Projektpartner "PODIE"
(Land: Sri Lanka, Projektcode: sl3)
PODIE - Gewürze aus Sri Lanka
PODIE ist eine Exportorganisation, die 1974 gegründet wurde. Die Motivation der Gründer war die Reduzierung von Armut und Arbeitslosigkeit in Sri Lanka. Erklärtes Ziel PODIEs, damals wie heute, ist die Ausschaltung des Zwischenhandels, um so faire Preise für die Produzenten erzielen zu können. Heute besteht PODIE aus 8 Produzentengruppen, die in unterschiedlichen Regionen des Landes zu Hause sind. Insgesamt gehören der Organisation somit 900 Mitglieder mit einem Frauenanteil von knapp 50% an. PODIE beschäftigt 53 Mitarbeiter, 7 davon in der Administration und dem Management. Außerdem arbeiten 46 Mädchen aus sozial schwachen Verhältnissen als Vollzeitangestellte in der Gewürzverarbeitung am Sitz der Organisation in Negombo. Die Angestellten verdienen mehr als das Doppelte des regionalen Mindestlohnes.
Nach Gründung vertrieb die Organisation hauptsächlich Kunsthandwerk. In den 80er Jahren stieg jedoch die Nachfrage nach Gewürzen immens, sodass PODIE heute einen Großteil des Umsatzes, der in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist, mit dem Export von Gewürzen erwirtschaftet. Allen Angestellten stehen eine kostenlose Gesundheitsvorsorge sowie Behandlungen in den örtlichen medizinischen Einrichtungen zur Verfügung. Für eine Altersrente ist ebenfalls vorgesorgt worden; entsprechend eines Sparplanes zahlen sowohl die Arbeiter selbst als auch die Organisation in eine Art Rentenkasse ein, deren Beiträge den Angestellten ab dem 55. Lebensjahr zur Verfügung stehen.
Auch haben die Produzenten Einfluss auf die wichtigen Entscheidungen der Organisation. Die einzelnen Gruppen wählen jeweils einen Repräsentanten, der ihre Interessen im Ausschuss vertritt.
Gewürze
Ein großer Erfolg für PODIE war es, als die Organisation 2006 nach einem längeren, von EL PUENTE begleiteten Umstellungsprozess die Bio-Zertifizierung erlangt hat! Die Gewürze und Kräuter stammen von einer Gesamtanbaufläche von etwa 314 Morgen Land. Die Bebauung erfolg in Mischkulturen und die Bearbeitung manuell. Angebaut werden über 40 verschiedene Sorten, die jeweils zu anderen Zeiten von den Bauern und ihren Familien geerntet werden. Nur für die Herstellung des Currys beziehen die Produzenten einige Gewürze, die in Sri Lanka nicht angebaut werden aber dafür nicht fehlen dürfen, auf dem Markt. Es entsteht eine große Produktpalette, die viele uns geläufige aber auch eine umfassende Auswahl an asiatischen und orientalischen Gewürzen und Gewürzmischungen beinhaltet.
Die Verarbeitung erfolgt in Negombo. Die Gewürze werden gereinigt und gewaschen, und dann mit Hilfe einer Solaranlage getrocknet. Anschließend müssen sie sortiert bzw. abgemischt und fachgerecht verpackt werden. Vor der endgültigen Verpackung für den Export erfolgt noch eine abschließende Qualitätskontrolle.
PPA-Kommentar
Die jahrelang erfolgreiche Arbeit hat bei PODIE nicht zu einer Verselbständigung des organisatorischen Apparates gegenüber der Basis, den Produzentengruppen, geführt. Demokratische Mitbestimmung und Kontrolle sind gewährleistet. Hervorzuheben ist das Bemühen von PODIE, zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen möglichst viele Verarbeitungsschritte im Land und unter eigener Regie zu behalten, z.B. die Verpackung, auch wenn hier z.Zt. noch aus ökologischer Sicht Kompromisse gemacht werden (Plastik). An Alternativen (Naturfasern, Holz) wird gearbeitet. Wichtiger noch ist PODIEs Ansatz, die Umstellung auf ökologische Produktionsweise voranzutreiben. Leider haben wir bislang keine Informationen, inwieweit Frauen, die wohl einen großen Teil der ProduzentInnen bilden, auch dementsprechend in den Leitungsgremien vertreten sind.


