Konflikt im Nordwesten Kameruns: Situation für Kaffee-Bauern wird zunehmend unsicherer

Die Oku-Kooperative hat ihren Sitz im Nord-Westen Kameruns.
Nina Labode

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Im anglophonen Nord- und Südwesten Kameruns kommt es aufgrund von Unabhängigkeitsbestrebungen immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und regelmäßigen Generalstreiks. Etwa 20 % der Bevölkerung leben in dem englischsprachigen Gebiet des mehrheitlich frankophonen Kamerun. Sie fordern Minderheitenrechte ein. Ein Teil der Bevölkerung spricht sich für die Unabhängigkeit der Region aus. Seit 2016 kam es verstärkt zu Unruhen und Protesten. Konflikte bestehen zwischen staatlichen Militärs und separatistischen Gruppen. Unter diesen leidet die Zivilgesellschaft.

Was bedeutet die Situation für die Kaffee-Kooperative Oku?

Matthew Ngangwa Mbibe von der Kooperative Oku und Patrick Amabo, Exportmanager unseres Bamenda-Kaffees, berichten, dass die Situation im anglophonen Teil Kameruns immer unsicherer wird. Kooperativen-Mitglieder haben sich ins Hinterland, den „Busch“, zurückgezogen oder sind in andere Regionen geflohen, nachdem ihre Häuser niedergebrannt wurden. Mit den Häusern seien auch viele Haushaltsgeräte, Kleidung und andere Habseligkeiten Opfer der Flammen geworden. Auch Ladengeschäfte von Kooperativen-Mitgliedern wurden zerstört. Matthew berichtet, dass er sein Haus und sein Auto verloren hat. Glücklicherweise hatte er bereits mit dem Bau eines neuen Hauses begonnen, in das er einziehen konnte.

Kaffee sichert Einkommen

Für viele Bauern ist der Kaffee nun die einzige Einkommensquelle. Viele von ihnen kehren deshalb für die Ernte auf ihre Kaffee-Felder zurück. Aus Angst vor weiterer Zerstörung und aufgrund verlorener Lagermöglichkeiten in den eigenen Häusern, bringen die Bauern ihre Ernte direkt in das Lager der Kooperative. Patrick und Matthew berichten, dass sich die lokale Bevölkerung an manchen Tagen zwar frei bewegen kann, es kommt jedoch auch vor, dass dies zwei bis drei Wochen lang nicht möglich ist. Die Unsicherheit in der Region nimmt insgesamt zu. Nahrungsmittel, Kleidung und weitere Güter des täglichen Bedarfs werden knapp. Viele der Kinder können schon seit etwa zwei Jahren nicht mehr in die Schule gehen. Im Moment bereiten sich die Bauern darauf vor, mit der Verarbeitung des Kaffees zu beginnen. Sie hoffen nichtsdestotrotz, die geplante Lieferung an El Puente in diesem Jahr rechtzeitig verschiffen zu können. Die von El Puente geleistete Vorfinanzierung unterstützte die Bauern dabei, den größten Herausforderungen zu begegnen.

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