Unsere Handelspartner in Zeiten des Corona-Virus

Nina Labode

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Unterstützung für Handelspartner im globalen Süden

Corona breitet sich weltweit aus. Auch unsere Handelspartner sind bereits von den Auswirkungen betroffen. Sie berichten davon, dass Werkstätten geschlossen werden müssen oder fertige Ware nicht ausgeliefert werden kann. Nun heißt es zusammenzuhalten und sich gegenseitig zu unterstützen - weltweit! So können wir die Krise gemeinsam bewältigen.

Hier lest Ihr exemplarische Berichte unserer Handelspartner zu ihrer aktuellen Situation.
Wir aktualisieren den Beitrag regelmäßig, um die aktuellesten Berichte mit Euch zu teilen.

Nachrichten vom 04. April

Update ASHA in Indien

Geschäftsführer Rajesh Kumar meldet sich mit einem aktuellen Update von ASHA aus Indien. "Noch nie zuvor fühlten wir uns so in die Enge getrieben und hilflos", schreibt Rajesh. In Indien ist seit dem 26. März nahezu alles geschlossen. Rajesh befürwortet die Maßnahme, berichtet jedoch auch, dass in den letzten Tagen die Zahl der positiv getesteten Personen plötzlich angestiegen sei. Der Bundesstaat Maharashtra und die Stadt Mumbai, wo Ahsa seinen Sitz hat, sind am stärksten betroffen. Mumbai mit seinen ca. 23 Millionen Einwohnern und den dicht besiedelten Wohnblocks ist in höchster Alarmbereitschaft. Bei Asha versuchen alle, sofern möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Produktion und Versand stehen nach wie vor still, selbst Routineaufgaben, wie die Berabeitung von Bestellungen können nicht erledigt werden. Derweil achtet ASHA darauf, dass die Kunsthandwerker*innen weiterhin ihre Grundbedürfnisse decken können. Wie sich die Situation entwickelt ist für ASHA, wie für uns, nicht absehbar.

Nachrichten vom 03. April

Coronilla in Bolivien

Hier berichtet Paola Mejía von Coronilla über ihre aktuelle Situation in Bolivien.

 

Nachrichten vom 02. April

Salay auf den Philippinen

Unser Handelspartner Salay ist wie viele unserer Handelspartner von der aktuellen Lage aus den gewohnten Bahnen geworfen worden. Den Mitarbieter*innen wird geraten zu Hause zu bleiben, obwohl die Werkstätten in der Nähe sind. Gleichzeitig gibt es auch kein Transportsystem mehr, dass sie nutzen könnten, um in die Werkstatt zu kommen. Bis zum 14. April können sie nicht wie gewohnt arbeiten. Neil von Salay berichtet: "Auch danach werden wir wenig Aufträge haben. Wir haben also tatsächlich Schwierigkeiten, das Projekt aufrechtzuerhalten. Unsere Regierung hat eingegriffen und allen Mitarbeiter*innen des Unternehmens im ganzen Land etwa 100 Dollar pro Person zur Verfügung gestellt." Gleichzeitig hat Salay es geschafft in dieser Zeit ganz praktisch aktiv zu werden: Sie haben  Gesichtsmasken aus nachhaltigen Materialien. Dabei achten sie darauf möglichst umweltschonende, regionale Materialien einzusetzen, denn sie machen sich bereits Gedanken über die medizinischen Abfälle, die derzeit anfallen.

Café Sierra Azul in Mexiko

Hier berichtet Janeth Hernandez, junge Produzentin aus der Gemeinde Santa Rita, Leiterin der Gruppe CoffeeFem89 (Cafe von Frauen aus der Kooperative Sierra Azul) über ihre aktuelle Situation in Mexiko.

 

EMA in Indien

Hier berichtet Debarati von unserem Handelspartner EMA über ihre aktuelle Situation in Indien.

 

Nachrichten vom 01. April

Wedgewood in Südafrika

Hier berichtet Paul Walters, Geschäftsführer unseres Handelspartners Wedgewood, über die aktuelle Situation in Südafrika.

 

Update Crearte in Guatmala

Erfreuliche Nachrichten haben uns von Crearte erreicht, die uns mitteilten, dass unsere Bestellung nun fast fertig ist. Gleich danach der Dämpfer: Es gibt derzeit keine Flüge nach Deutschland, mit denen die Produkte transportiert werden können. Wir drücken die Daumen.

