Conflictfood

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Das Sozialunternehmen mit Sitz in Berlin pflegt Kontakte in Konflikt geprägte Regionen in Myanmar, Palästina, Afghanistan, Kambodscha und der Ukraine. Dort arbeiten sie mit Handelspartnern für kulinarische Köstlichkeiten zusammen. Seit 2024 beziehen wir Food-Produkte von Conflictfood.

Einkommensmöglichkeiten und Weiterbildung

Conflictfood legt Wert auf die Rückverfolgbarkeit der Produkte bis in den kleinsten Produktionsschritt. Der direkte Handel ermöglicht Produzent*innen den Zugang zu internationalen Absatzmärkten. Ohne Zwischenhändler vereinbaren sie die Preise direkt mit ihren Handelspartnern. Ziel ist es, die Handelspartner*innen beim eigenständigen Vertrieb ihrer Produkte zu unterstützen.

Soziale Leistungen und Absicherung

Conflictfood arbeitet entlang der gesamten Wertschöpfungskette eng mit den Produzent*innen zusammen. Das Unternehmen kooperiert unter anderem mit Frauen, Minderheiten und weiteren Produzent*innengruppen in Konfliktregionen.
In jeder Produktverpackung steckt eine Zeitung, die über den Konflikt der jeweiligen Herkunftsregion, deren Geschichte, Esskultur und Alltagsleben informiert. Zudem werden die Produzent*innen und ihre Produkte vorgestellt. Die Zeitung vermittelt Hintergrundinformationen zu den Herkunftsregionen und den dortigen Lebensbedingungen.

Ressourcenschonende Verarbeitung

Conflictfood arbeitet mit Produzent*innen zusammen, die unterschiedliche Anbaumethoden sowie vielfältige Saatgut- und Pflanzensorten nutzen. Das Unternehmen weist auf die Bedeutung vielfältiger landwirtschaftlicher Anbausysteme in den Partnerregionen hin.

Handelspartner von Conflictfood

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Safran: Frauenkollektiv in Afghanistan

Afghanistan hat eine bewegte Geschichte. Seit mehreren Jahrzehnten prägen bewaffnete Konflikte das Land. Die Möglichkeiten für Frauen und Mädchen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, haben sich in den vergangenen Jahren vielfach verändert. Zugang zu bezahlten Erwerbsmöglichkeiten ist für viele Frauen nur eingeschränkt vorhanden. Zudem hat sich die wirtschaftliche Situation in vielen Regionen verschlechtert, während klimatische Veränderungen die landwirtschaftliche Produktion erschweren.

Seit über fünf Jahren baut Conflictfood eine Wertschöpfungskette für Safran auf. Ein Team von knapp 100 Frauen im Dorf Shakiban in der Region Herat erntet das Gewürz. Der Handel mit Conflictfood ermöglicht den Frauen den Verkauf ihres Safrans und schafft eine zusätzliche Einkommensquelle für ihre Familien.

Mit der Machtübernahme der Taliban hat sich für die Bevölkerung in Afghanistan vieles verändert. Gemeinsam mit der britischen Hilfsorganisation Hand in Hand International begann Conflictfood 2021 ein Projekt mit Frauen aus der Region Herat. Ziel des Projekts ist es, die Einkommensmöglichkeiten des Frauenkollektivs auszubauen und die gewonnenen Erfahrungen mit weiteren Dörfern und Regionen zu teilen. Eine Umstellung auf Bio-Produktion ist geplant. Das Projekt richtet sich an rund 1.500 Menschen in Afghanistan, davon etwa 70 % Frauen.

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Tee: Volk der Ta’ang in Myanmar

Die Berge des Shan-Staates sind Heimat zahlreicher ethnischer Minderheiten. Das Volk der Ta’ang kultiviert Tee seit vielen Generationen. Die größte Herausforderung für Unternehmer*innen aus dem Nord-Shan sind die anhaltenden Konflikte in der Region. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Regierungsarmee. Die Konflikte erschweren den internationalen Handel.
Der Handel mit Conflictfood ermöglicht den Bäuer*innen den Verkauf ihres Tees an internationale Handelspartner und schafft zusätzliche Einkommensmöglichkeiten. Der traditionelle Tee-Anbau der Ta’ang wird weiterhin praktiziert und an nachfolgende Generationen weitergegeben. Die Teebäuer*innen haben sich zu einem Verband zusammengeschlossen und investieren Teile ihrer Einnahmen in Schulungen, um ihr Wissen über Erntetechniken und Warenexport zu erweitern. Dieses neue Wissen kann mit traditionellen Praktiken kombiniert und an zukünftige Generationen weitergegeben werden.
In den Bergen der Shan-Region wachsen die Teepflanzen zwischen Teak- und Macadamiabäumen. Der Bio-Tee ist seit Generationen ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft des Volkes der Ta’ang. Bis heute werden die jungen, frischen Blätter von Hand gepflückt und nach biologischen Kriterien weiterverarbeitet.
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Freekeh: Kooperative in Palästina

Die politische Lage in Israel und Palästina wirkt sich stark auf die Landwirtschaft und die Produktionsbedingungen aus. Die palästinensische Gesellschaft verbindet ihre Geschichte und Kultur eng mit der Bewirtschaftung von Land.
Die palästinensischen Bäuer*innen sind von den Folgen des Konflikts betroffen, darunter eingeschränkter Zugang zu Anbauflächen, Wasser und Absatzmärkten.
Jenin im Norden der Westbank gilt als wichtiges landwirtschaftliches Anbaugebiet. Dort arbeitet Conflictfood mit einer Bio-Kooperative zusammen, die Freekeh, ein grün geerntetes und auf Flammen geröstetes Getreide, nach traditionellen Methoden anbaut. Die Zusammenarbeit eröffnet den Bäuer*innen zusätzliche Absatzmöglichkeiten und unterstützt die Vermarktung ihrer Produkte über direkte Handelsbeziehungen.

