienstleistungsorganisation für ihre Mitglieder versteht und die ProduzentInnen weitgehende Autonomie in der Produktion und Preisgestaltung haben.

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(Land: Indien, Projektcode: in1)

 

 

 


 
     
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