Manos Amigas in Peru

Manos Amigas ist dankbar für die schnelle Schließung und die Verhängung der Augangssperre in Peru. Diese soll noch bis zum 12. April andauern. Trotz der momentanen Situation können hier einzelne Kunsthandwerker*innen weiterarbeiten. Der Grund: Sie hatten bereits Aufträge erhalten und Rohstoffe eingekauft, sodass sie in ihren heimischen Werkstätten immer noch fertigen können.

Fair Gift in Indien

Stellvertretend für unseren Handelspartner Fair Gift berichtet uns Ram von der Situation in Indien, die wie bei vielen anderen Partnern vom derzeitigen Lock-Down geprägt ist. Auch Fair Gift fertigt derzeit kein Handwerksprodukte mehr. "Ja, die Situation ist nicht gut und betrifft alle" sagt Ram. "Über das Internet arbeiten wir von Zuhause aus. Ich habe mit allen unseren Produzent*innen gesprochen und mich mit ihrer Situation vertraut gemacht und bin froh, dass alle sicher sind und Zuhause bleiben. Ich bin auch froh, dass El Puente verschiedene Maßnahmen ergreift, um den Verkauf aufrechtzuerhalten, das ist eine gute Unterstützung für die Produzent*innen und für uns."

HDIF in Armenien

Unser Handelspartner HDIF in Armenien geht die derzeitigen Herausforderungen ganz praktisch an: "Was für einen Unterschied macht ein Monat! Vom großen Optimismus im Februar bis hin zu geschlossenen Unternehmen im März! Der Virus hat einen enormen Einfluss auf uns alle. HDIF hat die Produktion von persönlicher Schutzausrüstung in enger Zusammenarbeit mit der WFTO Asia aufgenommen, ohne darauf zu warten, dass sich das Virus in Luft auflöst", berichtet uns das Team von HDIF.

Prokritee in Bangladesch

Aus Bangladesch berichtet Swapan von unserem Handelspartner Prokritee: "Alle unsere Produzent*innen und Mitarbeiter*innen sowie ihre Familien bleiben seit dem 25. März in ihren Häusern, und die Regierung hat die Ausgangssperre gerade bis zum 9. April verlängert." Bis dahin bleibt auch Prokritee geschlossen. Einige der Produzent*innen arbeiten während der Ausgangssperre zu Hause. Sorgen macht sich Swapan dennoch um die Einkünfte der Produzent*innen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat Prokritee nicht ausreichend Bestellungen erhalten. Von Prokritee beziehen wir vor allem Korbwaren.

Creative Handicrafts in Indien

Wir haben bereits davon berichtet, dass in Indien Produktionen eingestellt worden sind. Auch bei unserem Handelspartner Creative Handicrafts ist das derzeit der Fall. Wo in Werkstätten normalerweise Nähmaschinen surren und Kunsthandwerk produziert wird, steht nun alles still. Direktor Johny Joseph berichtet: "Wir haben das Büro und die Werkstätten geschlossen. Einige von uns arbeiten ein wenig von zu Hause aus, aber es gibt sehr wenig, was wir von zu Hause aus tun können. Unsere Produzent*innen bleiben sicher zu Hause. Wir zahlen weiterhin die Gehälter. So können wir sicherstellen, dass sie genug für die Tage haben. Ich hoffe, dass die Sperre bald aufgehoben wird und wir wieder ins Geschäft zurückkehren können. Wir werden es schaffen, die Situation in dieser Form für einige Zeit aufrechtzuerhalten, aber wenn die Sperre weiterhin besteht, könnte das Leben für alle sehr schwierig werden."

Mitra Bali in Indonesien

In Indonesien bei unserem Handelspartner Mitra Bali, der vor allem stilvolle Holzprodukte herstellt, gibt es noch keine Ausgangssperre. "Bei Mitra Bali haben wir gerade einige Masken, Vitamin C, Seifen und flüssige Desinfektionsmittel für das Personal und die Kunsthandwerker*innen gekauft", berichtet Hani von Mitra Bali. Räumliche Trennung haben sie bereits umgesetzt. Kunsthandwerker*innen dürfen die Produkte nur noch in einem bestimmten Raum ablegen. Vorher müssen sie ihren Besuch telefonisch ankündigen.

