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Slow Fashion: Nachhaltige Mode als Alternative zu Fast Fashion

Slow Fashion
Anna-Maria Ritgen

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Slow Fashion: Nachhaltige Mode

Fast Fashion: Das Junkfood der Modeindustrie

Es fühlt sich an, als hätte man einen dicken Burger verschlungen. Es geht schnell, billig ist es auch, am Ende fühlt man sich übersättigt – und irgendwie ziemlich schlecht. Das lässt sich ziemlich genau auf den Modekonsum übertragen. Hier heißt das Phänomen: Fast Fashion. Ihren Anfang hat die schnelle Massenproduktion von Kleidern in den 80er Jahren genommen. In dieser Zeit entwickelte sich die sogenannte Quick Response Strategie. Damit ist gemeint, dass Informationen und Waren schnell ausgetauscht werden. Auf diese Weise konnten Designer*innen und die Modeindustrie im Eiltempo auf neue Trends reagieren, sie in Mode umsetzen und auf den Markt bringen. Der Höhepunkt war im Jahr 2000 erreicht. Zum Teil gab und gibt es von Fast Fashion-Modeketten zwölf Kollektionen pro Jahr. Und so nimmt der Teufelskreis seinen Lauf. Die Kund*innen kaufen aufgrund des günstigen Preises und der großen, immer wechselnden Auswahl viel mehr als sie eigentlich benötigen. Die Waren selbst werden oft unter schlimmsten Bedingungen billig und schnell produziert. Das gesamte System ist rein auf die Gewinnmaximierung ausgelegt. Soziale Aspekte bei der Produktion spielen keine Rolle.

Bangladesch: Das Fast Fashion-Zentrum

Bangladesch ist nach China das zweitgrößte Textil-Exportland weltweit. Kleidungsstücke machen 80 Prozent des gesamten Exports von Bangladesch aus. Rund vier Millionen Menschen arbeiten in Bangladesch direkt für die Textilindustrie. Der Einsturz der Modefabrik Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013 war der traurige Höhepunkt einer ausbeuterischen Modeindustrie. 1135 Menschen verloren ihr Leben, mehr als 2.000 wurden verletzt. Nach diesem tragischen Unglück versuchten viele Fabriken ihr schlechtes Image loszuwerden. Die großen westlichen Unternehmen verlangen seitdem mehr Modernisierungen und Arbeitsschutz. Dabei wird oft beklagt, dass die Forderungen da sind, es aber keinerlei Bemühungen gäbe, sich daran zu beteiligen.

Corona trifft die Fashion-Industrie

Corona lässt, wie in so vielen Bereichen, die Problematik noch einmal deutlicher hervortreten. Trotz Ausgangssperre müssen die Arbeiter*innen nach einigen Wochen wieder arbeiten gehen. Zu Hunderten in einem Raum. Einfach, weil die Geschäfte weitergehen müssen. Die Modehändler der westlichen Länder müssen beliefert werden. Gleichzeitig waren die großen Abnehmer in der schweren Zeit, in der nicht weiter produziert werden konnte, meist nicht zu finanzieller Unterstützung bereit. Nahezu alle Aufträge wurden sofort storniert. Die Arbeiter*innen erhielten so keinerlei Zahlungen. Eine US-amerikanische Universität hat bei den Auftraggebern aus dem Westen nachgefragt. Das Ergebnis: 98 % haben es abgelehnt, einen finanziellen Beitrag zu leisten, um sich an den Löhnen der Arbeiter*innen zu beteiligen.

Wir haben unsere Bestellungen nicht storniert! Im Gegenteil: Wir bieten unseren Handelspartnern über unseren Entwicklungsfonds eine Unterstützung an. Die Mittel aus dem Fonds werden dafür eingesetzt, um Produzent*innen bei der Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Krise zu unterstützen.

Der schnelle Konsum

Doch nicht nur die Unternehmen, auch die Fast Fashion-Konsument*innen sind in der Verantwortung. Viele haben sich an billige Modeangebote gewöhnt. Vor allem in den Jahren 2000 bis 2014 ist der Modekonsum deutlich gestiegen. Laut einer Studie der Unternehmensberatungsfirma McKinsey & Company sogar jedes Jahr um 60 %. Dabei sank gleichzeitig die Dauer, die die Kleidungsstücke getragen wurden auf die Hälfte. Viele Stücke werden zudem gekauft und hängen gänzlich ungetragen in den Kleiderschränken.

CO2-Ausstoß und Plastikproblem

Der schnelle Konsum unserer Kleidung wirkt sich jedoch nicht nur negativ auf die Arbeitsbedingungen der Näher*innen aus. Es ist auch ein massives Problem für die Umwelt. Jedes Jahr stößt die Modeindustrie über 1 Milliarde Tonnen CO2 aus. Das ist mehr als der gesamte Flugverkehr. Außerdem bestehen die meisten billigen Modestücke aus minderwertigen, synthetischen Stoffen. Bei jeder Wäsche kommt so Mikroplastik ins Abwasser und letztlich in die Meere. Aber auch natürliche Stoffe haben ihre Nachteile, denn der Anbau von Baumwolle verschlingt große Wassermengen.

Wie kann ich nachhaltig konsumieren?

Als Konsument*in kann man jedoch eine Menge unternehmen. Dabei hilft in erster Linie die Orientierung an der Pyramide des nachhaltigen Konsums. Zunächst sollten wir nutzen und reparieren, was wir bereits besitzen. Für Neuanschaffungen sind Leihsysteme, Second Hand-Anschaffungen oder auch hochwertige Fair Fashion-Stücke die richtige Wahl.

Und wenn es doch mal etwas Neues sein soll, dass lange hält und Euch auf Dauer Freude bereitet, dann schaut in unseren Online-Shop

Fair Trade - El Puente

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