Wie läuft der Import von unseren Produkten ab?

Anna Wolf

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In diesem Monat wurde wieder deutlich, wie kompliziert der Import der Waren unserer vielen Handelspartner aus den verschiedenen Teilen der Welt ist. Gerne würden wir Euch unser neues Keramik-Geschirr aus Nepal zusenden. Der Container mit der Ware steckt allerdings beim Zoll fest und wurde zur Einfuhr noch nicht freigegeben. Dies nehmen wir zum Anlass, einmal zu erklären, wie so ein Import eigentlich abläuft.

  1. Ware wird bestellt

Von Reisen zu unseren Handelspartnern, Treffen auf Messen oder durch Absprachen erreichen uns stets neue Artikelmuster der Handelspartner und Produzenten. Nachdem diese begutachtet und auf mögliche Schadstoffe getestet wurden, bestellt das Einkaufsteam die Produkte. Je nach Land und Handelspartner müssen die Bestell- und Verschiffungstermine genau terminiert werden. Denn verschifft werden wenn möglich nur volle Container mit einer Größe von 40 Fuß. Das bedeutet zum Beispiel für Nepal, dass die Bestellungen aller nepalesischen Handelspartner gesammelt und zusammen verschifft werden. Das spart hohe Kosten für die Logistik.

  1. Beladen und Transport des Containers

Unser nepaleische Handelspartner KTC sammelt stellvertretend für die nepalesischen Partner alle Bestellungen und organisiert die Beladung des Containers in Katmandu. Da Nepal keinen Zugang zum Meer hat, muss der Container mit dem LKW nach Kalkutta in Indien gebracht werden, wo er schließlich auf das Schiff geladen wird. Damit der Container aber auf das Schiff darf, müssen verschiedenste Dokumente ausgefüllt werden, die vom Handelspartner, von uns und von der Spedition bestätigt werden müssen. Eine weitere Besonderheit in Nepal ist, dass die Ware von uns schon bezahlt sein muss, bevor sie das Land verlässt. Solche und weitere Abkommen müssen eingehalten werden. Erst wenn alle Dokumente vorliegen, geht die Schiffsreise für den Container los.

  1. Eine lange Reise

Für die komplette Reise des Containers muss viel Zeit eingeplant werden. Insgesamt ist der Container aus Nepal etwa sieben Wochen unterwegs. Mit dem LKW braucht der Container circa eine Woche von Katmandu bis Kalkutta, woraufhin drei bis vier Tage für die Verladung des Containers auf das Schiff eingeplant werden müssen. Etwa vier Wochen braucht das Schiff von Kalkutta bis nach Hamburg. Im Winter wird eine Woche Puffer eingeplant, da die rauere See die Reise verzögern kann. Danach dauert es im Normalfall etwa eine Woche bis der Container entladen und bei uns in Nordstemmen angekommen ist. Doch bevor der Container den Hamburger Hafen verlassen darf, muss er vom Zoll erst noch für die Einfuhr freigegeben werden.

  1. Kontrolle beim Zoll

Je nach Land, Produkt und Material entscheidet der Zoll in Hamburg, ob der Container und die darin enthaltenen Produkte kontrolliert werden oder nicht. Dem Zoll liegt eine Liste vor, die von der Spedition erstellt wurde, auf der alle Artikel im Container aufgelistet sind. Bestimmte Produkte sind für den Zoll besonders interessant und werden bei jeder Einfuhr kontrolliert. So weiß unser Einkaufs-Team schon, dass der Zoll stets Filzschuhe kontrollieren möchte und lässt den Container meist so packen, dass diese Artikel vom Zoll schnell erreicht werden können. Die Zollbeamten überprüfen, ob Material und Produkte korrekt angegeben wurden und auch ob etwas geschmuggelt wurden. Dafür wird im Einzelfall auch mal der komplette Container entladen. Die Kosten für die Zollbeschauung müssen wir tragen. In der Regel geschieht dieser ganze Prozess schnell und es wird selten etwas beanstandet.

Dieses Mal dauert es länger:

Zurzeit steht der Container mit den neuen Produkten aus Nepal zur Freigabe noch im Hamburger Hafen. Wegen der Komplexität durch die vielen verschiedenen Produkte, der unterschiedlichen Partner und der vielen Stationen wurde dieses Mal der Nepal-Container für die Zollkontrolle ausgewählt. Jede einzelne Beschreibung der Ware ist entscheidend und alles, was nicht sofort verständlich für den Zoll ist, sorgt für Verzögerungen. Da wir nun zum ersten Mal Keramikgeschirr aus Nepal importieren, interessiert sich der Zoll besonders für diese Ware. Der Nepal-Container wurde bereits am 1. Oktober letzen Jahres verschifft. Geplant war die Anlieferung bei uns schon Mitte Dezember. Doch schon die Schiffreise hatte sich verzögert. Nun warten wir noch auf die Freigabe durch den Zoll. Wir rechnen mit einer Freigabe und Anlieferung in der nächsten Woche und hoffen, dass auf den letzten Wegen nichts schief geht.

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