KCU in Tansania

Von KCU beziehen wir Kaffee aus Tansania. Heute berichtet uns Josephat Sylvand, Export Manager der Kooperative, von den Herausforderungen, des Corona-Virus für die Kooperative und die Kaffeeproduzent*innen: Die Kaffeeverkäufe gehen zurück. Das hat für die Bäuer*innen gravierende Folgen. Durch fehlende Verkäufe kann die Kooperative aufgenommene Kredite nicht zurückzahlen und hat deshalb auch keine Gelder zur Verfügung, um eine Hauptversammlung der Kooperative einzuberufen, die für Mitte April geplant war. Zudem ist eine solche Versammlung im Moment nicht möglich, weil Versammlungen derzeit zur Virusprävention verboten sind. Auch andere wichtige Treffen auf nationaler und internationaler Ebene sind abgesagt worden. Über die Situation in den Familien der Produzent*innen berichtet Josephat: "Normalerweise verkaufen die Bäuer*innen ihren Kaffee Anfang Mai eines jeden Jahres an die Kooperative, aber für dieses Jahr scheint es keine Hoffnung zu geben." Zudem sind die Schulen geschlossen und wenn die Kinder Zuhause sind, bedeutet dies höhere Ausgaben in den Familien. Dabei ist hier nicht abzusehen, wie lange diese Situation anhält.

Nachrichten vom 31. März

Ecco Exe in Peru

Elía Legua von Ecco Exe beschreibt für uns die Situation der Frauen und ihrer Familien in den armen Vierteln von Lima, die für Ecco Exe unter anderem Fingerpuppen stricken. Stricken können die Frauen Zuhause, aber die bestellungen können nicht fertiggestellt werden, da Hangtags und Etiketten für die Produkte nicht produziert werden können. Die Ehemänner der Kunsthandwerker*innen arbeiten selbstständig in Berufen wie Taxifahrer oder Maler. Hier fehlen den Familien nun die Einkünfte, denn auch in Peru dürfen wirtschaftliche Aktivitäten nur noch aufrechterhalten werden, wenn sie der Gesundheitsversorgung oder der Versorgung mit Lebensmitteln dienen. Da einige Familien nun kaum mehr Einkommen haben, hat Elía Lebensmittelspenden organisiert. Ermutigt durch diesen Einsatz, will Elía nun ein Spendensystem ins Leben rufen, das die Familien regelmäßig mit Nahrungsmitteln versorgt. Unter den Frauen, die nun Lebensmittelspenden erhalten ist auch Augusta Sanchez de Tomas. Von Augusta haben wir Euch zum Weltfrauentag 2020 berichtet.

Undugu in Kenia

Unser Handelspartner Undugu stellt in der Region Kisii Kunsthandwerk aus Speckstein her. Fred Masinde berichtet nun aus Kenia, dass das Undugu-Team derzeit von Zuhause aus weiterarbeitet. Auch die Produzent*innen würden noch arbeiten, dabei aber die notwendigen Vorkehrungen in ihren lokalen Gemeinden treffen, um eine Ausbreitung des Corona-Virus möglichst stark zu begrenzen. Die Situation der Produzent*innen ist im Moment geprägt von der Angst vor Einkommensverlusten durch Auftragsstornierungen. Die Produzent*innen verfügen über keine Ersparnisse. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie durch die Aufträge. Daher bereitet ihnen nicht nur die Krankheit Sorge, sondern auch die Befürchtung, für sich und ihre Kinder kein Essen mehr bezahlen zu können.

Update von Gospel House aus Sri Lanka

Seit dem letzten Bericht von unserem Handelspartner Gospel House in Sri Lanka, von dem wir vor allem Kinderspielzeug aus Holz beziehen, berichtet Shiran Karunaratne nun, dass die Produktion vollständig stillsteht. Die Ausgangssperre in der Region Puttalm besteht weiterhin. Sechs Stunden am Tag besteht die Möglichkeit einzukaufen, vor den Geschäften bilden sich lange Warteschlangen. Puttalm ist immer noch als Hochrisiko-Region eingestuft. Die Medien führen ein umfangreiches Aufklärungsprogramm durch. Auch bei leichten Symptomen werden Personen direkt unter Quarantäne gestellt. Spätestens wenn eine infizierte Person gemeldet wird, wird das ganze Dorf für zwei Wochen komplett abgeriegelt, so dass niemand mehr ein- oder ausgehen darf. Alle Straßen werden dafür von der Armee abgeriegelt.
Gospel House hat Gelder an die Produzent*innen und ihre Familien überwiesen, damit sie sich versorgen können. Im Moment ist unklar, wann die Ausgangssperre aufgehoben wird. Wann eine Produktion danach wieder starten kann, hängt auch von den möglichen Rohstofflieferungen ab.

