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Katastrophale Corona-Entwicklung in Indien

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Unsere Handelspartner Tara, CRC und MESH berichten uns von der dramatischen Lage im ganzen Land.

"Diese Corona-Welle ist wie ein Taifun"

Seit einigen Wochen steigen die Corona-Neuinfektionen in Indien jeden Tag auf neue Höchstwerte an. Das Gesundheitssystem ist an seine Grenzen gekommen, es fehlen wichtige Medikamente und Sauerstoff. Die Krankenhäuser sind überfüllt, ebenso die eigens eingerichteten Covid-Stationen in Hotels und Sportstadien. Viele Menschen können nicht mehr behandelt werden, viele sterben.

Trotz Lockdown ist die Lage außer Kontrolle geraten. Die dramatische Situation in Indien betrifft auch unsere Handelspartner. Auch Mitarbeiter*innen, Produzent*innen und deren Familienmitglieder haben sich mit dem Virus infiziert. Die Fairhandels-Organisationen versuchen, so gut es geht zu unterstützen und ihre Teams zu schützen. Sie konnten ein paar Medikamente und Sauerstoff zu überteuerten Preisen erhalten, um damit einigen Menschen zu helfen. Die Produzent*innengruppen sind mit den notwendigen Schutzmaßnahmen ausgestattet: Sie haben für alle Desinfektionsmittel und Gesichtsmasken. An den Arbeitsplätzen wird auf Abstand und Einhaltung der Hygieneregeln geachtet. Im Alltag ist dies allerdings ein großes Problem, denn in beengten Wohnverhältnissen und überfüllten Transportmitteln kann auf Abstand und Hygienemaßnahmen kaum geachtet werden.

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Wie ein Taifun fegt die nächste Corona-Welle über Indien hinweg. Die Situation ist außer Kontrolle. Eine Frau und ihr Ehemann waren zwei Tage lang auf der Suche nach einem Krankenhaus, bis sie endlich in einem aufgenommen wurden. Einige Medikamente bekommt man nur noch auf dem Schwarzmarkt.

Jacky Bonney, MESH

Die dramatische Situation unserer Handelspartner

An eine normale Arbeit ist derzeit nicht zu denken. Alle Werkstätten und Büros sind vollständig geschlossen. Die sowieso schon schwierige finanzielle Situation auch von Fairhandels-Organisationen spitzt sich weiter zu. Teilweise ist es für einige Kunsthandwerker*innen möglich, ihre Produkte in Heimarbeit zu fertigen. Dennoch ist es zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar, ob die geplanten Verschiffungen im Sommer überhaupt möglich sein werden. In diesen Fällen helfen unsere zinsfreien Vorfinanzierungen, dennoch ist es für eine langfristige finanzielle Sicherheit natürlich wichtig, dass die Produzent*innen ihrer gewohnten Arbeit nachgehen können.

Unsere Produzent*innengruppen brauchen weiterhin dringend Aufträge. Prowess zum Beispiel ist eine Gruppe, die in einem touristischen Gebiet in Südindien arbeitet. Jetzt wäre eigentlich Saison und die meisten Männer arbeiten in der Touristik. Im zweiten Jahr fällt nun dieses Einkommen weg und die Frauen von Prowess müssen die Familien alleine ernähren. Der Faire Handel funktioniert auch in der Pandemie, aber er braucht dafür verlässliche Kund*innen.

Jacky Bonney, MESH

Mesh Indien Corona

Wir von El Puente sind im Gespräch mit unseren indischen Handelspartnern und überlegen, wie wir sie in der aktuellen Situation am besten und schnellsten unterstützen können.

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