Für viele palästinensische Bäuer*innen ist Freekeh eine traditionelle Kulturpflanze. Durch die frühe Ernte des noch grünen Korns unterscheidet sich der Anbau von Freekeh von dem vieler anderer Getreidearten. Freekeh wird in der Region seit Generationen angebaut und verarbeitet.

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Kampot-Pfeffer: Familienunternehmen in Kambodscha

Ende der 1970er Jahre wurden unter der Herrschaft der Roten Khmer große Teile der kambodschanischen Bevölkerung verfolgt und ermordet. Die Folgen dieser Zeit wirken in Teilen des Landes bis heute nach. Herausforderungen bestehen unter anderem im Bereich der Verwaltung, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Aufarbeitung der Vergangenheit.
Auch die landwirtschaftlichen Flächen sind in vielen Regionen von Veränderungen betroffen. Mit ihrem Familienunternehmen haben die Schwestern Keo und Malika beschlossen, auf ihrem Grundstück eigene landwirtschaftliche Strukturen aufzubauen. Sie haben begonnen, ihr Land schrittweise wieder aufzuforsten. Im Sindora-Garten baut das Familienunternehmen verschiedene Nutzpflanzen an und nutzt Methoden der regenerativen Landwirtschaft. Dort kultivieren sie auch Kampot Pfeffer.

Der Pfefferstrauch (Piper nigrum) wächst auf der roten, steinigen Erde der Region und gedeiht im tropischen Klima. Die Schwestern ernten drei Sorten Kampot Pfeffer. Schwarzer Pfeffer entsteht aus jungen Früchten der Pflanze. Für roten Pfeffer bleiben die Früchte bis zur vollständigen Reife am Strauch. Weißer Kampot Pfeffer entsteht, indem die Schale der Früchte von Hand entfernt wird.

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Kräutertee: Dorfgemeinschaft mit Bio-Manufaktur in der Ukraine

Der Angriffskrieg Russlands hat in der Ukraine tausenden Menschen das Leben genommen, ganze Städte und Landstriche sind zerstört. Millionen Menschen haben das Land verlassen oder sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Viele von ihnen ziehen vom Osten des Landes in die ländlich geprägten Regionen der ukrainischen Karpaten.

Aus dem Naturreservat der ukrainischen Karpaten kommt Ivan Chai, ein Bio-Weidenröschen-Tee. Der direkte Handel mit der Bevölkerung eröffnet zusätzliche Absatzmöglichkeiten für den Tee aus der Region. Im Sommer werden die Blätter des Weidenröschens von der Dorfgemeinschaft von Hand gepflückt, in der Bio-Manufaktur Molfar fermentiert und anschließend getrocknet. Conflictfood ist das erste Unternehmen, das diesen Bio-Tee aus der Ukraine in die Europäische Union importiert. Dadurch entstehen zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten und eine weitere Einkommensquelle für die beteiligten Produzent*innen.

Weidenröschen, Feuerkraut oder Trümmerblume: Das Epilobium angustifolium ist unter verschiedenen Namen bekannt. Diese Pflanze wächst häufig auf Flächen, die sich nach Waldbränden, Rodungen oder anderen Veränderungen neu bewachsen. Ihre Wurzeln reichen tief in den Boden. Die rosafarbenen Blüten dienen verschiedenen Insektenarten als Nahrungsquelle.


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Flor de Sal: Salz-Kooperative in Mosambik

Mosambik ist von den Folgen seiner kolonialen Geschichte, früheren Konflikten sowie klimatischen Veränderungen geprägt. Im Norden des Landes haben sich 3.000 Salzbäuer*innen zu einer Kooperative zusammengeschlossen, um ihr Salz gemeinsam zu vermarkten und die Verarbeitung weiterzuentwickeln. Der direkte Handel mit Conflictfood eröffnet der Kooperative zusätzliche Absatzmöglichkeiten für ihr Salz. Die Kooperative organisiert die Vermarktung gemeinschaftlich und bündelt die Produktion ihrer Mitglieder.

Während der Regenzeit leiten die Salzbäuer*innen der Kooperative Meerwasser des Indischen Ozeans in ein System von Mulden und Schleusen. Über mehrere Monate fließt es von Becken zu Becken, während Sonne, Wind und Verdunstung den Salzgehalt erhöhen. Unter geeigneten Bedingungen bilden sich Salzkristalle an der Wasseroberfläche. Das Flor de Sal wird von Hand abgeschöpft und anschließend in der Sonne getrocknet. Es zeichnet sich durch feine, leicht feuchte Kristalle sowie einen milden Geschmack und eine knusprige Textur aus.