Loncomilla in Chile

Die Kooperative Loncomilla, von der wir unsere Weinlinie KIMCHE beziehen, berichtet aus Chile, dass die Situation von Tag zu Tag komplexer wird. Die Kooperative hofft, dass sie ihre Ernte beenden kann, die zu 60 % abgeschlossen ist. Solange die Infektionen im Valle de Maule-Region nicht zunehmen, können sie mit einer gewissen Normalität weiterhin arbeiten. Aber auch hier gibt es betreits eine Ausgangssperre, die bislang aber nur einen Teil des Tages betrifft. Álvaro Muñoz Yáñez berichtet: "Wir haben alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergriffen, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Günstig für uns ist, dass unsere Arbeitsbereiche recht weitläufig sind, aber mit dem beginnenden Herbst sinken die Temperaturen." Deshalb ist es für Loncomilla wichtig, die verbleibenden Trauben möglichst schnell zu ernten. "Heute brauchen wir Eure Bestellungen mehr denn je, um einer Zukunft entgegenzublicken, die für alle sehr schwierig wird", sagt Álvaro.

La Voz in Guatemala

Am Atitlán-See, wo die Kooperative La Voz ihren Sitz hat, musste die Kooperative Anfang März ihre beiden Cafés schließen, da es weder einheimische noch internationale Besucher*innen mehr gab. Auch die Coffee Tours, Führungen durch die Kaffeeverarbeitungsanlagen, die zum Einkommen der Kooperative beitragen, können nicht mehr stattfinden. Die Kooperativenmitglieder schauen mit Sorge auf die Situation in Europa, denn sie wissen, dass bei einer ähnlich hohen Verbreitung in Guatemala das Gesundheitssystem noch viel schneller an seine Grenzen stoßen würde. Der Geschäftsführer der Kooperative, Andrés Isaías Cotuc, geht davon aus, dass die Situation zu mehr Armut führen und die Kooperative vor große Herausforderungen stellen wird.
Es gibt eine Ausgangssperre zwischen 16 Uhr und 4 Uhr. Die Häfen und Institutionen haben ihre Arbeitszeiten verkürzt, damit die Arbeiter*innen rechtzeitig nach Hause kommen.

Tierra Nueva in Nicaragua

Die Kooperative Tierra Nueva arbeitet gerade fieberhaft daran, nicht nur den ersten Container für die MITKA, sondern auch den gesegelten Kaffee auf den Weg zu bringen. Er muss es von Nicaragua nach Honduras zum Hafen La Ceiba schaffen, um an Bord des Frachtseglers Avontuur genommen werden zu können. Die Verzögerungen durch die COVID-19-Krise, die in der allgemeinen Arbeit und an der Grenze zwischen beiden Ländern spürbar werden, lassen es eine Zitterpartie werden, ob der gesegelte Kaffee La Ceiba rechtzeitig erreicht. Genauso spannend bleibt es, ob und unter welchen Umständen die Avontuur überhaupt in La Ceiba anlanden und Ware aufnehmen darf. Ein anderer Hafen in der Karibik hatte bereits ein Anlegen verweigert. Die vorgesehene Auswechslung eines Teils der Crew wird wahrscheinlich nicht möglich sein.

La Providencia in Nicaragua

In Nicaragua lässt sich das Ausmaß der Infektion nach Aussage einiger Kooperativen nur schwer einschätzen. Da es viele nach Costa Rica oder Panama migrierende Arbeiter und somit eine normalerweise rege Wanderbewegung gibt, ist aber davon auszugehen, dass es mehr als die bestätigten wenigen Fälle gibt. Die Angst vor der Epidemie ist groß, denn, so sagt die Geschäftsführerin der Kooperative La Providencia in Wiwilí, es gebe in ihrem Land weder die Voraussetzungen noch verfüge es über Mittel, um mit einer Epidemie fertig zu werden.

