Avontuur Offloading: Der Weg des gesegelten Kaffees

Nina Labode

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Avontuur Offloading

Der Weg des gesegelten Kaffees

Nach fast 18.000 Seemeilen kehrt die Avontuur mit zahlreichen rostigen Stellen an Bug und Heck zurück in den Hamburger Hafen. Es war eine lange und beschwerliche Reise. Durch Corona kehrt die Besatzung in eine neue, alte Welt zurück, in der alles anders ist, als bei ihrem Verlassen. Als sie einläuft kreischen die Möwen, der Motor surrt leise. Nur hier wird er betätigt, denn im Hafen mit Segeln zu rangieren ist unmöglich. Ansonsten ist die Avontuur ausschließlich mit Wind über den Atlantischen Ozean gereist. Sieben Monate war die Crew unterwegs. Freund*innen, Familie und freiwillige Helfer*innen warteten am Hafen, um die Crew und das Schiff zu begrüßen. Doch statt lautem Jubel herrscht andächtige Stille, als die Avontuur am Kai fest macht. Die vergangenen Monate waren für alle eine ganz neue Erfahrung.

Das Team an Bord hat diese unsichere Zeit sichtbar zusammengeschweißt. Anstatt das alte Schiff schnell nach dieser langen Zeit zu verlassen und das Land unter den Füßen zu genießen, blieben sie bis zum Schluss auf der Avontuur und brachten zu Ende, was sie vor sieben Monaten begonnen hatten. Aus dem Bauch des Schiffes entluden sie die komplette Ladung aus Kaffee- und Kakaobohnen.

Still und Leise: Der Kaffee wird zur Landratte

Anders als im letzten Jahr war in diesem kein großes Entlade-Event möglich. Vor allem als Schutzmaßnahme vor Corona. Trotzdem packen einige freiwillige, helfende Hände mit an. Sie sortierten die Säcke und stapelten sie auf Paletten. Entladen wird jedoch mit dem Kran. Als die letzten Säcke der insgesamt 63 Tonnen Ladung ins Netz des Krans gehoben wurden, gab es dann doch Applaus und lauten Jubel.

Felix Gies, Kaffeeeinkäufer von El Puente und freiwilliger Helfer bei der Entladung war schon im letzten Jahr dabei: „Letztes Jahr hatten wir totales „Shietwetter“ wie man hier in Hamburg sagen würde. Der Entladevorgang musste drei Stunden wegen des Regens unterbrochen werden. Aber beide Jahre hatten eine Gemeinsamkeit, ein Gefühl, das hier vor Ort fast greifbar wird. Wir haben unterschiedliche Importeure, die Kaffee oder  Kakao importieren, aber hier ist keinerlei Konkurrenzdenken. Alle wollen gemeinsam etwas nach vorne bringen, für fairen und solidarischen Handel und für Nachhaltigkeit in der Seeschifffahrt. Das fand ich letztes Jahr schon beeindruckend und dieses Jahr wieder.“

Es geht weiter und wir sind mit an Bord

Wir von El Puente segeln nun schon zum zweiten Mal Kaffee mit dem Segelfrachtschiff Avontuur. Das Projekt ist ein überragendes Symbol für den nachhaltigen Transport und Klimaschutz. Die Menge unseres Kaffee Ahoi haben wir in diesem Jahr nochmals erhöht. Doch damit soll noch lange nicht Schluss sein mit unserem Engagement für nachhaltigen Transport. Wir möchten uns auch an weiteren, geplanten Projekten von Timbercoast beteiligen. Konkret geht es dabei um den Bau eines Containerschiffes, das mit einer Kombination aus Wasserstoff und Wind angetrieben wird, und damit das Engagement für den klimafreundlichen Transport bio-fairer Waren weiterführt. Wann die Planung abgeschlossen und die Umsetzung erfolgt, muss noch genauer bestimmt werden. Sicher ist jedoch: Wir unterstützen dieses großartige Engagement und sind mit an Bord!

Jetzt kehrt die Avontuur aber erstmal nach Elsfleth zurück und wird wieder aufgepeppelt. Damit sie in ein paar Monaten zur nächsten Reise starten kann!

In dem Avontuur-Offloading Instagram-Kanal könnt Ihr Euch die Ankunft der Avontuur, Interviews mit Produzent*innen und Vorstellungen der einzelnen Importeure anschauen.

Alles fair an Bord?
Jetzt als erstes Video in unserem YouTube-Kanal: Das Interview mit Pastor Matthias Ristau von der Deutschen Seemannsmission zum Thema faire Arbeitsbedingungen im Transport.

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Unser Kaffee Ahoi ist eine besondere Spezialität. 100% Fair Trade Arabica-Kaffee aus Nicaragua - und wir bilden uns ein, dass auch ein Hauch von frischer Seeluft durch die Kaffeetasse weht. Denn der Kaffee Ahoi ist nahezu klimaneutral von Lateinamerika nach Deutschland gesegelt. Ermöglicht hat dies das Segelfrachtschiff Avontuur. Und hier geht es zu der feinen Kaffeespezialität!

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