Siegel & Zeichen

Für fair gehandelte Produkte gibt es viele Siegel und Zeichen. Doch was steckt hinter jedem Einzelnen? Für Verbraucher ist es schwierig in dem „Siegel-Wirrwarr“ durchzublicken. Zudem ist der Begriff „fair“ nicht rechtlich geschützt. Das macht es für Endkunden noch schwieriger sich zu orientieren. Hier erklären wir einige Siegel und Zeichen.

WFTO

Die World Fair Trade Organization (WFTO) vergibt ein Fairhandels-Label. Das Besondere an diesem Label: Die WFTO überprüft ein gesamtes Unternehmen, nicht einzelne Produkte. Die Organisation ist ein globales Netzwerk von rund 370 Fair-Handels-Organisationen aus 70 Ländern. Die Mitglieder sind Fair-Handels-Importeure wie El Puente, Produzentengruppen in den Ländern des globalen Südens und Verkäuferorganisationen wie der Weltladen Dachverband.

Die WFTO hat ein umfassendes Prüfverfahren (Monitoring) für Organisationen entwickelt, die ausschließlich Fairen Handel betreiben.

Fairtrade

Fairtrade ist das bekannteste Siegel, das von TransFair vergeben wird. TransFair ist ein Verein, der nicht selbst mit Waren handelt, sondern fair gehandelte Produkte lizenziert. Kleinbauern und Beschäftigte profitieren von festen Mindestpreisen, die die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken sowie der Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Fairtrade verbietet Zwangsarbeit und illegale Kinderarbeit. Fairtrade bietet Unterstützung, Schulungen und Beratung für Produzenten in den Anbauländern. Die unabhängige Zertifizierungsgesellschaft FLOCERT überprüft vor Ort, ob bei Produzenten und Händlern die Fairtrade-Standards eingehalten werden.

Fairtrade hat für Mischprodukte einen Mindestanteil an fair gehandelten Zutaten von 20 % festgelegt. Fairtrade-zertifizierte Produkte finden sich überwiegend in Supermärkten und Discountern.

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fair for life

Fair for Life ist ein Fair-Handels-Siegel, das die Schweizer Bio-Stiftung IMO entwickelt hat. Sie hat einen Nachhaltigkeits-Standard entwickelt, der darauf abzielt, dass Fairer Handel auch Umweltstandards einhält und alle Akteure der Handelskette einbezieht. Das Label fordert vollständige physische Rückverfolgbarkeit und die Einhaltung sozialer und Umweltkriterien entlang der gesamten Handelskette ein. Während Fairtrade nur Produkte aus Kooperativen und Plantagen zertifiziert, erhalten bei Fair for Life unter bestimmten Bedingungen auch Waren aus mittleren Familienbetrieben und Vertragsanbau das Siegel. Seit 2017 wird das Siegel von ECOCERT vergeben. Die Produkte finden sich vorwiegend in Bio- und Naturkostläden.

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Naturland Fair

Naturland hat ein eigenes Fair-Trade-Siegel entwickelt: Naturland Fair. Es wird für Produkte vergeben, die bio und fair gehandelt sind. Das gilt auch für Rohstoffe aus dem globalen Norden wie etwa Milch. So trägt dann eine Tafel Naturland Fair zertifizierte Schokolade gleichermaßen zur Sicherung der Existenz deutscher Milchbauern wie auch lateinamerikanischer Kakao- und Zuckerrohrbauern bei. Die Produkte finden sich in Bio- und Naturkostläden, in Weltläden, aber auch im Lebensmitteleinzelhandel.

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GEPA und dwp

GEPA und dwp sind Fairhandels-Häuser, die wie El Puente nach dem Garantiesystem der WFTO geprüft sind. Sie vertreiben Lebensmittel und Handwerksprodukte zu fairen Preisen und Konditionen, beispielsweise zahlen sie den Produzenten Bio- und Sozialzuschläge und geben Vorfinanzierungen. Sie beliefern Welt- und Naturkostläden mit ihren Produkten. Die GEPA beliefert zusätzlich Supermärkte.