Miraflor in Nicaragua

Es gibt kaum staatlich verordnete Maßnahmen zur Eindämmung, die meisten Kooperativen haben daher von sich aus Maßnahmen ergriffen. So hat die Kooperative Miraflor ihre Arbeit auf das Notwendigste – anstehende Exporte und wichtige soziale Projekte – reduziert. Die agrartechnische Beratung auf dem Land wurde ausgesetzt. Den Mitgliedern wird empfohlen, auf den öffentlichen Transport zu verzichten. Alle Sitzungen, Versammlungen oder Treffen in Gruppen wurde abgesagt. Die Arbeit an den Exporten laufe zwar langsamer als sonst, aber es wird alles dafür getan, dass der Kaffee trotz der schwierigen Umstände nach Europa verschifft werden kann. So müssen wie immer für jeden Container Dokumente persönlich in Behörden besorgt werden und ein Vertreter des Instituts für Agrargesundheit muss jede Containerladung vor Abfahrt bei den Kooperativen persönlich inspizieren. Die meisten Schifffahrtsrouten setzen einen Landtransport nach Costa Rica oder Honduras voraus. Der Grenzübertritt ist für Waren noch möglich, aber verlangsamt.

Soppexcca in Nicaragua

Die Kooperative SOPPEXCCA musste die drei von ihr betriebenen Cafés auf einen Außer-Haus-Verkauf reduzieren. Schulungen und Treffen werden abgesagt, die Arbeit in der Trockenverarbeitungsanlage, in der der Kaffee exportfähig gemacht und abgesackt wird, wird im Zwei-Schicht-Betrieb geleistet, damit nicht zu viele Personen dort arbeiten – was mit höheren Kosten verbunden ist. Die meisten Angestellten arbeiten Zuhause. Nützlich seien, so Geschäftsführerin Fátima Ismael, nun die von der Kooperative mit Prämiengeldern aus dem Fairen Handel eingerichteten Konsumläden auf dem Land für Grundnahrungsmittel, die in der jetzigen Situation der Spekulation und dem Hamstern vorbeugen können. Die Kooperative hat außerdem eine Hygienekommission etabliert und baut schnelle und zuverlässige Kommunikationswege zu den Mitarbeiter*innen und den Mitgliedern auf, um über Präventionsmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen aufklären zu können. Fátima Ismael appelliert an eine weltweite Solidarität und daran, auch in Zeiten der Pandemie und trotz der zu erwartenden wirtschaftlichen Auswirkungen weiter an einer sozial- und klimagerechten Welt zu arbeiten.

Las Lajas in El Salvador

In El Salvador herrscht Ausgangssperre. Mit einer Bescheinigung des Arbeitsgebers dürfte man zwar zur Arbeit fahren, in der Praxis scheitert das jedoch am mangelnden öffentlichen Transport. Die Angestellten der Kooperative Las Lajas versuchen von Zuhause aus, die anstehenden Containerexporte zu managen, verfügen dort jedoch weder über Internet noch Computer. Die Verschiffung setzt einen Transport auf dem Landweg zum Hafen in Guatemala voraus, der zurzeit nur mit Verzögerungen zu bewerkstelligen ist. Büros und Behörden sind geschlossen bzw. arbeiten von Zuhause aus, so dass die für die Verschiffungen notwendigen Dokumente kaum zu beschaffen sind. Über 60-Jährige dürfen das Haus gar nicht verlassen. Da sich viele Kooperativenmitglieder in diesem Alter befinden, können die Kaffeefelder nicht mehr gepflegt werden. Die Ferienanlage Lajamaya, die der Kooperative einige Arbeitsplätze und Einnahmen verschafft, musste geschlossen werden - besonders bitter, weil in El Salvador die Osterzeit die wichtigste Feriensaison ist.

UPCTIZ in Mexiko

In Mexico hat die Regierung lange keine Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie getroffen. Im Prinzip ist die Arbeit daher noch ohne Einschränkungen möglich, die Kooperative UPCTIZ und die Exportorganisation CFA sehen jedoch eine soziale Verantwortung, sich selber um die notwendigen Maßnahmen zu kümmern, um die Verbreitung des Virus zu verhindern und dabei vorbildhaft die Ruhe zu bewahren. Dieses sind die Monate, sagt die Leiterin der CFA Verónica López, in denen die Exporte der Kooperativen geschehen und sie können nicht gestoppt werden, weil dies das ökonomische Überleben vieler mexikanischer Familien ungleich komplizierter machen würde.

