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Import und Vertrieb fair gehandelter Produkte

Kanchangunga Coop

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Kanchanjunga Coop - Tee aus Nepal

ne0 KanchanjungaIm Osten Nepals, Nahe der Grenze zum indischen Darjeeling liegen die Teegärten, aus denen unsere Tees Timila und Palpasa kommen. Von Kathmandu aus ist die Reise dorthin eine kleine Expedition: Zuerst eine Stunde im Miniflieger nach Biratnagar im Südosten Nepals, dann in die Stadt hinein und von dort mit dem Bus ein paar Stunden weiter nach Ilam. Hier geht's in den nächsten Bus, der noch einmal acht, neun Stunden nach Phidim braucht - auf Holperpisten in Serpentinen über Berg und Tal. Und schließlich sind da noch vier Stunden Wanderung durch die Berge, bis man endlich die Teegärten erreicht...
Unterhalb der Teegärten, etwa eine halbe Stunde von der 'Straße' entfernt, liegt die relativ neue Teefabrik, die zusammen mit dem Teegarten seit wenigen Jahren in den Händen der Kanchanjunga Tee Kooperative liegt. Während der Saison arbeitet hier ungefähr ein Dutzend Leute in der Verarbeitung. Gebracht werden die grünen Blätter zu Fuß über den kleinen Trampelpfad, 50 kg-weise auf dem Rücken - und das auch von Frauen!

 

Kanchanjunga Tea Cooperative

ne0 Kanchanjunga167 Bauern beliefern die Teefabrik, davon leben etwa Zweidrittel im eigentlichen zusammenhängenden Garten, die übrigen in der Umgebung. Nach mehreren Jahren des Verzichts auf Pestizide werden die Pflanzungen nun auf biologischen Anbau umgestellt, der Tee ist extrem rückstandsarm bzw. unbelastet. Neben dem kultivierten Tee werden auch Kräutertees aus Wildsammlung vermarktet. Der Teeanbau dient als Zubrot zum Anbau von Mais, dem Hauptlebensmittel, und übriger kleiner Landwirtschaft. Die Frauen arbeiten überwiegend als Pflückerinnen, die Männer in der Bewirtschaftung und Verarbeitung. Außerhalb der Saison verdingen sie sich auch als Träger zwischen Indien und Nepal. Teebauern und die Fabrikarbeiter gehören denselben Familien an und sind in einer gemeinsamen Gewerkschaft organisiert.


ne0 KanchanjungaDie Gesamtproduktion der Teefabrik, in der 16 Arbeiter beschäftigt sind, beträgt 25 Tonnen im Jahr. Die Qualität ist dabei wegen der Nähe und Lage durchaus mit Darjeeling vergleichbar. Nur die Spitzentees wie Timila (TGFOP) und Palpasa (GFOP), insgesamt etwa vier bis fünf Tonnen, gehen in den Export. Der Rest wird in Nepal verkauft, was sich gut trifft, denn die Exportqualität trinken die Nepali nicht gerne und umgekehrt. Der Export selbst läuft über Nepal Natural Tea, ein kleines Unternehmen, das speziell diesen Kooperativentee vermarktet. Die allgemeine Arbeitszeit in der Fabrik ist von 10-17 Uhr, Kinder unter 16 Jahren dürfen nicht arbeiten.

 

Die Kooperative stellt den Familien kostenlos eine Wohnung und sorgt für die medizinische Betreuung. Auch die werkseigene Schule ist bis zur achten Klasse frei, der Schulbesuch laut Gewerkschaftsbeschluß bis zum 14. Lebensjahr Pflicht. Urlaub, zwei Kranktage pro Monat, Mutterschutz etc. sind weitere gute Rahmenbedingungen.

 

 

ne0 KanchanjungaAußerdem erhält jede Arbeiterin und jeder Arbeiter pro Monat 500 g Tee. Anfangs war die Kooperative noch von Regierungsgeldern abhängig und mußte die Ernte an die Regierung abgeben. Erst ein Bankkredit verhalf dazu, unabhängig zu werden und die Verarbeitung und Vermarktung selbst in die Hand nehmen zu können. Heute betragen die Anteile im Schnitt 3000 bis 5000 rupies pro Mitglied, der Höchstanteil beträgt 700.000 rupies, eine Summe, die letztendlich den Fabrikbau für ermöglichte. Dabei sind die Beteiligungen offen, sowohl Bauern, als auch Arbeiter und einheimische Händler können Anteile zeichnen. Die Baumwollbeutel entstehen in einem Ashram in Manohara Village. Er wurde gegründet von Tulshi Mehr, einem Schüler und Vertrauten Gandhis, um ausgestoßene Frauen und Kinder aufzunehmen und wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Im Ashram erhalten sie nicht nur Unterkunft und Essen, sondern haben auch die Möglichkeit, verschiedene handwerkliche Fertigkeiten zu erlernen. Das Weben, Nähen und Bedrucken der Beutel gehört zum Handwerkszeug, mit dem sie sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können.

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PPA-Kommentar

Die nepalesische Gesellschaft befindet sich im Übergang von einer konstitutionellen Monarchie zu einer Mehrparteien-Demokratie nach westlichem Vorbild, begleitet von wirtschaftlichen Reformen, deren Ziel es ist, die staatlich dominierte Wirtschaft zum Teil zu entflechten und zu privatisieren. Dementsprechend komplex stellen sich auch die Produktions- und Besitzverhältnisse in den Teegärten dar. Löhne und Sozialleistungen sichern den ProduzentInnen aber ein überdurchschnittliches Einkommen. Hoffnung setzen wir in den Ansatz, die momentan noch in Staatsbesitz befindliche Teefabrik durch Ausgabe von Anteilsscheinen innerhalb der nächsten Jahre in die Hände der ArbeiterInnen zu übergeben, die dann auch die Geschäftsführung selbst bestimmen können. Positiv sehen wir auch die im Land erfolgende Verpackung in Baumwollsäckchen, die von einem Frauen-Rehabilitationszentrum produziert und überdurchschnittlich bezahlt werden. Negativ zu beurteilen ist hingegen der zur Zeit lediglich indirekte Kontakt, der über die Exportfirma Nepal Natural Tea und eine Importfirma (Südasien ImExpo) läuft und die Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten erschwert. Das Projekt ist auf 2 Jahre befristet, um die Fortschritte bei der Demokratisierung des Projekts dann erneut zu beurteilen. Wir begrüßen zudem die Bemühungen, den jahrelangen pestizidfreien Anbau zertifizieren zu lassen.

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(Land: Nepal, Projektcode: ne0)

 

 

 


 
     
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