Combrifol in Honduras

In Honduras herrscht eine strikte Ausgangssperre, aktuell dürfen auch Betriebe nur mit einer sehr kompliziert zu erlangenden Ausnahmegenehmigung verarbeiten. Die Kooperative COMBRIFOL hat das in einem kritischen Moment getroffen: nach vielen Jahren konnten sie dieses Jahr mit den Prämiengeldern aus dem Fairen Handel eine eigene Trockenverarbeitungsanlage kaufen. Die Maschinen müssen aus Brasilien importiert werden und hätten im März geliefert werden sollen. Durch die aktuelle Situation ist es völlig offen, wann die Maschinen kommen werden und welche Alternativen es zur Verarbeitung des Kaffees gibt.

Nachrichten vom 30. März

COPERMATE in Brasilien

In der Region von Copermate in Brasilien sind die Schulen geschlossen und auch der Handel steht im Moment still. Bei COPERMATE konzentriert sich das Team im Moment auf interne Aufgaben, ohne Kontakt zur Öffentlichkeit. Als Hauptproblem sehen sie derzeit die Versorgung der Region mit Intensivbetten. "In dem 90 km entfernten Krankenhaus, das zwölf Gemeinden versorgt, gibt es nur 20 Intensivbetten" berichtet COPERMATE. Darüber hinaus gebe es in Brasilien einen starken Druck seitens der Unternehmen, den Handel wieder aufzunehmen und die Quarantäne zu beenden, was auch der brasilianische Präsident unterstützen würde.

Nachrichten vom 26. März

Last Forest in Indien

Indien steht still, davon ist auch unser Handelspartner Last Forest betroffen. Sie berichten am 26. März, dass bereits fertiggestellte Produkte nun zu ihnen zurückgeschickt wurden. Das ist bitter, wurden die Produkte doch nach Zeitplan an El Puente versandt. Ihre Büros und Läden haben sie geschlossen, um ihre Mitarbeiter*innen zu schützen: "We have shut down our offices and shops, as the most important thing is the health and safety of all around us and the beautiful souls we work with."

CIMEX in Kuba

Bei unserem Handelspartner CIMEX in Kuba wird heute am 26.03. noch gearbeitet, aber die Zahl der Corona infizierten nimmt zu. Alle Bildungsaktivitäten wurden zunächst bis zum 20. April ausgesetzt und Reisen zwischen den Provinzen sind außer in sehr begründeten Fällen zu vermeiden. Wie in den meisten Teilen der Welt wurden Kultur, Freizeit- und Sportaktivitäten sowie andere Aktivitäten, an denen eine große Zahl von Menschen beteiligt ist, abgesagt.

Nachrichten vom 25. März

Turqle Trading in Südafrika

Pieter von Turqle Trading berichtet, dass es in Südafrika vom 26. März bis zum 16. April eine landesweite Ausgangssperre gibt. Alle Geschäfte mit Ausnahme von Supermärkten, Apotheken, Tankstellen und medizinischen Einrichtungen müssen schließen und die Menschen müssen zu Hause bleiben. Ein Versand der Turqle Trading-Produkte wird in diesem Zeitraum nicht möglich sein. Pieter sagt dazu: "Wir müssen einfach abwarten, wie sich die Dinge für den Rest des Jahres entwickeln, aber ich glaube, uns allen steht ein sehr hartes Jahr bevor."

Saffy auf den Philippinen

Unser Handelspartner SAFFY berichtet am 25.03., dass die Regierung auf den Philippinen eine Quarantäne verhängt hat. Menschen sind verpflichtet zu Hause zu bleiben. In einigen Gebieten wird begonnen, Lebensmittel und Medikamente zu rationieren. Bei Saffy sind die Mitglieder im Team und die Produzent*innen im Kontakt miteinander. Sie arbeiten von Zuhause aus weiter an den Bestellungen, aber da die Beschaffung zusätzlich benötigter Materialien nicht gesichert ist, ist eine Fertigstellung der Aufträge nur begrenzt möglich. Ein Versand fertiger Produkte ist derzeit auch nicht möglich. Die Zahl der Menschen, die vom Virus betroffen sind, nimmt exponentiell zu. "Zum Glück werden wir bei Saffy kontinuierlich bezahlt, auch wenn wir von zu Hause aus arbeiten", so eine Vertreterin von Saffy. Gleichzeitg merkt sie an: "Es gibt keine Gewissheit, bis wann SAFFY das Unternehmen aufrechterhalten kann, da die Finanzierung stark von Verkäufen an Partner aus dem Fairen Handel abhängig sind."

Prescraft in Kamerun

Prescraft aus Kamerun berichtet am 25. März, dass die Regierung bereits einige Maßnahmen ergriffen hat, um eine Ausbreitung des Virus in die Region, in der Prescraft arbeitet, zu verhindern. Schulen wurden vorübergehend geschlossen. Jede Person, die in die Region kommt, wird untersucht. Die Reisemöglichkeiten zwischen den Städten sind stark eingeschränkt. Auch öffentliche Versammlungen von mehr als 50 Personen sind verboten worden. "Bislang meistern wir die Situation unter Einhaltung aller Hygiene- und Sanitärvorschriften."

Nachrichten vom 24. März

Crearte in Guatemala

Ileana von Crearte aus Guatemala berichtet von Auswirkungen des Virus auf die Gemeinschaft und die Familien der Produzent*innen. Sie hat aber auch aufbauende Worte: "In Guatemala ist das Virus angekommen, die Auswirkungen werden in jeder Hinsicht stark sein, mit enem schwachen Gesundheitssystem, einem Mangel an sanitäre Einrichtungen und vor allem Armut. (...) Dies wird Auswirkungen auf die Produzenten, ihre Familien und Gemeinschaften und damit auf den Produktionsprozess und den Versand von Aufträgen haben.  Vorerst müssen wir den Empfehlungen und Maßnahmen der Regierung und der WHO folgen. (...) Eine starke Umarmung, die darauf vertraut, dass diese globale Krise eingedämmt werden kann, und mittelfristig ein Impfstoff zur Verfügung steht."

CRC in Indien

Bei CRC in Indien werden vorsichtshalber die Werkstätten geschlossen, um ein Risiko der Ansteckung zu minimieren.
Indro berichtet: "Bis jetzt gibt es in Kalkutta glücklicherweise noch keine bestätigten Corona-Fälle. Aber das kann sich jederzeit ändern. (…) Die Kunsthandwerker können nicht von zu Hause arbeiten. (…) Unsere Werkstätten sind Umgebungen, in denen sich ein Virus leicht verbreiten kann. Wahrscheinlich müssen die Werkstätten geschlossen werden, das ist besonders hart für die Kunsthandwerker*innen, die auf Stücklohnbasis bezahlt werden. Wir wollen ihnen einen Vorschuss bar auszahlen, damit zumindest ihre Grundversorgung gesichert ist."

Nachrichten vom 22. März

Gospel House in Sri Lanka

In Sri Lanka arbeiten die Produzent*innen von unserem Handelspartner Gospel House in einer Region, mit höchster Gefahrenstufe. Eine Ausgangssperre wurde verhängt und der der Flug- und Schiffverkehr ist eingestellt. Shiran berichtet, dass das Hauptproduktionszentrum geschlossen ist und alle Mitarbeiter*innen und Produzent*innen Zuhause bleiben. Lieferungen müssen nun neu geplant werden. Sowohl die Lieferungen nach Europa als auch die Lieferungen, die sie selbst mit Farben und Holz für die Produktion versorgen.

 

Nachrichten vom 20. März

ASHA in Indien

Der Manager von Asha gab heute bekannt, dass auch ASHA von der Ausgangssperre in Indien betroffen ist, die bis zum 31. März andauern soll. Leo D'Souza sagt: "Wer von zu Hause aus arbeiten kann, sollte dies tun, aber die Arbeit von ASHA erfordert persönliche Anwesenheit. Wir sind gezwungen, die Räumlichkeiten auf Anordnung der Regierung zu schließen."

Nachrichten vom 19. März

Allpa in Peru

In Peru wurde eine Quarantäne verhängt. Für die nächsten 15 Tage bleiben nur Krankenhäuser, Supermärkte, Banken und Apotheken geöffnet. Die Werkstätten unseres Partners Allpa müssen schließen. “Dies beeinflusst unsere tägliche Arbeit. Wir können die geplanten Verschiffungen im März und Anfang April nicht einhalten.”

 

Holyland in Palästina

Unsere Handelspartner sind in den meisten Fällen abhängig vom Transport ihrer Produkte, der oft durch Corona eingeschränkt ist. So berichtet uns Basma von Holyland in Palästina, dass die ausverkauften Seifenschalen zwar fertig gestellt sind, aber nicht das Land verlassen können: „Dear El Puente, your order is ready! But there is no shipping. Jerusalem is totally closed”. Durch deutlich weniger Verkäufe der fair gehandelten Produkte in Europa fehlt den Produzent*innen ihr existenzielles Einkommen.

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